Olaf Scholz: Mann fühlt sich abgehängt – er konfrontiert den Kandidaten und erhält diese Antwort

Olaf Scholz: Führt er die SPD zurück ins Kanzleramt?

Olaf Scholz: Führt er die SPD zurück ins Kanzleramt?

Schafft es Olaf Scholz als SPD-Spitzenkandidat die Partei zurück ins Kanzleramt zu führen?

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Holger kommt aus Gütersloh. Er ist 32 Jahre alt, arbeitet Vollzeit und verdient 1.100 Euro netto im Monat. Er sieht seine Generation abgehängt. Mit Hartz IV, Dumpinglöhnen, befristeten Verträgen und Leiharbeit laufe eine ganze Generation sehenden Auges in die Altersarmut. Es ist ein düsteres Bild, das der junge Mann zeichnet. „Was wollen Sie als Bundeskanzler dagegen machen? Warum soll ich SPD wählen“, will er von Olaf Scholz wissen.

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat im „WDR 2 Morgenmagazin“ Fragen von Hörerinnen und Hörern beantwortet. Holger ist einer von ihnen.

Olaf Scholz will Mindestlohn von zwölf Euro

Olaf Scholz hat es sich in diesem Wahlkampf auf die Fahne geschrieben, dass jeder von seiner Arbeit ohne zusätzliche Unterstützung leben können muss. Welche Antwort gibt er Holger, der 1.100 Euro netto verdient?

Olaf Scholz sagt im „WDR 2 Morgenmagazin“: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Löhne im unteren Bereich steigen.“ Deshalb setze er sich dafür ein, dass der Mindestlohn auf zwölf Euro steigt. Jeder sollte es schaffen können, im Alter nicht auf Grundsicherung angewiesen zu sein. Wer heute wenig verdient, soll künftig mehr bekommen und auch mehr Sicherheit im Alter, so Scholz.

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Mehr über SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz:

  • Der 63-Jährige will Merkel-Nachfolger werden.
  • Zuvor war der Bundesfinanzminister bereits Erster Bürgermeister von Hamburg (2011-2018) und Bundesminister für Arbeit und Soziales (2007-2009).
  • Olaf Scholz wuchs mit zwei jüngeren Brüdern in der Hansestadt Hamburg auf.
  • Er ist mit der SPD-Landesministerin Britta Ernst verheiratet. Das Paar hat keine Kinder und lebt in Potsdam.

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Er betont im „WDR 2 Morgenmagazin“: „Wir müssen sicherstellen, dass das sehr schnell und klar kontrolliert wird und umgesetzt wird.“ Zudem brauche es ordentliche Tariflöhne, die darüber liegen. Seine geplante Mindestlohnerhöhung würde für zehn Millionen Bürgerinnen und Bürger einen besseren Lohn bedeuten, so der Kanzlerkandidat.

Olaf Scholz: „Auch ein bisschen teurer“

Moderatorin Sabine Heinrich merkt im Verlauf der Sendung an, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm so einiges ausgeben möchte. „Wem werden Sie dafür die warme Decke wegziehen?“, will sie von Olaf Scholz wissen.

„Es ist nicht immer so, dass jemandem die warme Decke weggezogen werden muss, wenn es gerecht zugehen soll“, kontert Scholz. Dann sagt er aber auch, dass, wenn wir höhere Löhne im Lebensmittelgeschäft, in der Altenpflege oder in der Gastwirtschaft zahlen, das auch „ein bisschen teurer“ werde. Es sei aber für uns all wichtig, dass wir nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten sind, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, so Scholz.

„Leuten mit normalem Einkommen“ – Scholz fasst darunter Singles, die brutto weniger als 100.000 Euro im Jahr verdienen – verspricht der Kanzlerkandidat, dass es eine Steuerentlastung geben soll. Das gehe natürlich nur, wenn die, „die sehr, sehr viel verdienen, etwas mehr zahlen“. Wer also zum Beispiel so viel verdiene wie ein Bundesminister, der müsse dann schon mehr zahlen. Auf Nachfrage von Sabine Heinrich sagt Scholz, wie viel er verdient: „200.000 Euro im Jahr“.

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Ob Holger aus Gütersloh mit diesen Antworten von Olaf Scholz zufrieden ist, erfahren die Hörerinnen und Hörer nicht.

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