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Hund und Katze leiden – DIESE dramatischen Folgen unterschätzen viele Halter

Viele Halter setzen ihre Hunde und Katzen einer großen gesundheitlichen Gefahr aus, ohne dass es ihnen überhaupt bewusst ist…

Hund und Katze
© imago images/Ardea

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Haustier-Halter wollen in der Regel nur das Beste für ihre Lieblinge: das beste Futter, das tollste Spielzeug, die beste medizinische Versorgung. Doch ein Detail wird im Alltag oft vergessen, das für die Vierbeiner sogar dramatische gesundheitliche Folgen haben kann.

Denn Raucher schaden nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch der unserer geliebten Haustiere. Markus Lindblad warnt vor den heftigen Auswirkungen auf die Vierbeiner. Er ist Kommunikations-Chef der Haypp-Gruppe, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, Produktalternativen zum Rauchen anzubieten.

Unsere Redaktion hat zudem mit dem anerkannten Tierpathologen Achim Gruber gesprochen und die Gefahr für unsere Hunde und Katzen einordnen lassen.

Hunde und Katzen werden zu Passiv-Rauchern

Jeder Raucher ist sich des erhöhten Risikos einer Lungenkrebs-Erkrankung bewusst. Allerdings wird oft unterschätzt, dass auch unsere Haustiere durch das Passivrauchen gesundheitliche Schäden bekommen können. Wer in der Wohnung raucht, gefährdet sein Tier jedoch nicht nur in dem Moment, wenn die Zigarette glüht. Denn der toxische Qualm stellt auch dann noch eine Gefahr dar, wenn er gar nicht mehr zu sehen ist. Der Qualm lagert sich auf der menschlichen Haut sowie auf Gegenständen wie Möbeln und Kleidung, aber auch im Fell von Tieren ab. Somit können die Giftstoffe in vielen verschiedenen Alltagssituationen in den Körper der Vierbeiner gelangen. Beispielsweise bei einer Kuscheleinheit oder wenn sich die reinliche Katze ihr Fell leckt.

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Markus Lindblad, Deutschland-Sprecher bei Haypp, betont, dass die Wahrscheinlichkeit, an Lymphknotenkrebs, an aggressivem Mundkrebs oder an Lungenkrebs zu erkranken, deshalb vor allem bei Katzen deutlich steigt. „Bereits bei einem Konsum von bis zu zehn Zigaretten pro Tag lagern sich im Fell der Katze große Mengen von Nikotin ab. Vor allem ihre regelmäßige Fellhygiene wird ihr hier zum Verhängnis.“

Das kann auch der erfahrene Tierpathologe Achim Gruber gegenüber dieser Redaktion bestätigen. Das Passiv-Rauchen schädlich für die Haustiere sein kann, sei unumstritten, allerdings sei es schwierig in Prozentzahlen auszudrücken, wie oft es infolgedessen wirklich zu dramatischen Erkrankungen wie Lungenkrebs kommen würde. Denn Katzen würden beispielsweise schnell das Weite suchen, wenn in ihrer Nähe gepafft wird. Allerdings könnten sich manche Vorerkrankungen in Kombination mit Rauchen verschlimmern.

Achim gruber und Hund
Tierpathologe Achim Gruber mit Hund Juli. Foto: privat

„Häufiger bei Katzen ist zum Beispiel Asthma, wir gehen davon aus, dass jede 20. Katze von Asthma betroffen ist. Somit wäre Rauchen für Katzen mit Asthma ein deutlich häufigeres Problem als die Wahrscheinlichkeit, dass sich durch Zigarettenkonsum ein primärer Lungentumor bildet“, so der Experte. Die Symptome wie Atemnot in Form von lautem Hecheln und Trägheit seien dieselben.

Manche Hunderassen besonders gefährdet

Im Gegensatz zu Katzen filtern Hunde einen erheblichen Teil der Toxine des Tabakrauchs durch ihre Nase. Daher weist die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) darauf hin, dass die Hunderasse auch ein entscheidender Faktor für die Art der Krebserkrankung durch den Zigarettenrauch sein kann. Rassen mit kurzen oder mittellangen Schnauzen wie Mops, Bulldogge oder Beagle sind demnach einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Lungenkrebs zu bekommen. Durch die kurzen Schnauzen gelangen die krebserregenden Giftstoffe schneller in die Lunge. Hunderassen mit langer Schnauze wie Windhund und Dobermann droht laut der FDA hingegen eher Nasenkrebs. Ihre Nase filtert und absorbiert einen Großteil der Toxine bereits. Die häufigsten Anzeichen sind hierbei Husten, Kurzatmigkeit oder Bronchitis.



In diesem Zusammenhang verweist Gruber jedoch darauf, dass einige Hunderassen für noch ganz andere Tumore besonders anfällig sind. „Unter Knochenkrebs leiden oft größere Hunde wie Bernhardiner, Dogge oder der irische Wolfshund. Dieser Krebs metastasiert oft sehr früh und kann die Hunde bereits im Alter von 4 bis 6 Jahren umbringen“, so seine Warnung. Weitere dramatische Beispiele infolge von Rassezucht nennt Gruber in seinem Buch „Geschundene Gefährten: Über Irrwege in der Rassezucht und unsere Verantwortung für Hund und Katze“.

Aber was ist, wenn mein Haustier sogar einen Zigarettenstummel frisst? Dann besteht tatsächlich Alarmstufe Rot und Halter sollten ihren geliebten Vierbeiner am besten sofort zum Tierarzt bringen. Es könnte nämlich zu einer Nikotinvergiftung kommen, die schlimme Symptome wie Zittern, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen kann und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führt. Nach Erfahrung des Tierpathologen ist die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Notfall jedoch sehr gering.

„Man kennt das von Kindern, die zwei bis drei Zigarettenstummel gegessen haben – das kann sogar tödlich enden. In der Tiermedizin ist es mir aber noch nie begegnet. Ich denke, ein Hund würde nie auf die Idee kommen, Zigarettenstummel zu fressen. Man müsste es ihm schon kleingehäckselt unters Futter mischen. Aber ein einigermaßen gesunder und schlauer Hund würde das wohl nicht tun.“

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Nun kann man nicht von jedem Halter verlangen, dass er unverzüglich mit dem Rauchen aufhört. Doch beide Experten raten dazu, zukünftig nur noch auf dem Balkon oder im Garten zu rauchen. Auch Zigaretten-Ersatzprodukte wie tabakfreie Nikotinbeutel, die keinen schädlichen Rauch abgeben, könnten eine Alternative sein.

„Das gebietet einfach schon unser Tierschutzgesetz, indem es abgekürzt heißt: ‚Wer Tiere hält, ist für ihr Wohl verantwortlich.‘ Somit würde man gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, wenn man Tieren direktem Zigarettenqualm aussetzt – auch wenn das Risiko einer Lungenkrebserkrankung wohl eher klein ist“, wird Achim Gruber deutlich.