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Ukraine-Flüchtlinge: Viele in Deutschland ahnen noch gar nicht das ganze Ausmaß

EU erwartet jetzt fünf Millionen ukrainische Flüchtlinge

Nach den Worten des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell muss sich Europa auf fünf Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine einstellen.

2015 könnte sich wiederholen: Möglicherweise werden in den nächsten Wochen Zehntausende Wohnungen in Deutschland für Ukraine-Flüchtlinge benötigt. Nach neuesten Prognosen werden bis zu fünf Millionen Menschen vor dem Krieg in die EU flüchten.

Doch manches wird anders sein: Die Betroffenen dürfen sofort arbeiten und werden als Kriegsflüchtlinge direkt anerkannt.

Ukraine-Flüchtlinge: Viele in Deutschland ahnen noch gar nicht das ganze Ausmaß

Doch 2015 ist dennoch eine Warnung: Auch damals gab es in den ersten Wochen eine große Solidaritätswelle, einige Monate später drehte sich die Stimmung in Teilen der Bevölkerung. Und: Es lag keine kräftezehrende Corona-Krise hinter dem Land.

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Mehr zum Ukraine-Krieg:

  • Der Überfall der Ukraine startete am 24. Februar 2022.
  • Die Kampfhandlungen begannen aber bereits 2014 zwischen prorussischen Separisten in den Gebieten Donezk und Luganks und der ukrainischen Armee.
  • Ebenfalls 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim.
  • Auf Seiten Russlands beteiligt sich Belarus am Krieg.
  • Die Ukraine wird mit Waffenlieferungen von NATO-Staaten unterstützt.

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Europa muss sich nach Einschätzung des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell auf fünf Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine einstellen. Das sagte Borrell am Montag nach einem Treffen der EU-Entwicklungsminister.

In Deutschland ist bislang nur ein Bruchteil der Ukraine-Flüchtlinge angekommen

Bislang haben rund zwei Millionen Menschen das Land verlassen. In Deutschland sind nach Angaben der Bundespolizei am Dienstag erst etwa 64.000 Menschen angekommen. Am Montag lag die Zahl bei gut 50.000.

Zwar kommt somit weiterhin nur ein kleiner Teil der Ukraine-Flüchtlinge nach Deutschland, doch ihre Zahl steigt stark an. Die Zahl der Flüchtlinge könne jedoch auch schon weitaus höher sein, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Das ist nicht ganz sicher, weil keine festen Grenzkontrollen an den Binnengrenzen stattfinden.

+++ Ukraine-Krieg im News-Blog +++

Besonders in Berlin sind die Auswirkungen der Fluchtbewegung aktuell spürbar. Die Berliner Landesregierung dringt auf eine bessere Verteilung auf andere Bundesländer.

Die allermeisten Ukraine-Flüchtlinge sind aktuell in Polen gestrandet

Die meisten Ukraine-Flüchtlinge bleiben bislang aber in Polen, der Slowakei, Ungarn, Moldau und Rumänien. Allein in Polen sind es nun schon etwa 1,2 Millionen Menschen.

Ukrainische Kriegsflüchtlinge werden anerkannt: Diese Leistungen bekommen sie

Ukrainische Staatsbürger können visumsfrei nach Deutschland einreisen und sich hier 90 Tage ohne Registrierung aufhalten. Doch nur mit einer solchen Registrierung erhalten sie als Kriegsflüchtlinge die ihnen zustehenden Leistungen.

Darum und um einen besseren Überblick über die Lage zu haben und um Hilfe zielgenauer zu koordinieren, bitten die Behörden um eine Registrierung aller Ukraine-Flüchtlinge.

+++ Kommentar: Ihr wollt keine Energie-Importe mehr aus Russland? Diese Forderung ist naiv! +++

In Deutschland erhalten die Geflüchteten Schutz als Kriegsflüchtlinge, also vorübergehend einen sicheren Aufenthaltstitel. Zudem eine Arbeitserlaubnis und somit Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und die allgemeine medizinische Versorgung, auch wenn sie nicht regulär in einer deutschen Krankenversicherung sind.

Vom Staat nicht abgedeckt sind private Haftpflichtversicherungen oder andere freiwillige Versicherungen.

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Weitere Artikel zum Ukraine-Krieg:

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Flüchtlinge aus der Ukraine: Das sind die Leistungen laut Asylbewerberleistungsgesetz

Alleinstehende erhalten laut Asylbewerberleistungsgesetz seit 1. Januar monatlich 367 Euro. Zum Vergleich: Der Regelsatz bei Hartz 4 liegt bei 449 Euro.

Jugendliche zwischen 14-17 Jahren steht 326 Euro als Hilfe zu, Kinder zwischen 6 und 13 Jahren 283 Euro und Kleinkindern 249 Euro monatlich.

Sofern Vermögen vorhanden ist, müssen die Flüchtlinge zunächst dieses in Anspruch nehmen, bevor sie staatliche Leistungen erhalten.