Anne Will (ARD): Sahra Wagenknecht bläst AfD-Chef den Marsch – „Widerwärtig, so ekelhaft“

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

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Im Wahljahr 2021 fallen in Deutschland einige richtungsweisende Entscheidungen. Die wohl wichtigste: Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Wir zeigen Dir, welche Wahlen dieses Jahr anstehen.

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Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt diskutierte ARD-Moderatorin Anne Will mit ihren Gästen über das Wahlergebnis und die Auswirkungen auf die Bundespolitik. AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla freute sich, dass die AfD in Sachsen-Anhalt erneut über 20 Prozent holen konnte. Die Linke dagegen sackte ab auf nur noch 11 Priozent. So geriet die Linkspartei-Politikerin Sahra Wagenknecht schnell mit dem AfD-Mann aneinander.

Wagenknecht blies Chrupalla an einer Stelle in der ARD-Talkshow von Anne Will regelrecht den Marsch.

Anne Will (ARD): AfD-Parteichef will Koalition mit der CDU – Sahra Wagenknecht bläst ihm den Marsch

Zunächst bot Chrupalla der CDU eine Koalition in Sachsen-Anhalt an: „Wenn wir uns das Wählervotum anschauen bei dieser Landtagswahl, dann gibt es nur noch zwei Volksparteien in Sachsen-Anhalt. Das ist die CDU und die AfD“, so der AfD-Politiker. Der „Wählerwille" sei somit „klar erkennbar“. „Absurd“ sei das, meldete sich von der anderen Seite der Talkrunde direkt Grünen-Chef Robert Habeck.

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Die Gäste bei Anne Will am 6. Juni:

  • Volker Bouffier: CDU-Ministerpräsident von Hessen
  • Robert Habeck: Parteivorsitzender der Grünen
  • Tino Chrupalla: Parteivorsitzender der AfD
  • Sahra Wagenknecht: Bundestagsabgeordnete (Die Linke)
  • Nadine Lindner: Korrespondentin im Hauptstadtstudio des Deutschlandradio

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Moderatorin Will konfrontierte Chrupalla mit Wählerbefragungen, wonach selbst 42 Prozent der AfD-Unterstützer sagen, die Partei distanziere sich nicht ausreichend von Rechtsextremen. Zudem zählte die ARD-Frau mehrere radikale Forderungen aus dem Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt auf, etwa die Warnungen vor Corona-Impfungen oder Sonderklassen für Kinder von Geflüchteten.

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Der AfD-Spitzenpolitiker wollte sich von den Positionen des Landesverbandes nicht distanzieren. Das Ergebnis gebe der Partei recht, dass man die richtigen Themen angesprochen habe.

Anne Will (ARD): Chrupalla mit Tiefschlag gegen seinen AfD-Parteifreund Meuthen

Dann versuchte es Anne Will mit einem Zitat des Co-Bundessprechers Jörg Meuthen, der innerparteiliche Gegenspieler von Chrupalla. Dieser hatte nach der Wahl analysiert, dass mit einem „stärker in die Mitte zielenden, weniger allein auf Protest setzenden Wahlkampf“ für die AfD noch mehr drin gewesen wäre.

Mit nur einem Satz brachte Chrupalla seine Verachtung für Meuthen zum Ausdruck – und gleichzeitig auch die Spaltung der Partei! Diese Einschätzung von Meuthen sei doch nur „eine Einzelmeinung eines Mitglieds unserer Partei“. Da musste selbst Anne Will kurz lachen, weil Meuthen zusammen mit ihrem Gast schließlich an der Spitze der Partei steht.

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Man sei eine Protestpartei und das bleibe man auch, so Chrupalla weiter. Sowieso sei man auch im Bundestag die einzige noch verbliebene Oppositionspartei, der restlichen würden sich nicht mehr unterscheiden.

Sahra Wagenknecht bei Anne Will (ARD): „Das finde ich so widerwärtig, so ekelhaft“

Da reichte es Sahra Wagenknecht endgültig mit ihrem Sitznachbarn. Sie regte sich darüber auf, dass Chrupalla die AfD als „einzige Opposition inszeniere“. Bei sozialen Gesetzesinitiativen wie einer Mietpreisbremse, einem höheren Mindestlohn oder mehr Hartz 4 stimme die AfD stets dagegen und sei ein „Totalausfall“.

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Dann ging Wagenknecht auf rechtsradikale Umtriebe im AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt ein. In diesem sei „in extremer Weise" die Neonazi-Szene präsent. Wagenknecht erinnerte daran, dass der AfD-Spitzenkandidat Oliver Kirchner Teil der Facebook-Gruppe „Die Patrioten“ war, in der ein Bild eines Pizzakartons mit dem Foto des von den Nazis ermordeten jüdischen Mädchens Anne Frank kursierte, auf dem „ofenfrisch“ zu lesen war.

„Das finde ich so widerwärtig, so ekelhaft. Wenn Sie mit solchen Leuten antreten, dann können Sie sich nicht hier hinsetzen und so tun, als seien Sie die große bürgerliche, konservative Opposition. Das sind Sie nicht, solange Sie solche Typen in ihrer Partei haben“, geigte sie Chrupalla die Meinung – der darauf nichts erwiderte.

Für Wagenknecht ist klar: Die AfD-Spitze distanziere sich ganz bewusst nicht von Rechtsextremen, weil man auch in diesem Milieu Stimmen gewinnen will.

Hier kannst du die Talkshow von Anne Will in der ARD-Mediathek anschauen.

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