Essen

Dieselfahrverbot in Essen: Gebrauchtwagenhändler stinksauer – „Mein Kollege ist schon bankrott!“

Essener Autohändler regt sich über das Dieselfahrverbot auf.
Essener Autohändler regt sich über das Dieselfahrverbot auf.
Foto: Dennis Özmen

Essen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat sich für das Dieselfahrverbot entschieden – und damit auch für die Stadt Essen. Für Dieselfahrer war der Donnerstag ein schwarzer Tag. Aber nicht nur für Autobesitzer, sondern auch für Autohändler, Reifenhändler und vielleicht sogar Werkstätten könnte diese Entscheidung schwere Folgen haben.

Im Gespräch mit DER WESTEN erzählt ein Gebrauchtwagenhändler, welche Folgen das Dieselfahrverbot für ihn bereits hat.

Autohändler in Essen zum Dieselfahrverbot: „Dieselautos verschenken wir vielleicht”

Dieselautos lassen sich nicht mehr gut verkaufen. Der Gebrauchtwagenhändler Arash Shahi aus Essen hat noch ein bis zwei Dieselfahrzeuge auf seinem Grundstück stehen. „Die verschenken wir vielleicht”, sagt er aufgebracht, weil die Fahrzeuge sich kaum verkaufen lassen.

Das Geschäft mit Dieselfahrzeugen kennt nur noch eine Richtung – und zurzeit geht die bergab. „Die Endverbraucher kaufen nicht. Wenn sie es tun, dann zu einem Drittel des Preises”, sagt der Gebrauchtwagenhändler Shahi, „ein Kollege von mir ist bankrott. Wenn ein Auto 13.000 bis 16.000 Euro gekostet hat, musste er es für 6.000 bis 7.000 Euro abgeben.”

Shahi regt sich über das Dieselfahrverbot auf – und liefert gleich mehrere Gründe dafür. Aus seiner Sicht leiden letztlich nur die Endverbraucher darunter: „Systematisch wird Geld von den Steuerzahlern geklaut. Die Leute müssen neue Autos kaufen. Die Gebrauchtwarenhändler werden ausgerottet.”

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Dieselfahrverbot erzeugt Schulden

Immer weniger Menschen werden sich Autos leisten können, so sieht es der Essener Autohändler. Denn das Dieselfahrverbot zwinge viele Menschen dazu, einen Neuwagen kaufen zu müssen, statt eines günstigeren Gebrauchtwagens. „Da verschuldest du deine Kinder mit”, kritisiert Shahi.

Denn die hohen Summen, die die Autokäufer im Gegensatz zu einem Gebrauchtwagen aufbringen müssen, müssen über einen längeren Zeitraum und eventuell mit höheren Raten abgezahlt werden.

„ „Ein Azubi hat früher mit 150 Euro ein Auto finanziert. Versuch das bei einem Neuwagen. In vier Jahren war der Wagen abbezahlt. Jetzt musst du mit acht oder mehr Jahren rechnen, bis der Neuwagen abbezahlt ist.”

„Umbringen und vorm Fenster aufhängen”

Der Autohändler aus Essen fordert, dass die Menschen sich dagegen wehren. Was genau er sich darunter vorstellt, lässt er offen. Aber er vergleicht das Dieselfahrverbot mit einem Einbruch. Während die Familie vor dem Fernsehen sitzt und Popcorn isst, breche „Vater Staat“ ein und und die Familie sehe zu, wie vor ihren Augen die Wohnung ausgeräumt werde.

Niemand würde bei einem Einbruch so gleichgültig bleiben. Die Autofahrer nach Shahis Ansicht aber schon: „Das Problem ist, die lassen das mit sich machen. Wenn einer bei uns einbricht, wir bringen den um und hängen den vorm Fenster auf – um zu zeigen: Das hast du davon.” Soll heißen: Würden sich die Bürger klar wehren, würde der Staat sich nicht mehr trauen, sie „auszurauben“.

Außerdem regt sich Shahi darüber auf, dass das Dieselfahrverbot die Schiffe nicht betrifft: „Aber Hauptsache, die Schiffe in Hamburg und am Rhein fahren frei rum. Das Kreuzfahrtschiff Allegra stößt so viel Abgase aus wie 40.000 Autos.”

 
 

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