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Lehrer aus NRW packen aus: Als Schwangere mit Angriff auf Baby bedroht

Lehrer aus NRW packen aus: Als Schwangere mit Angriff auf Baby bedroht

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Immer mehr Lehrkräfte in Deutschland kündigen aufgrund von Burn-out Erscheinungen. (Symbolfoto) Foto: imago/Westend61
  • Lehrkräfte in Deutschland sehen sich immer wieder vor schier unlösbare Aufgaben gestellt
  • Durch die Inklusion kann kaum genügend auf Kinder mit individuellen Schwierigkeiten eingegangen werden
  • Viele Lehrer suchen mittlerweile nach Anstellungen in anderen Bereichen

Für viele klingt der Beruf des Lehrers nach ihrem Traumjob. Wie der Alltag von Lehrern in Deutschland aussieht, hat die „Zeit“ in einem Interview mit drei Lehrern gezeigt.

Zwei davon kommen aus NRW, berichten von ihren Erfahrungen – und warum sie aus dem Beruf aussteigen wollen.

Lehrer in Deutschland bekommen immer umfassendere Aufgaben

Durch die Inklusion werden Lehrer in Deutschland mit Schülern konfrontiert, die eigentlich eine ganz individuelle und ausführliche Förderung benötigen. In der aktuellen Umsetzung kann diese aber nicht gewährleistet werden.

Selbst an Grundschulen sind die Zustände schwierig

Eine 36-jährige Grundschullehrerin berichtet dem Onlineportal, wie heftig es sogar an Grundschulen zugeht. Die Kinder prügeln sich während des Unterrichts, werfen mit Stühlen umher und schreien sie an.

Ein Schüler drohte, ihr in den Bauch zu boxen, damit ihr Baby stirbt

Als sie am Ende ihrer ersten Schwangerschaft war, schubste ein Junge sie und drohte, ihr in den Bauch zu boxen, damit ihr Baby stirbt. Der Junge musste die Klasse daraufhin verlassen.

Ihre Ärztin sprach ein Arbeitsverbot aus

Wegen der hohen Belastung erhielt die 36-jährige Lehrerin in ihrer zweiten Schwangerschaft ein Arbeitsverbot von ihrer Ärztin. Mittlerweile schaut sie sich nach einer anderen Schule um. Gleichzeitig sucht sie nach einem Weg, aus dem Lehrerberuf auszusteigen.

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Trotz allem möchte sie weiter mit Kindern arbeiten

Aktuell macht sie eine Weiterbildung zur psychologischen Beraterin, um danach in den schulpsychologischen Dienst einzutreten. Denn trotz aller Erfahrung oder vielleicht auch gerade deshalb, will sie weiterhin mit Kindern zusammenarbeiten.

Ermahnungen und schlechte Noten zeigen keine Wirkung

Dass Ermahnungen und die Androhung schlechter Noten bei vielen Schülern keinen Anklang finden, weiß ein 57-jähriger Gesamtschullehrer aus NRW. Er ist studierter Sonderpädagoge und weiß, dass es in der aktuellen Umsetzung unmöglich ist, genügend auf die einzelnen Probleme der Schüler einzugehen.

Eigentlich schätzen die Lehrer ihre Arbeit

Auch er wird sein Berufsfeld noch einmal wechseln macht aktuell eine Weiterbildung zum rechtlichen Betreuer.

Wie bei der Zeit zu lesen ist, freut er sich darauf, die Vormundschaft für organisatorische Aufgaben für Menschen zu übernehmen, die dies aufgrund verschiendster Umstände selbst nicht mehr können.

Alle drei erzählen dem Onlineportal, dass sie eigentlich gerne mit Menschen zusammenarbeiten. Nur nicht unter den aktuellen Umständen. (db)