Hamm: Prozess gegen Mörder von Hanna S. auf der Kippe – weil Schöffe eingeschlafen sein soll

Ungelöste Kriminalfälle - Annette L.

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Seit 2010 wird die Polizistin Annette L. aus Gelsenkirchen vermisst. Hat ihr Mann etwas mit Verschwinden zu tun?

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Dem Mann, der die 25-jährige Hannah S. am 19. September 2021 in einem Park in Hamm mit einem Messer ermordet haben soll, wird endlich der Prozess gemacht. Am dritten Verhandlungstag soll es vor Gericht jedoch zu einem Eklat gekommen sein.

Der Prozess gegen Simon S. (28), der die Tat in Hamm in einem Brief an seinen Vater bereits gestanden hat, könnte nun platzen! Hanna S.‘ Familie müsste in diesem Fall einen zweiten Durchlauf über sich ergehen lassen!

Prozess gegen Simon S. wegen Mordes an Hanna S. in Park in Hamm könnte platzen

Wie die „Bild“ berichtet, sollte es am dritten Tag der Verhandlung gegen Simon S. eigentlich um dessen psychischen Zustand und die Frage nach seiner Zurechnungsfähigkeit gehen. Das geriet nach Angaben der Zeitung jedoch in den Hintergrund, weil ein Schöffe im Gerichtssaal mehrfach eingenickt sein soll!

Am Dienstag, 10. Mai, gab eine Psychiaterin demnach gerade Einblicke in die Psyche von Simon S., als es um 11.15 Uhr zu einer jähen Unterbrechung durch die Verteidigung kam: „Herr Vorsitzender, wir müssen uns kurz beraten.“ Und weiter: „Der Schöffe rechts ist mehrfach eingenickt. Diese Unaufmerksamkeit ist nicht mehr zu tolerieren. Wir werden jetzt einen Befangenheitsantrag stellen.“

Prozess um Mord in Hamm: Schöffe soll im Gerichtssaal mehrfach eingenickt sein

Die Verteidiger von Simon S. sollen den Laienrichter eine Weile beobachtet und sein unaufmerksames Verhalten genau dokumentiert haben. Er soll insgesamt achtmal für mehrere Sekunden (einmal sogar 34 Sekunden lang) die Augen geschlossen haben, wobei sein Kopf nach unten gesackt sei, was den Eindruck erweckte, dass der Mann kurz geschlafen habe.

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Der Prozess steht nun auf dem Spiel und muss laut „Bild“ gegebenenfalls neu aufgerollt werden. Gibt die Schwurgerichtskammer dem Befangenheitsantrag durch die Verteidigung statt, muss der gesamte Prozess noch einmal von vorne beginnen!

Mord an Hannah S. in Hamm: Kein Zweifel an Schuld von Simon S.

Das wäre sicher ein harter Schlag für die Familie der getöteten Hannah, die bereits drei Prozesstage über sich ergehen lassen musste. In zwei Tagen sollte eigentlich das Urteil verkündet werden.

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Hannah S. hatte sich im September 2021 nach einem Besuch einer Diskothek auf den Heimweg gemacht, war dort jedoch nie angekommen. Ein Spaziergänger hatte später ihre Leiche an einem Teich in Hamm entdeckt. Schnell war der damals 27-jährige vorbestrafte Sexualstraftäte Simon S. in den Fokus der Ermittler geraten, nach einer ersten Vernehmung jedoch wieder freigekommen. Nachdem DNS-Spuren von S. unter den Fingernägeln des Opfers entdeckt wurden, kam er in Untersuchungshaft.

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Später fand die Kripo Leichenfotos auf seinem Handy und konnten das Tatmesser in seiner Wohnung sicherstellen. (alp)