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Freudenberg (NRW): Hitzige Diskussion nach Tod von Luise (†12) – Ministerin spricht Klartext

Nach der Tötung der 12-jährigen Luise aus Freudenberg (NRW) fordern viele nun eine härtere Strafe für die mutmaßlichen Täterinnen.

Blumen und Kerzen am Tatort in Freudenberg (NRW)
© Oliver Berg/dpa

Mord oder Totschlag? Das ist der juristische Unterschied

Die Tötung der 12-jährigen Luise aus Freudenberg (NRW) hat für einen Schock im ganzen Land gesorgt. Dass zwei Kinder im Alter von zwölf und 13 Jahren zu so etwas fähig sein könnten, kann auch Tage später keiner so richtig begreifen.

Nach der Tat vom 11. März in Freudenberg (NRW) wird eine Frage nun heiß diskutiert: Sollte die Altersgrenze der Strafmündigkeit herabgesenkt werden? Denn Jugendliche unter 14 Jahren sind aktuell nicht schuldfähig und können daher nicht ins Gefängnis. Das bedeutet: Die beiden mutmaßlichen Täterinnen kommen ohne Freiheitsstrafe davon.

Freudenberg (NRW): Ministerin gegen Gefängnisstrafe für Täterinnen

Ob es Mord oder Totschlag war und ob die beiden Geständigen wirklich ihre Klassenkameradin Luise getötet haben, bleibt bis zum Start der Verhandlungen vermutlich noch ein Rätsel. Aktuell setzen sich zahlreiche Politiker und auch Psychologen mit der Frage auseinander, ob die Strafmündigkeit schon früher greifen sollte.

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Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann hat sich nun öffentlich dagegen ausgesprochen. „Der Fall der ermordeten Luise aus Freudenberg erschüttert mich zutiefst“, nimmt die SPD-Politikerin Anteil. „Ich warne aber davor, die Debatte einer Herabsetzung der Strafmündigkeitsgrenze unter dem Eindruck dieses schlimmen Verbrechens zu führen.“

Warum die Strafmündigkeit ab 14 bleiben sollte

Die beiden Mädchen, die gestanden hatten, Luise erstochen zu haben, sind aufgrund ihres Alters noch nicht schuldfähig. „Strafrechtliche Verantwortung setzt einen gewissen Entwicklungsstand voraus, der bei Kindern unter 14 Jahren im Regelfall noch nicht vorhanden ist“, so die Einschätzung der Politikerin.

Statt sich mit einer eventuellen Herabsetzung dieser Grenze zu beschäftigen, sollten „wir uns als Gesellschaft fragen (…), warum junge Menschen zu solchen brutalen Verbrechen imstande sind“, fordert Wahlmann. „Das Ziel muss sein, frühzeitig familiäre und persönliche Probleme von Kindern zu erkennen und Hilfen anzubieten, damit solche furchtbaren Taten verhindert werden.“


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Nicht nur NRW, sondern auch in Niedersachsen hat es in jüngster Zeit Tötungsdelikte unter Kindern gegeben. Zuletzt tötete im Januar ein 14-Jähriger einen gleichaltrigen Nachbarn aus Wunstorf. In Salzgitter gab es 2022 einen Fall, bei dem ein 14-Jähriger ein ein Jahr älteres Mädchen tötete. Das Landgericht Braunschweig hatte ihn wegen Mordes zu acht Jahren verurteilt. Ein ebenfalls beteiligter Junge von 13 Jahren kam ohne Strafe davon, weil er noch zu jung war. (mit dpa)