Veröffentlicht inPolitik

AfD: Kommt sie hier an die Macht? „Ich schäme mich für Dummheit einiger weniger Mitbürger“

AfD: Kommt Partei hier an die Macht? „Ich schäme mich für Dummheit einiger weniger Mitbürger“

© IMAGO / Christian Spicker

Linke und Rechte demonstrieren in Leipzig gegen hohe Energiepreise

In Leipzig haben am Montagabend mehrere tausend Menschen gegen die hohen Energiepreise demonstriert. An einer Kundgebung und einem Aufzug der Linkspartei nahmen nach Schätzungen von Beobachtern mehr als 2000 Menschen teil. Zeitgleich protestierten in unmittelbarer Nähe rund 1000 Anhänger rechter Gruppierungen wie der rechtsextremen Kleinpartei Freie Sachsen.

In keiner der rund 80 deutschen Großstädte regiert ein Oberbürgermeister aus der AfD. Zum Glück, sagen viele. Doch dies könnte sich nun ändern.

Denn nach der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus am vergangenen Sonntag (11.09.) ging neben dem SPD-Politiker Tobias Schick (41) auch der AfD-Politiker Lars Schieske (45) als Sieger hervor. Beide stehen nun in der Stichwahl am 09.10.

Rund 79.000 Wahlberechtigte werden dann aufgerufen sein über die Zukunft der 100.000-Einwohner-Stadt zu entscheiden.

AfD: 2019 ging die Partei noch als Sieger bei der Kommunal- und Landtagswahl hervor

Ein AfD-Oberbürgermeister? Das wäre ein Novum, welches sich jedoch bereits in der Vergangenheit für Cottbus andeutete. Bei der Kommunal- und Landtagswahl 2019 ging die Cottbuser AfD, vor SPD und CDU, als Sieger hervor.

Der AfD-Politiker Lars Schieske schaffte es in die Oberbürgermeister-Stichwahl. Wird er der nächste Bürgermeister von Cottbus?
Der AfD-Politiker Lars Schieske schaffte es in die Oberbürgermeister-Stichwahl. Wird er der nächste Bürgermeister von Cottbus?
Foto: IMAGO / Christian Spicker

Umso überraschender, dass in der ersten Runde des Oberbürgermeister-Krimis der SPD-Bewerber Schick mit 31,8 Prozent vorne lag. Sein Kontrahent von der AfD Schieske kam auf 26,4 Prozent.

+++ „Hart aber fair“: Grünen-Minister wird überheblich – Zuschauer schlackern mit den Ohren +++

Die Wahlbeteiligung lag bei 53,3 Prozent – damit stimmten rund vier Prozent mehr als bei der vorherigen Oberbürgermeisterwahl 2014 ab.

SPD: Wir brauchen nicht nur Protest, sondern wollen nach vorn kommen

Er sei dankbar, als erster über die Ziellinie gegangen zu sein, ließ Schick die „Deutsche Presse-Agentur“ wissen. „Ich weiß natürlich auch, was das bedeutet, dass die AfD mit in die Stichwahl gekommen ist. Deshalb geht es wirklich darum zu vermitteln: Wie können wir in Cottbus gemeinsam die Zukunft gestalten? Wir brauchen nicht nur Protest, sondern wir wollen nach vorn kommen“, so der SPD-Kandidat, der bisher als Geschäftsführer des Stadtsportbundes tätig ist.

+++Putin: Bundeswehr-Chef warnt vor russischem Gegenschlag – an der Ostsee!+++

Auch die AfD freut sich über den Einzug in die Stichwahl. „Wir sind in der Stichwahl, das ist schon erst mal ein großer Erfolg“, sagte der Berufsfeuerwehrmann Schieske. „Wir haben gezeigt, dass wir die Leute an die Urne bringen können.“

AfD: Mitglieder aus Partei und Fraktion werden als Rechtsextremisten eingestuft

Im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Partei und der Landtagsfraktion wird Schieske bisher nicht vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Schieske habe dennoch Verbindungen in die rechte Szene. Er selbst bezeichne sich als Mitbegründer des Treffpunkts „Mühle“ in der Innenstadt. Der Verfassungsschutz nennt diesen Treffpunkt ein rechtsextremistisches Szeneobjekt.

——-

Mehr Politik-News

Ukraine-Krieg: Spott für russische Soldaten! Darum rennen sie jetzt davon

Rente: Frau bekommt weniger als 1000 Euro – trotzdem lebt sie in Saus und Braus

Hartz 4: Jobcenter-Mitarbeiterin : Irrsinnige Enthüllung – „Die Leute lachen mich doch aus“

——-

Dass sich deswegen Unmut breit macht, liegt auf der Hand. „Ich bin Brandenburger und schäme mich für die Dummheit einiger weniger Mitbürger in Ostdeutschland“ ließ ein Nutzer auf Twitter seiner Empörung freien Lauf.

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Twitter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Auch andere Nutzen ließen sich fassungslos ein:

  • „Was in aller Welt ist denn da in Sachsen los? Ein Bürgermeister der AfD in Cottbus? Und die CDU unter Kretschmer sieht zu? Haben wir denn die Lausitz bereits als Teil unserer Republik aufgegeben?“
  • „Ich erinnere mich an die Zeiten, wo man mir gesagt die AfD, dass sind ungefährliche Spinner. Es tut weh, dass sie sich so stark etablieren konnten.“
  • In meiner Heimatstadt Cottbus wählen über ein Viertel der Wähler*innen einen rechtsextremen Kandidaten. Es bleibt zu hoffen, dass die anderen drei Viertel jetzt zusammenstehen und die Demokratie stärken.

(jfo)