Hund in NRW: Riesen-Zoff bei Hundehaltern! Blutiger Vorfall heizt Diskussionen an

Hund in NRW: Ein blutiger Vorfall im Krefelder Forstwald hat eine heftige Diskussion unter Hundehaltern ausgelöst. (Symbolbild)
Hund in NRW: Ein blutiger Vorfall im Krefelder Forstwald hat eine heftige Diskussion unter Hundehaltern ausgelöst. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Westend61

Krefeld. „Nun ist es schon wieder passiert“, schreibt die Polizei Krefeld (NRW) auf Facebook.

Der traurige Vorfall: Ein junger Rehbock wurde im Krefelder Forstwald von einem freilaufenden Hund gerissen. Bereits vor rund einem Monat war es in der Region zu einem ähnlichen Vorfall gekommen (DER WESTEN berichtete <<<). Der erneute Fall führt zu emotionalen Diskussionen zwischen Hundehaltern.

Hund in NRW tötet Rehbock – Polizei verweist auf Leinenzwang

„Ein Hund hatte den Bock so gehetzt, dass er durch einen Zaun gebrochen war und sich dort das Gehörn verletzt hatte“, beschreibt die Polizei den Vorfall. „Am Ende der Hetzjagd hat der Hund das Tier gerissen.“

Abschließend erinnern die Ordnungshüter daran: „Abseits der Wege gilt für Hunde Leinenzwang.“

Es ist ein Thema, das viele Hundehalter emotional mitnimmt – und zu teils deutlichen Meinungsäußerungen und Diskussionen führt. Alleine in den ersten 24 Stunden erhielt der Facebook-Beitrag der Polizei Krefeld mehr als 400 Kommentare.

Hundehalter empört: „Kann man denn bitte mal Rücksicht nehmen?“

„Was ist eigentlich so schwer an dem Satz zu verstehen: Hunde bitte angeleint führen?“, fragt eine fassungslose Hundehalterin, die betont, dass sie ihren eigenen Jagdhund nie von der Leine lasse. „Dafür treffe ich zu 90 Prozent unangeleinte Hunde, deren Besitzer es völlig egal ist, dass es einen Grund gibt, warum vielleicht andere Hunde angeleint laufen. Kann man denn bitte mal Rücksicht nehmen?“

+++ Hund in NRW büxt aus – und bringt seine Besitzer jetzt in Erklärungsnot +++

Andere schildern ähnliche Erfahrungsberichte. Eine Userin beschwert sich über Hunde, die Hasen und deren Nachwuchs über die Felder jagen – während eine weitere Nutzerin berichtet, dass sie bei einem Ausritt mit ihrem Pferd von einem unangeleinten Hund „gehetzt“ wurde.

Viele Hundehalter sehen aber vor allem einen Grund für derartige Vorfälle: Der Haustier-Boom während der Corona-Pandemie!

Hunde-Boom während Corona – wenig Erfahrung bei den Haltern

Viele Menschen haben sich während der Lockdowns einen Hund zugelegt. Damit ist es einerseits nicht so einsam während der Kontaktbeschränkungen – und während der Ausgangssperren kann man auch nach 22 Uhr noch für eine Gassi-Runde mit dem Vierbeiner vor die Tür.

Doch nicht jeder ist als Hundehalter geeignet. Viele Tierheime rechnen bereits damit, dass nach der Pandemie viele Vierbeiner von ihren unzufriedenen Besitzern wieder zurückgegeben werden. Und wenn derart überforderte Hundehalter mit ihren Jagdhunden im Wald unterwegs sind, könne es zu Vorfällen wie in Krefeld kommen.

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„Seit Covid hat die Anzahl der Erstlingshalter mit Hunden extrem zugenommen", schreibt ein User. Auch eine andere Nutzerin beschwert sich über die unerfahrenen Hundehalter: „Das ist dieses Jahr wohl dreimal so schlimm wie sonst. Kommt davon, wenn sich jeder Hans und Franz einen Hund anschaffen darf. Da fängt nämlich das Problem an!“

Aufgeheizte Diskussion zwischen Hundehaltern

Was würde helfen, um mehr Hundehalter dazu zu bringen, sich an bestimmten Orten an den Leinenzwang zu halten? Höhere Bußgelder? Konsequenter Leinenzwang überall? Oder eine Art Hundeführerschein, sodass zumindest die Gefahr eines überforderten Herrchens oder Frauchens reduziert wird? Alles Möglichkeiten, die von den Haltern diskutiert werden.

Gegenstimmen zum Leinenzwang hört man in der aufgeheizten Diskussion nur selten. Doch auch sie gibt es: „Genau, damit die Hunde noch weniger artgerechten Auslauf bekommen und das Aggressionspotenzial steigt. Das ist keine Lösung.“ (at)