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Rente: Darum zahlen Menschen aus diesen Regionen mehr Steuern

Durch eine Anfrage des Linke-Abgeordneten Sören Pellmann wird eine himmelschreiende Ungerechtigkeit deutlich. Um was es geht, erfährst du hier.

Rente
© imago/Steinach

Renteneintrittsalter: Wann man in Rente gehen kann

Das Renteneintrittsalter regelt, wann man aufhören kann zu arbeiten. Welche Geburtsjahrgänge wirklich ohne Abzüge in die Rente gehen können, erklärt das Video.

Ob Löhne oder Mieten – auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West zu erkennen. Auch bei der Einkommenssteuer gibt es eine deutliche Ungleichbehandlung. So zahlen ältere Rentner im Osten mehr Steuern als ihre Altersgenossen im Westen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann hervor.

Demnach zahlen Menschen, die 2005 in Rente gingen und eine Standardrente beziehen, im Osten 64 Euro Einkommenssteuer im Jahr, im Westen nichts. Wer 2010 mit einer Standardrente in den Ruhestand ging, zahlt im Osten 217 Euro an Einkommensteuer pro Jahr. Im Westen nur 128 Euro. Bei Renteneintritt 2015 müssen im Osten 344 Euro und im Westen 308 Euro im Jahr gezahlt werden.

Rente: Ab 2020 müssen Rentner im Westen mehr Einkommensteuer zahlen

Ab 2020 dreht sich jedoch das Verhältnis. Rentner im Westen zahlen seitdem mehr Einkommensteuer als im ihre Altersgenossen im Osten. Bei einem Rentenstart 2023 zahlen ostdeutsche Standardrentner 567 Euro, westdeutsche 587 Euro jährlich.

Warum ist das so? Hintergrund ist eine schrittweise Umstellung der Besteuerung seit 2005. Beiträge zur Rentenversicherung werden nach und nach steuerfrei, dafür wird später die Auszahlung besteuert. Zu Beginn der Umstellung wurden Freibeträge berechnet, die über die Jahre unverändert bleiben. Da Ost-Rentner noch vor einigen Jahren deutlich geringere Renten als West-Ruheständler bezogen haben, war auch der Freibetrag deutlich geringer.



In den vergangenen Jahren stiegen die Renten im Osten jedoch stärker als im Westen, um die Werte anzugleichen. Dadurch wuchs bei gleichbleibendem Freibetrag der Anteil der Rente, der besteuert wird – und zwar im Osten schneller als im Westen. Linke-Politiker Pellmann nennt es einen Treppenwitz, dass die Ungerechtigkeit (niedrigere Renten als im Westen) heute faktisch auch noch zu höheren Steuern für Rentner im Osten führe.