Corona: Biontech produziert Omikron-Impfstoff ++ SPD legt Zeitplan für Impfpflicht vor

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen nach den Feiertagen stiegen zwar stetig, und dennoch: Die befürchtete wuchtige Omikron-Welle ist in Deutschland bislang aber nicht eingetroffen. Doch die Bundesregierung geht weiter von heftigen Szenarien aus, die auf das Land zukommen könnten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht sogar davon aus, dass sich im März die Hälfte der Europäer mit Omikron infiziert haben könnten. Das Unternehmen Biontech produziert derweil einen Omikron-Impfstoff.

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Corona-Lage in Deutschland laut RKI (Stand 11. Januar):

  • 7-Tage-Inzidenz: 387,9
  • Neue Covid-19-Fälle: 45.690
  • Todesfälle insgesamt: 114.351
  • Anteil der Menschen mit mindestens einer Impfung: 74,7 Prozent
  • Anteil der Menschen mit Booster-Impfung: 43,5 Prozent

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Corona-Newsblog: Deutschland erwartet die Omikron-Welle

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11. Dezember 2022

21.30 Uhr: Zeitplan für Entscheidung über Impfpflicht

Die SPD will Ende Januar einen konkreten Vorschlag für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland machen. Unmittelbar nach der ersten „Orientierungsdebatte“ im Bundestag, die in zwei Wochen stattfinden soll, würden Abgeordnete der SPD Eckpunkte für einen Gesetzentwurf vorlegen, sagte Fraktionschef Rolf Mützenich am Dienstag in Berlin. Sie sollen dann Grundlage für einen Gruppenantrag zusammen mit Parlamentariern anderer Fraktionen sein. Bis zu einer Entscheidung im Bundestag sollte sich das Parlament danach nicht länger als zwei Monate Zeit lassen, meinte Mützenich: „Wir werden das im März abgeschlossen haben, ganz klar.“

21.15 Uhr: Biontech und Pfizer produzieren an Omikron angepassten Impfstoff

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen. Das teilte Biontech-Chef Ugur Sahin am Dienstag auf einer Gesundheitskonferenz der US-Bank J.P. Morgan mit. Ende Januar werde eine klinische Studie zu dem Impfstoff beginnen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen.“

16.14 Uhr: Prognose: Hälfte Europas könnte in acht Wochen mit Omikron infiziert sein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt unter Berufung auf eine Hochrechnung davor, dass sich in zwei Monaten schon über die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben könnten. Omikron stelle eine Flutwelle dar, die von West nach Ost über die europäische Region hinwegfege und zu dem Anstieg der Delta-Zahlen hinzukomme, den die Länder bis Ende 2021 erlebt hätten, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen.

Angesichts des aktuellen Ausbreitungstempos prognostiziere das Forschungsinstitut IHME anhand von Modellrechnungen, dass sich mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in der Region in den nächsten sechs bis acht Wochen mit Omikron infiziert haben könnten. In einem Bericht heißt es: „Wir rechnen damit, dass sich in den nächsten 6-8 Wochen mehr als 50 Prozent der EURO-Bevölkerung mit Omikron infizieren werden.“

12.35 Uhr: Fast jeder vierte PCR-Test mittlerweile positiv – Höchstwert!

Fast jeder vierte PCR-Test in Deutschland ist Anfang Januar positiv ausgefallen. Das ist ein neuer Höchstwert, der ein Indikator für die hohe Ausbreitung der Omikron-Virusvariante und eine hohe Dunkelziffer sein könnte.

In der Woche vom 3. bis 9. Januar fielen 23,4 Prozent der PCR-Tests positiv aus. Zum Vergleich: In der Woche 20. bis 26.12. waren es nur 16,4 Prozent.

6.25 Uhr: Enthüllung! Bundesregierung bereitet sich auf DIESE Extremsituation vor

Die Bundesregierung bereitet sich nach Informationen von ntv und RTL auf eine extreme Corona-Krisensituation vor. Den Sendern liegt ein Gesprächsprotokoll von einem Treffen der Spitzen verschiedener Hilfsorganisationen und dem Kanzleramt vor. Auch General Carsten Breuer, der Leiter des Corona-Krisenstabes, werde in dem Protokoll zitiert.

Demnach geht die Regierung weiter von einer heftigen Omikron-Welle aus. In einem Bestcase-Szenario, also im besten Fall, ist von einer Inzidenz unter 1500 die Rede. Diese Welle könne vier bis sechs Wochen anhalten, „abhängig von der Höhe des Peaks“.

In einem Worstcase-Szenario, also im schlimmsten Fall, hält die Krisenrunde eine Inzidenz von 2000 bis 4000 für möglich. Durch regionale Hotspots sei so eine hohe Belastung in den Kliniken möglich, dass das „Kleeblatt-Prinzip“, also die Aufteilung von Intensivpatienten im ganzen Land, nicht mehr umsetzbar sei. Die Bundesregierung geht von einer Krise von zwei bis drei Wochen in diesem Szenario aus, berichten RTL und ntv.

