Mallorca: Rekordzahl an Flüchtlingen erreicht die Insel – hier landen unzählige Schlepperboote ++ Polizei lässt Migranten laufen

Cala Figuera: Eine Rekordzahl von Migranten aus Algerien ist hier auf Mallorca gelandet. (Archivbild)
Cala Figuera: Eine Rekordzahl von Migranten aus Algerien ist hier auf Mallorca gelandet. (Archivbild)
Foto: IMAGO / agefotostock

Schlepperbanden werden zum großen Problem für Mallorca, denn sie bauen die Migrationsroute Algerien-Balearen immer weiter aus. Allein am Wochenende landeten 249 irreguläre Migranten auf Mallorca und Formentera. Dabei handelt es sich um einen neuen Rekord.

Die Schlepper-Route, über die Geflüchtete aus Algerien binnen 24 Stunden die beiden spanischen Inseln erreichen, besteht seit Jahren. Allerdings wurde sie noch nie so häufig genutzt, wie in den vergangenen Wochen. Vor allem Mallorca bekommt das nun zu spüren.

Mallorca: Rekordzahl an Flüchtlingen erreicht den Süden der Insel

Wie die „Mallorcazeitung“ berichtet, sind am Sonntag neun Boote bis in den Nationalpark Cabrera im Süden Mallorcas und nach Cala Figuera (Gemeinde Santanyí) vorgedrungen. An Bord befanden sich 143 Menschen. Sieben weitere Boote inklusive 103 Personen schafften es darüber hinaus auf die Baleareninsel Formentera. Ein weiteres Boot mit 19 Insassen wurde 30 Seemeilen südlich von Ibiza von der Seenotrettung aufgegriffen.

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Das ist die Baleareninsel Mallorca:

  • Mallorca ist eine Insel im westlichen Mittelmeer, gehört zu Spanien
  • ist etwa 170 Kilometer vom Festland entfernt
  • Einwohner rund 923.000 Menschen (Stand 2020)
  • Hauptstadt der Insel heißt Palma, dort spricht man auch Katalanisch
  • größte Insel, die zu Spanien gehört

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Die Ankunft von Booten setzte sich in der Nacht von Sonntag auf Montag fort. Auch auf der spanische Insel Cabrera landeten zwei Boote mit 32 Migranten, in Formentera traf ein weiteres Boot mit elf Personen ein. Dort kam es zu zwei Festnahmen. Zwei Bootsführer, die offenbar gerade kehrtgemacht hatten, um wieder aufs Meer hinauszufahren, wurden von der Polizei gestellt.

Mallorca: Migranten werden vorerst nicht ausgewiesen

Wie die „Mallorcazeitung“ weiter berichtet, sollen unter den auf den Inseln angekommenen Flüchtlingen nur drei Frauen gewesen sein, eine von ihnen hochschwanger. Die Frau soll am Sonntag in ein Krankenhaus in Manacor, Mallorca gebracht worden sein.

Die übrigen Migranten, deren eigentliches Ziel in der Regel Frankreich ist, werden zunächst von der Polizei und dem Roten Kreuz betreut. Eigentlich würden sie dann binnen 72 Stunden aufs spanische Festland überstellt, um auf die Ausweisung in ihr Herkunftsland zu warten. Diese ist jedoch weitgehend ausgesetzt, da Algier die Grenzen geschlossen hat.

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Die Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen bestätigte, dass es sich bei der Anzahl der auf Mallorca und Formentera gelandeten Geflüchteten um einen Höchststand handelt.

Am Dienstag berichtet die „Mallorcazeitung“: 175 der 300 festgehaltenen illegalen Migranten wurden wieder freigelassen! Der Grund: Die hohe Anzahl übersteige die Kapazität der Behörden. Mallorca verfügt aktuell kein Auffanglager.

Menschen, die illegal einwandern, sind keine Straftäter. Daher will die Polizei eine Unterbringung in Zellen vermeiden.

>> Die tragische Geschichte zweier Männer, deren Bergtour auf Mallorca tödlich endete, liest du hier <<<