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Peek & Cloppenburg insolvent! Riesen-Schock für Mitarbeiter und Kunden

Peek & Cloppenburg steckt in Schwierigkeiten. Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. Was passiert jetzt mit den Warenhäusern?

Peek & Cloppenburg
u00a9 IMAGO / Michael Gstettenbauer

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Große Sorgen um Peek & Cloppenburg (P&C). Der große Modehändler mit Sitz in Düsseldorf ist in Schieflage geraten. Wie das Unternehmen am Freitag (3. März) mitteilte, kämpft Peek & Cloppenburg deshalb nun in einem Schutzschirmverfahren ums Überleben.

Damit reiht sich P&C in eine mittlerweile lange Liste von bedrohten großen deutschen Einzelhändlern. Zuletzt hatten Galeria Karstadt Kaufhof und der Schuhhändler Görtz ebenfalls Rettung in dem Insolvenzverfahren gesucht. P&C-Mitarbeiter fürchten nun ein ähnliches Schicksal wie die Kollegen bei den anderen Warenhäusern.

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Peek & Cloppenburg: Müssen Läden schließen?

Zwar betonte das Düsseldorfer Unternehmen, dass im Gegensatz zu Galeria Karstadt Kaufhof zunächst keines der 67 Häuser geschlossen werden soll. In den Filialen soll es Stand jetzt auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben. In der Verwaltung sowie in Führungsebene sehe die Lage nach Angaben des Unternehmens allerdings anders aus. Dort sei „ein nicht unwesentlicher Stellenabbau“ nötig, heißt es.

Als Gründe für die wirtschaftlichen Turbulenzen nannte die Geschäftsführung unter anderem die Pandemie, die zu einem Umsatzeinbruch geführt hatte: „Die Auswirkungen haben uns stark getroffen und einen dreistelligen Millionenverlust verursacht“, sagte Steffen Schüller, seit Juni Geschäftsführer des Unternehmens. Zudem sei die Kauffreudigkeit der Kunden seit Ausbruch des Ukrainekriegs zurückgegangen. Auch hätten Lieferengpässe, erhöhte Kosten, steigende Zinsen und die leichte Rezession das Unternehmen belastet.

So will sich Peek & Cloppenburg retten

Mit dem Schutzschirmverfahrens will sich P&C Düsseldorf nun aus der Affäre ziehen. Bei der auf Sanierung ausgerichteten Insolvenzvariante übernimmt ein gerichtlich bestellter Sachwalter die Aufsicht über die Rettung. Die Unternehmensführung behält die Kontrolle, wird aber von einem externen Sanierungsexperten beraten. So will das Unternehmen eine nach eigenen Angaben bereits angestoßene Restrukturierung beschleunigen.


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 „Im vergangen Jahr konnte der stationäre Modehandel zwar von der Rückkehr der Menschen in die Innenstädte profitieren. Aber es gibt nur wenige Modehändler, die 2022 wirklich schon wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen und schwarze Zahlen schreiben konnten. P&C Düsseldorf gehörte offensichtlich nicht dazu“, sagt Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Die allgemeine wirtschaftliche Lage lässt der Handelsexperte allerdings nicht als alleinigen Grund zu. „P&C Düsseldorf hat das Thema Onlinehandel von Anfang an versemmelt“, urteilte der Branchenkenner. Statt auf den bekannten Namen habe das Unternehmen online auf die Neukreation FashionID gesetzt – und sei damit gescheitert.

Aufatmen können die Mitarbeiter beim von P&C Düsseldorf unabhängigen Unternehmen Peek & Cloppenburg Hamburg. Das ist nicht vom Schutzschirmverfahren betroffen. (mit dpa)