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„Anne Will“ in der ARD: Manuela Schwesig greift Friedrich Merz hart an – sein Konter sitzt

„Anne Will“ in der ARD: Manuela Schwesig greift Friedrich Merz hart an – sein Konter sitzt

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NORDDEUTSCHER RUNDFUNK Anne Will Moderatorin Anne Will führt durch den Sonntagstalk im Ersten. © NDR/Wolfgang Borrs, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung und bei Nennung "Bild: NDR/Wolfgang Borrs" (S2). NDR Presse und Information/Fotoredaktion, Tel: 040/4156-2306 oder -2305, pressefoto@ndr.de Foto: NDR

Anne Will hat am Sonntagabend große eingeladen. Zum Thema „Arm und Reich, Ost und West, Stadt und Land – Deutschland ist gespalten. Wie können die Parteien für neuen gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen?“ hatte die Talkmasterin unter anderem Friedrich Merz (CDU) und Manuela Schwesig (SPD) in der Runde. Und zwischen den beiden sollte es auch regen Austausch geben.

Grund für die Diskussion zwischen Merz und Schwesig: Natürlich die berufliche Vergangenheit des möglichen CDU-Vorsitzenden.

Schwesig greift Merz an

Während Friedrich Merz relativ gelassen, auf Fragen von Anne Will reagierte, griff Schwesig den 63-jährigen Juristen scharf an: „Wenn man die Dinge von außen sieht, fragt man sich schon, können Sie eigentlich den Alltag der Menschen nachvollziehen. Ich finde es schon nicht schlimm, dass jemand aus der Politik aussteigt. Aber wenn ich mir diesen Einwurf erlauben darf, Sie sind damals rausgegangen in die Wirtschaft, das ist okay, haben dort Ihre Arbeit gemacht, haben auch gut Geld verdient.

Und bei allem Respekt Herr Merz, Sie können mir glauben, ich beneide Sie nicht um ihre Privatflugzeuge, ich hasse fliegen, ich bin froh, wenn ich in diese Dinger nicht steigen muss. Aber Sie müssen doch wissen, dass das Durchschnittsbrutto in diesem Land 2860 Euro sind. Die Masse hat nicht einmal 2000 Euro netto. Und ich rede jetzt nicht vom Tag, sondern vom Monat.“

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Vorurteile gegenüber Politikern

Ein typisches Thema der SPD, dass Manuela Schwesig da ansprach. Die Menschen hätten Vorurteile. Vorurteile, dass die „da oben“ mehr hätten, sich die Politik nicht kümmere. Nicht für Ordnung, Sicherheit und Recht sorge. Ein Problem, dass Schwesig aber in ihrer weiteren Argumentation nur am Rande aufgriff. Thema eher: Die Mittelschicht-Aussagen von Merz. „Wieso stehen Sie nicht dazu, dass sie in der Wirtschaft gut Kasse gemacht haben?“

+++ Friedrich Merz ist jetzt auch auf Twitter und der erste Tweet geht gleich voll in die Hose – „Gdn Rufbruch und Erinnerung?!“ +++

In seiner Antwort stört sich Merz lediglich an der Wortwahl. So setze die Phrase „Kasse gemacht“ ganz bewusst herab.

+++ So viel verdient Friedrich Merz wirklich (und von der Mittelschicht ist das VERDAMMT weit entfernt) +++

Merz fühlt sich herabgesetzt

Merz: „Ich habe viel gearbeitet, ich habe nichts geschenkt bekommen, ich habe meine Steuern gezahlt. Ich beschäftige Mitarbeiter, ich weiß, wie meine Mitarbeiter leben. Wenn ich jetzt erfolglos geblieben wäre, würde niemand in dieser Runde fragen, ob ich den Anspruch haben könnte, wieder zurück in die Politik zu kehren. Wenn sich jemand mal auch im Beruf bewährt hat, und anschließend sagt, ich möchte diesem Staat etwas zurückgeben von dem, was ich auch durch diesen Staat machen konnte. Meine Staatsexamen habe ich in staatlichen Hochschulen gemacht.“

Eine Aussage, die beim Publikum durchaus ankam. Mehr Applaus bekam schlussendlich Friedrich Merz. (göt)