Jan Böhmermann poltert plötzlich gegen SIE: „SuperRTL-sozialisierte Jammerlappen“

Jan Böhmermann hat auf Twitter ordentlich ausgeteilt. Grund dafür ist eine Forderung der FDP an den Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk. (Archivbild)
Jan Böhmermann hat auf Twitter ordentlich ausgeteilt. Grund dafür ist eine Forderung der FDP an den Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Future Image

Jan Böhmermann hat auf Twitter kräftig ausgeteilt. Grund ist eine Forderung, welche die FDP auf ihrem Parteitag am Wochenende in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen hatte.

Der sah eine Beschneidung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) vor, was nicht nur dem ZDF-Magazin-Royale-Moderator sauer aufstieß. Auch der Journalistenverband hatte sich zum FDP-Vorstoß kritisch geäußert. Jan Böhmermann schien jedoch nur noch rot zu sehen – mit wütenden Worten feuerte er eine Schimpftirade nach der anderen über die Liberalen in den Sozialen Netzwerken ab.

Jan Böhmermann: FDP-Antrag bringt ihn auf die Palme

Jan Böhmermann ist nicht gerade zimperlich. Das hat der Entertainer und Satiriker bereits mehrfach unter Beweis gestellt – am eindrucksvollsten wohl mit seinem Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Damals löste er eine regelrechte Staatskrise zwischen Deutschland und der Türkei aus.

Zumindest andere Staaten ließ Böhmermann bei seinem neuerlichen Twitter-Angriff aus dem Spiel. Dafür traf es die FDP mit voller Breitseite.

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Das ist Jan Böhmermann:

  • geboren am 23. Februar 1981 in Bremen
  • er ist Satiriker, Moderator, Autor, Produzent, Musiker und Journalist
  • er moderierte viele Jahre das Neo Magazin Royale bei ZDF Neo

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Die Liberalen hatten auf ihrem Parteitag mit knapper Mehrheit einen Änderungsantrag beschlossen, der den ÖRR reformieren sollte. Er solle unter anderem moderner und schlanker werden, einen Fokus auf Nachrichten, Kultur, politische Bildung und Dokumentation setzen. Langfristig soll dadurch auch der Rundfunkbeitrag sinken.

Populismus-Vorwürfe an FDP

Im Netz wurden daraufhin Populismus-Vorwürfe laut, auch vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV). DJV-Vorsitzender Frank Überall erklärte in einer Pressemitteilung: „Eine Reduzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf ein Nischenangebot ist verfassungswidrig.“ Zudem sei die Rundfunkpolitik bei den Bundesländern angesiedelt, der Bundestag sei überhaupt nicht zuständig.

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Auf Twitter fragte der Verband: „Warum machen sich Liberale gemein mit AfD und Konsorten?“ Die AfD hatte sich in der Vergangenheit immer als einer der stärksten Gegner des Rundfunkbeitrags positioniert.

Böhmermann poltert im Netz los

Die Kritik vom DJV wirkte verglichen mit den Worten von Böhmermann jedoch wie ein blasser Schuljunge. „Böhmi ist ein Verfechter eines starken und unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der die privatwirtschaftlich dominierte duale Medienlandschaft in Deutschland kraftvoll ergänzt, Ihr kleinen #AfDP-Spinner (kein Gendern nötig)“, polterte der ZDF-Moderator am Sonntag los und verwob dabei die beiden Partei AfD und FDP in einen Hashtag.

Weiter schreibt Böhmermann: „Wenn das Erstbeste, was den ganzen angespitzten Jungunternehmern hier beim Thema ‚ÖRR reformieren‘ einfällt, dass missliebigen Inhalten im ÖRR das Geld gekürzt werden soll“, dann sei es mit der AfDP „wohl doch nicht so weit hergeholt, gell?“ Noch einmal tritt Böhmermann nach, und wendet sich an die „SuperRTL-sozialisierten AfDP-Jammerlappen“: „Alle einfach weitergehen bitte.“

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Auch am Montag schien die Wut über den FDP-Antrag noch nicht verflogen bei Jan Böhmermann. Er postete ein Bewegtbild von Christian Lindner und schrieb darüber, er wolle sich „im Bundestagswahlkampf 2021 gerne mit AfD-Positionen an die AfD-Klientel ranschmeißen, aber wenn mich jemand ertappt und drauf anspricht, will ich gerne superbeleidigt reagieren“.

FDP-Politiker sauer über Böhmermann Tweet: „intellektuell erbärmlich“

Die Liberalen finden den Angriff verständlicherweise wenig amüsant. So antwortet FDP-Bundesvorstandsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sie würde „gerne sachlich über Inhalte debattieren“, sie sei „jederzeit offen für Kritik“.

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Kritik zu üben, ohne den Antrag des Bundesparteitages überhaupt zu kennen sei allerdings „genauso intellektuell erbärmlich wie die Nutzung des Begriffs #AfDP“. Ähnlich angesäuert kommentierte Marco Buschmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP. Er nannte Böhmermanns Beitrag „niveaulos“ und „populistisch“. (dav)