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ÖPNV-Streik in NRW: Busse und Bahnen stehen erneut still – an diesen beiden Tagen

Verdi ruft erneut zum ÖPNV-Streik auf! An zwei Tagen trifft es auch NRW. 48 Stunden Warnstreik – Pendler können sich auf was gefasst machen.

© IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Streiks, Tarifverhandlungen, Schlichtung & Co. – so funktionieren Tarifverträge

Ein Tarifvertrag wird zwischen Arbeitgebern oder Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften geschlossen. Durch ihn muss nicht jeder Arbeitnehmer einen eigenen Arbeitsvertrag mit seinem Arbeitgeber verhandeln. In den Tarifverträgen werden unter anderem Gehalt, Arbeitszeiten und Urlaubstage festgelegt.

Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut in fast ganz Deutschland zu Warnstreiks im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf. Auch NRW ist davon betroffen. Jetzt steht das genaue Datum fest.

+++ ÖPNV-Streik: Es nimmt kein Ende! Verdi legt wieder den Nahverkehr lahm +++

Und zwar soll der Warnstreik bei den kommunalen Verkehrsbetrieben volle zwei Tage dauern. Vom 29. Februar bis zum 1. März kommt es dadurch zu massiven Einschränkungen im Straßenbahn-, U-Bahn- und Busverkehr.

ÖPNV-Streik in NRW: 48 Stunden lang!

Der Wellen-Streik im kommunalen Nahverkehr findet bundesweit – bis auf Bayern – vom 26. Februar bis zum 2. März statt. In NRW wird die Aktion zwei volle Tage, ganze 48 Stunden andauern.


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Verdi kämpft für rund 30.000 Beschäftigte im ÖPNV in NRW, bundesweit sind es drei Mal so viele. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Entlastung der Beschäftigten stehen auf der Liste der Gewerkschaft.

Das fordert Verdi

Auch in NRW sind die Tarifverhandlungen bisher zu keinem Ergebnis gekommen. „Die Arbeitgeber haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt“, muss Andrea Becker, Fachbereichsleiterin in ver.di NRW, feststellen. „Statt für attraktive Arbeitsbedingungen im ÖPNV zu sorgen, um auch zukünftig ausreichend Personal zu finden, sollen die Arbeitsbedingungen – unter anderem durch Arbeitszeitverlängerungen – noch verschlechtert werden. Das ist verantwortungslos und ein Schlag ins Gesicht all unserer Kolleginnen und Kollegen, die durch die Schichtarbeit und die hohe Anzahl von Überstunden ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.“

Eine Einigung ist zurzeit absolut nicht in Sicht. „Aktuell liegen unsere Positionen daher noch sehr weit auseinander, die Arbeitgeber haben bisher nicht einmal ein Angebot vorgelegt“, so Becker. Und dabei drängt die Zeit. Denn der Arbeitskräftemangel wird immer dramatischer. „Bundesweit muss sich die Zahl der Beschäftigten verdoppeln. Es fehlen genauso viele Menschen, wie aktuell im kommunalen Nahverkehr beschäftigt sind.“


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Die Gewerkschafterin begründet die erneuten Warnstreiks mit der steigenden Belastung für die Beschäftigten. „Die Arbeitgeber fahren auf Verschleiß der Beschäftigten, das ist kein sinnvolles Vorgehen. Wir erhöhen den Druck jetzt, damit die Arbeitgeber unsere Botschaft verstehen und wir endlich zu einem fairen Tarifergebnis kommen.“

ÖPNV-Streik in NRW trifft Pendler hart

Dabei hat Becker großes Verständnis für die betroffenen Reisenden. „Wir bedauern, dass mit den Streikmaßnahmen auch die Fahrgäste getroffen werden. Durch die frühe Ankündigung versuchen wir für Planbarkeit zu sorgen, damit sich die Menschen auf die Ausfälle einstellen könnten.“

An dem 48-Stunden-Streik werden sich unter anderem Beschäftigte aus den Verkehrsbetrieben Duisburg, Düsseldorf, Köln, Wuppertal, Bonn, Leverkusen, Krefeld, Dortmund, Bochum, Essen, Oberhausen und Münster beteiligen. Dazu zählen auch die Rheinbahn, Ruhrbahn, Bogestra und STOAG.