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Zuschauer fliehen vor zu krassen Sex-Szenen in Berlinale-Film

Zuschauer fliehen vor zu krassen Sex-Szenen in Berlinale-Film

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HANDOUT - HANDOUT - Laura Benson in einer Szene des Films "Touch Me Not" (undatierte Filmszene). Der Film läuft am 22.02.2018 im Wettbewerb der Berlinale 2018. - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Berlinale 2018 und nur mit Urhebernennung bis zum 25.03.2018 Foto: Handout/Manekino Film/Rohfilm/Pink/Agitprop/Les Films de l'Etranger/Berlinale/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa
Ist das noch Kunst oder schon Porno? Die Sexpraktiken im Berlinale-Film „Touch Me Not“ waren einigen Zuschauern dann doch zu heftig.

Berlin. 

Dieser Film war zu viel für einige Zuschauer: Mit Nacktheit und Sex hat der Experimentalfilm „Touch Me Not“ bei der Berlinale viele Medienvertreter verschreckt – sie verließen die erste, ausschließlich der Presse vorbehaltene Aufführung vorzeitig.

Die rumänische Künstlerin und Regisseurin Adina Pintilie beobachtet in dem Wettbewerbsbeitrag verschiedene Menschen bei deren sexuellen Praktiken unterschiedlichster Art. Bei vielen wurde die Schamgrenze dabei offenbar überschritten. Diejenigen, die blieben, würdigten den Film aber mit starkem Beifall. Zum Abschluss der Berlinale gab es wieder Applaus: Der Film wurde mit dem Goldenen Bären als bester Film ausgezeichnet.

Schamgrenzen werden niedergerissen

Die Mischung aus Spiel- und Dokumentarszenen mutet wie eine psychotherapeutische Laboranordnung an. Da werden Schamgrenzen nicht behutsam abgebaut, sondern regelrecht niedergerissen. Pintilies Debüt-Film ist eine Koproduktion von Rumänien, Deutschland, Tschechien, Bulgarien und Frankreich.

Die Regisseurin, die in ihrer Heimat auch als Kuratorin des Bukarester Festivals für Experimentalfilme bekannt ist, sagte: „Ich wollte herausfinden, was Intimität ist. Es ist eine Forschungsarbeit. Es war insgesamt ein langer Prozess. Letztlich war es eine siebenjährige Liebesgeschichte für uns alle.“

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Tom Tykwer wünschte sich solche Filme

Die Rumänin ergänzte: „Bei Fiktion hat man ein Sicherheitsnetz. Das hatten wir nicht. Wir haben authentisch gearbeitet, haben zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut. Alle Mitwirkenden haben wirklich ihre Seelen geöffnet.“ Hauptdarstellerin Laura Benson sagte: „Üblicherweise arbeite ich für die Regie. Hier habe ich zum ersten Mal mit einer Regisseurin gearbeitet. Eine wunderbare Erfahrung.“

Jury-Präsident Tom Tykwer hatte kurz vor Beginn der 68. Berlinale in einem Interview erklärt, er vermisse „wilde und sperrige Filme“.

(dpa/cho)