Veröffentlicht inPolitik

Hartz 4: Erschreckender Effekt kommt ans Licht – „Kultur des Misstrauens“

Scholz kündigt Entlastungen im Volumen von 65 Milliarden Euro an

Strompreisbremse, Steuerentlastungen, Bürgergeld, höheres Kindergeld: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in Berlin das dritte Entlastungspaket des Bundesregierung vorgestellt.

Mit dem Ende des Jahres 2022, endet auch Hartz 4! Was für die einen Grund zur Freude ist, ist für die anderen lediglich ein Etikettenwechsel.

Mit dem Übergang von Hartz 4 zum Bürgergeld soll alles besser werden. Zumindest versprachen und versprechen das fortwährend die Spitzen der Regierung. Doch bei genauerer Betrachtung kommen Zweifel auf. Sanktionen beispielsweise sollen weiterhin bestehen bleiben. Auch wenn diese, wie nun eine Studie zeigt, eine verheerende Wirkung haben.

Hartz 4: Sanktionen verfehlen ihre Wirkung

Hartz 4-Sanktionen verfehlen ihre Wirkung. Das ist das Ergebnis der vom Berliner Institut für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung (INES) im Auftrag des Vereins „Sanktionsfrei“ erstellten dreijährigen Langzeitstudie. Sie trägt den den Titel „Hartz Plus“.

Sie hätten einen einschüchternden Effekt. „Sie verursachen fast immer eine Kultur des Misstrauens“, sagte die Gründerin des Vereins „Sanktionsfrei“, Helena Steinhaus.

Sanktionen wirkten stigmatisierend und demotivierend. Deshalb würde sich auch in vielen Fällen die gesundheitliche Situation verschlechtern, wie der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher mitteilt.

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Twitter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Hartz 4: Sanktionen stelle „tiefschwarze Rohrstockpädagogik“ dar

„Sanktionen haben nachweislich keinen erzieherischen Effekt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. Sie stellten eine „tiefschwarze Rohrstockpädagogik“ dar.

+++ Hartz 4: Wird das neue Bürgergeld die Menschen faul machen? „Nicht-Arbeiten lohnt sich mehr“ +++

Deshalb fordern der Verein Sanktionsfrei, das DIW und der Paritätische Gesamtverband eine Reform der Grundsicherung. Die bisher vorgestellten Pläne der Ampelkoalition für ein Bürgergeld seien unzureichend, lautete die gemeinsame Kritik.

Hartz 4: Auch beim Bürgergeld kann bis zu 30 Prozent gekürzt werden

Der vorliegende Gesetzesentwurf der Regierung für das neue Bürgergeld gibt den Jobcentern weiterhin die Möglichkeit, mit Sanktionen bei Verstößen den Regelsatz um bis zu 30 Prozent zu kürzen.

——-

Mehr Politik-News

Kommt AfD hier an die Macht? „Ich schäme mich für Dummheit einiger weniger Mitbürger“

Ukraine-Krieg: Spott für russische Soldaten! Darum rennen sie jetzt davon

Hartz 4-Nachfolge: So hoch soll das neue Bürgergeld ab Januar 2023 sein

——-

Laut Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit lebten im Juli 2022 rund 5,6 Millionen Personen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften, unter ihnen rund 1,75 Millionen Kinder. (jfo)