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Ukraine-Krieg: Nach Deutschlands Kehrtwende – hatte Donald Trump damals doch recht?

Ukraine-Krieg: Nach Deutschlands Kehrtwende – hatte Donald Trump damals doch recht?

Wladimir Putin: Das ist Russlands Machthaber

Die Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz legte am Wochenende eine erstaunliche Kehrtwende hin. Angesichts des Ukraine-Krieges wurden Maßnahmen beschlossen, die der ehemalige US-Präsident Donald Trump schon vor Jahren gefordert hatte.

Deutschland wird nun doch Waffen an die Ukraine liefern und die Bundeswehr aufrüsten. Neben einem 100-Milliarden-Sondervermögen für Investitionen, soll die Truppe bald jährlich mindestens Zuwendungen von mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bekommen.

Der Ukraine-Krieg soll auch zu einem langfristigen Umdenken führen: So will Deutschland unabhängiger werden von Öl und Gas aus Russland.

Ein brisantes Video mit Donald Trump aus dem Jahr 2018 ist nun wieder im Netz aufgetaucht. Hatte er damals doch recht, als er über die Regierung von Angela Merkel meckerte?

Ukraine-Krieg: Hatte Donald Trump damals doch recht, als er über Merkel motzte?

Donald Trump war nicht der erste US-Präsident, der von Deutschland mehr Investitionen in die Bundeswehr forderte. Doch er vertrat diese Position mit besonderer Vehemenz, ohne jede diplomatische Zurückhaltung.

So auch bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Jahr 2018. Bei einem Dinner mit der NATO-Delegation sagte Trump: „Es ist sehr traurig, dass Deutschland einen enormen Öl- und Gas-Deal mit Russland abgeschlossen hat, während ihr gegen Russland beschützt werden sollt und Deutschland geht dahin und zahlt Milliarden über Milliarden jedes Jahr an Russland.“ Das sei „sehr unangemessen“, so Trump.

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Donald Trump kritisierte deutsche Abhängigkeit von Russland – Ukraine-Krieg unterstreicht seine Position

Und weiter motzte Trump: „Hinzu kommt, dass der ehemalige Kanzler von Deutschland der Boss der Gaspipeline-Firma ist.“ Gerhard Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG.

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Ukraine und Russland im Vergleich:

  • Die Ukraine hat rund 41,8 Millionen Einwohner und eine Fläche von 576.800 Quadratkilometern (jeweils abzüglich der von Russland annektierten Krim).
  • Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 155 Milliarden US-Dollar lag die Ukraine im Jahr 2020 auf Platz 58 der Welt.
  • Die Russische Föderation hat eine Bevölkerungszahl von rund 146,8 Millionen sowie eine Fläche von 17.102.344 Quadratkilometern (jeweils mit der annektierten Krim).
  • Das Bruttoinlandsprodukt lag 2019 bei 1.702 Milliarden US-Dollar und damit auf Platz 11 aller Länder weltweit.

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Dann behauptete der heutige Ex-Präsident, dass Deutschland total von Russland kontrolliert werde. Die Abhängigkeit Deutschlands vom russischen Gas sei sehr schlecht für die NATO.

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Zudem meckerte Trump noch, dass Deutschland nur etwas mehr als ein Prozent vom Bruttoinlandsprodukt für das Militär ausgebe, während sein Land 4,2 Prozent investiere. Auch das sei unangemessen und sehr unfair für die amerikanischen Steuerzahler, stellte er fest. Das würde seit Jahrzehnten so laufen, doch andere US-Präsidenten hätten es bislang laufen lassen. Deutschland sei ein reiches Land, es müsse die Militärausgaben sofort und nicht erst bis 2030 deutlich erhöhen.

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Zur Wahrheit gehört aber auch: Auch USA bezieht viel Öl aus Russland

Tatsächlich bezog Deutschland zuletzt rund 55 Prozent seiner Gaslieferungen aus Russland. Jedoch gehört zur Wahrheit auch, dass Russland im Jahr 2021 zeitweise der zweitgröße Öllieferant der USA war. Insofern haben auch die Vereinigten Staaten eine enge wirtschaftliche Verflechtung im Energiesektor mit Russland und finanzieren so indirekt die Kriegskasse von Wladimir Putin.

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Die Ausgaben für die Bundeswehr wurden von 2018 bis 2020 immerhin von 44,7 auf 52,8 Milliarden Euro erhöht. Das ist ein Anstieg von fast 20 Prozent. Lange Jahre davor stagnierten die Ausgaben jedoch tatsächlich.

Hinter Trumps Tiraden gegen Deutschland steckten zudem nicht nur sicherheitspolitische Bedenken, sondern auch wirtschaftliche Interesse, nämlich eine Steigerung des Exports von Fracking-Flüssiggas aus den USA nach Europa.