6.10 Uhr: Kommt die Impfpflicht nur für Menschen über 50?

Abgeordnete von CDU und CSU bereiten einen Gesetzesvorschlag für eine altersabhängige Impfpflicht vor. Die Gruppe aus Gesundheits- und Rechtspolitikern der Fraktion will eine Impfpflicht für Menschen über 50 Jahre einführen. „Unser Ziel ist es, einen eigenen Unionsantrag auf den Weg zu bringen“, sagte der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die Position der Unionsleute käme der des FDP-Gesundheitspolitikers Andrew Ullmann nahe, der ebenfalls eine altersabhängige Regelung für die Gruppe über 50 wie in Italien angeregt hatte. Er will eine Stufenregelung: „In einem ersten Schritt könnte eine verpflichtende Impfaufklärung für alle stehen, möglichst durch Ärzte in den Impf- oder Testzentren“, sagte er der „Welt“. „Wenn wir danach sehen, dass die Impfquote nicht signifikant steigt, könnte ein nächster Schritt eine Impfpflicht beispielsweise für Menschen ab 50 Jahren sein.“

Auch im Ethikrat, der eine Impfpflicht empfohlen hatte, gab es in dem Mehrheitsvotum zwei Positionen zum Ausmaß: für alle ab 18 oder nur für Ältere und Vorerkrankte.

10. Dezember 2022

17.15 Uhr: 200 Dosen abgelaufener Impfstoff verabreicht

In Leverkusen wurden Bürgerinnen und Bürger mit bereits abgelaufenem Corona-Impfstoff an Bürger geimpft. Betroffen seien 199 Impfungen am 4. und 6. Januar, teilte die Stadt am Montag mit. Wie sich herausgestellt habe, sei der Impfstoff des Herstellers Moderna zu diesem Zeitpunkt schon zwei, beziehungsweise vier Tage abgelaufen gewesen.

Die Panne sei am Freitag bei der Überprüfung einer Impfstelle in der Innenstadt aufgefallen. „Die Ursache für die fehlerhafte Nutzung des Impfstoffs liegt in einer falschen Zuordnung des Mindesthaltbarkeitsdatums anhand des Lieferscheins, die im Rahmen der Lieferkette durch die beteiligten Dienstleister entstanden ist“, erklärte die Stadt. Es sei aber medizinisch alles unbedenklich, heißt es seitens der Stadt weiter. Alle geimpften Personen seien kontaktiert worden. Ihnen wurde angeboten, einen Antikörper-Test durchzuführen.

7.10 Uhr: Deltacron – Neue gefährliche Corona-Variante aufgetaucht?

Forscher in Zypern haben anscheinend eine neue Virusvariante ausgemacht. Es handelt sich dabei offenbar um eine Mutation aus Delta und Omikron. Infizierte hatten sich mit Delta und Omikron infiziert, wobei sich scheinbar die Erbsubstanzen der Varianten miteinander kombinierten, melden die Wissenschaftler.

Der Molekularbiologe und Virologe Leondios Kostrikis von der Universität Zypern nannte die Entdeckung dieses Virenstrangs „Deltacron“.

Zweifel an der Entdeckung äußerte aber der britische Virologe Tom Peacock. Er hält es für möglich, dass der Befund durch Verunreinigungen im Labor entstanden sein könnte. Peacock begründet diese Annahme damit, dass sich die Sequenzen nicht auf einem phylogenetischen Baum gruppierten.

+++ Corona-Gipfel wegen Omikron: Neuer Hammer-Beschluss – dafür Lockerung an anderer Stelle +++

6.45 Uhr: Karl Lauterbach gegen Durchseuchung mit Omikron

Erneut warnte Gesundheitsmininister Karl Lauterbach davor, die Omikron-Variante zu unterschätzen. „Wir können das nicht durchlaufen lassen“, so Lauterbach im „Bericht aus Berlin“. In der ARD-Sendung sprach der Minister sich deutlich gegen eine Durchseuchung mit Omikron aus, das wäre zu riskant: „Wir haben Grund zur Annahme, auch auf der Grundlage neuer Daten aus den Vereinigten Staaten, dass die Ungeimpften durchweg auch schwerer erkranken. Das wird auch dazu führen, dass auf den Intensivstationen viele Ungeimpfte behandelt werden müssen.“

6.20 Uhr: Impflicht-Debakel für Scholz droht – Versprechen nicht zu halten?

Nach Informationen des „Tagesspiegel“ wird die von Bundeskanzler Olaf Scholz angestrebte Einführung einer Impfpflicht Anfang März voraussichtlich scheitern. Dieser Termin sei nicht mehr zu halten, meldet das Blatt und beruft sich auf Koalitionskreise.

+++ Karl Lauterbach: Pflegekräfte sind auf 180 – „Wirklich schäbig“, „Heuchler“ +++

Hintergrund seien der Zeitplan des Bundestags und Bundesrats sowie komplizierte juristische Fragen. Für den 26. oder 27. Januar ist zunächst eine Orientierungsdebatte im Bundestag vorgesehen. Im Februar soll es wegen Karneval aber nur eine einzige Sitzungswoche in Berlin geben, so dass eine Bundestagsentscheidung frühestens ab dem 14. März möglich wäre. Der Bundesrat trifft sich danach regulär erst wieder am 8. April.

Ohne Sondersitzungen von Bundestag und Bundesrat wäre somit das Inkrafttreten einer Impfpflicht vor Mai nicht möglich. Weiter schreibt der „Tagesspiegel“, dass sich der Zeitplan weiter nach hinten verschieben könnte, wenn parallel noch ein zentrales Impfregister aufgebaut werden soll.

In diesem Fall könnte sich die Einführung der Impfpflicht sogar auf Juni verschieben.