Karl Lauterbach: ZDF-Sendung erhebt Vorwürfe – hat er HIER völlig übertrieben?

Karl Lauterbach: Vom Corona-Mahner zum Gesundheitsminister

Karl Lauterbach: Vom Corona-Mahner zum Gesundheitsminister

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist er einer der bekanntesten Politiker Deutschlands. Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Seit sich das Coronavirus immer breiter in Deutschland ausgebreitet hat, war Lauterbach Dauergast in den Talkshows von ARD und ZDF. Wir stellen dir den SPD-Politiker vor.

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Hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach übertrieben Omikron-Alarm geschlagen? Scheinbar hat er die Lage zwischen den Jahren deutlich dramatischer dargestellt, als sie tatsächlich war

Die ZDF-Sendung „Berlin direkt“ erhebt schwere Vorwürfe gegen Karl Lauterbach.

Karl Lauterbach: ZDF erhebt schwere Vorwürfe – hat er maßlos übertrieben?

Zwischen Weihnachten bis über Neujahr war unklar, wie die Corona-Lage in Deutschland aussieht. Es wurde weniger getestet, Arztpraxen waren im Urlaub, Labore waren während der Feiertage unterbesetzt. Das Robert-Koch-Institut rechnete zudem mit einem deutlichen Meldeverzug durch Behörden. Die gemeldeten offiziellen Zahlen seien kaum aussagekräftig.

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Mehr über Karl Lauterbach:

  • Der 58-Jährige ist seit Dezember 2021 Bundesgesundheitsminister.
  • Der Mediziner ist Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität zu Köln.
  • Seit 2005 sitzt der SPD-Politiker im Bundestag.
  • Lauterbach war früher CDU-Mitglied.
  • Früher war eine Fliege sein modisches Markenzeichen.

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Deutschland im Omikron-„Blindflug“: Karl Lauterbach gibt düstere Prognose ab

Deutschland befand sich also erneut in einem „Blindflug“ zwischen den Jahren, räumte Gesundheitsminister Karl Lauterbach ein. Ausgerechnet zu dem Zeitraum, in dem mit dem Eintreffen einer neuen Omikron-Welle gerechnet wurde und die Debatte über neue Maßnahmen Fahrt aufnahm.

Trotz der unklaren Corona-Zahlen zwischen den Jahren äußerte Karl Lauterbach auf einer Pressekonferenz eine düstere Schätzung. Er sprach davon, dass „die tatsächliche Inzidenz derzeit zwei- bis dreimal so hoch ist, wie die ausgewiesene Inzidenz“.

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Karl Lauterbach: Seine Horror-Prognose scheint deutlich übertrieben gewesen zu sein

Tatsächlich steigt die 7-Tage-Inzidenz seit Jahreswechsel deutlich, doch die Prognose von Karl Lauterbach scheint stark übertrieben gewesen zu sein. Während das RKI für Neujahr eine 7-Tage-Inzidenz von 240,8 angab, liegt sie nun bei 375,7. Ein klarer Anstieg, der auch mit dem Meldeverzug zwischen den Jahren zu tun haben könnte. Aber eben keine Verdopplung oder gar Verdreifachung!

Hinzu kommen natürlich, wie seit Beginn der Pandemie, unerkannte Corona-Fälle. Bei Omikron gibt es offenbar mehr symptomlose und sehr milde Verläufe, die deswegen nicht registriert werden. Doch als Maßstab zur Vergleichbarkeit kann nur die vom RKI veröffentlichte 7-Tage-Inzidenz herhalten.

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Corona-Experte kritisiert Karl Lauterbach: „Kühne“ Prognose

Die ZDF-Sendung „Berlin direkt“ kommt zu dem Ergebnis: „So düster, wie der Gesundheitsminister die Lage eingeschätzt hat, war sie wohl nicht.“ Im Interview mit dem ZDF kritisiert Professor Bertram Häussler, Direktor des Gesundheitsinstituts IGES, ebenfalls die Einschätzung von Lauterbach. Er halte es für „kühn“, davon auszugehen, dass es zwei- bis dreimal so viele Corona-Fälle in Deutschland gibt. „Datenlücken sind Glaubwürdigkeitslücken“, so Häussler.

Kanzler Olaf Scholz erklärte mittlerweile: Die Lage sei, „durch all die Maßnahmen, die wir ergriffen haben“, besser als man befürchten müsste.