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Putin: Neue Volksumfrage – die Mehrheit der Russen hat erstaunlichen Wunsch

Anfangs gab es heftige Proteste gegen den Krieg, den Putin seinem Land bescherte. Doch das Blatt der Russen scheint sich gewendet zu haben.

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Putin "megaaktiv": Kreml dementiert Doppelgänger-Gerüchte

Der Kreml hat Vermutungen zurückgewiesen, dass sich Wladimir Putin bei offiziellen Auftritten von Doppelgängern vertreten lasse. Der russische Präsident sei "megaaktiv".

Bei Beginn des Krieges im Februar 2022 waren Europa und die ganze Welt schockiert. Nicht weniger überrascht war der Großteil des russischen Volks – auch die Russen hatten nicht damit gerechnet, dass es so weit kommen würde und lauschten bestürzt der Rede Putins. Dieser verkündete „die militärische Spezialoperation“ gegen die Ukraine. So bezeichnet der Kreml den Krieg bis heute. Noch in der Nacht der Verkündung kam es zu den ersten Protesten gegen das Vorhaben. Am 24. Februar 2022 griff Russland die Ukraine an.

Tausende, vor allem junge Leute, gingen in Russland gegen den Krieg, den der Kreml ihnen aufzwang, auf die Straße. Sie hatten Schilder in den Händen, auf denen „Nein zum Krieg“ und „Putin soll weg“ stand. Ein mutiger Akt in Anbetracht dessen, dass Demonstrationen, die gegen die Regierung gehen, in Russland nicht geduldet werden. Es gab Festnahmen, Freiheitsberaubungen, unrechtmäßiges Verhalten gegenüber friedlich Demonstrierenden.

Putin schüchtert eigenes Volk ein

Bis in den März hinein gab es Proteste. Marina Owsjannikowa sprang in das Bild der Kamera einer russischen Liveshow und hielt ein Schild in die Luft: „Kein Krieg. Stoppt den Krieg. Glauben Sie nicht der Propaganda.“ Putin verschärfte daraufhin die Gesetze. Viele Menschen verließen das Land, andere verstummten oder führten ihren Protest in stillerer, weniger gefährlicher Weise fort.

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Doch mittlerweile hat sich die Stimmung in Russland geändert. Das unabhängige Institut zur Meinungsforschung, das „Lewada-Zentrum“, fand heraus, dass 75 Prozent der Befragten dem Vorgehen in der Ukraine zustimmen. In Moskau ist die Zustimmung höher, etwa 80 Prozent sind mit dem Vorgehen gegen die Ukraine einverstanden. Vor allem Männer seien dieser Meinung. Unter den Menschen, die das Fernsehen als Hauptinformationsquelle angeben, sind es sogar 86 Prozent. Trotz dieser Werte ist die Mehrheit der Befragten für Friedensgespräche und für ein Ende des Krieges.

Expertin ordnet Umfrage-Ergebnis ein

Die Russlandkorrespondentin Ina Ruck gab im ARD zu bedenken, dass es schwer sei, im jetzigen Zustand Russlands verlässliche Aussagen zu treffen. Es sei „ein Land, wo es dich im Zweifel ins Gefängnis bringt, wenn du was Falsches sagst. Und dann sollst du einem Soziologen, am Telefon möglicherweise, sagen, wie du den Krieg findest.“ Sie glaube, dass ein großer Teil der Menschen auf solche Anfragen der Meinungsforscher gar nicht antworte, oder etwas Falsches sage, um sich zu schützen.



Ihrem Eindruck nach, sei tatsächlich die Mehrheit der Russen für das Verhalten ihrer Politik in der Ukraine – wie viele es tatsächlich seien, sei aber schwer einzuschätzen. Hinzu kommen die oft propagandistischen Quellen. Dazu ein ambivalentes Gefühl zwischen Empathie zu den Betroffenen und dem Gefühl, das eigene Land schützen zu müssen.