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FTI: Jetzt herrscht bittere Gewissheit – Zehntausende bangen um ihren Urlaub

Horror-Nachricht für Zehntausende Urlauber und Mitarbeiter! Der Touristik-Riese FTI ist pleite. Das müssen Betroffene jetzt wissen.

FTI
© IMAGO/Ralph Peters

Urlaub: Das sind die beliebtesten Reiseziele der Deutschen

Die Sommerzeit ist bei vielen Deutschen Urlaubszeit. Dann stellt sich die große Frage nach dem Ziel. Strand, Berge oder doch ein Städtetrip? Wir zeigen Dir die beliebtesten Reiseziele der Deutschen im Jahr 2022.

Sie haben gehofft und gebangt, doch jetzt herrscht bittere Gewissheit. Der drittgrößte europäische Reiseveranstalter FTI mit Sitz in München ist insolvent! Nicht nur die mehr als 11.000 Beschäftigten des Touristik-Konzerns stehen unter Schock. Auch Zehntausende Deutsche, die bei FTI eine Reise gebucht haben oder sich sogar schon am Urlaubsort befinden, zittern.

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Wie „Bild“ berichtet, sind die Mitarbeiter von FTI am Montagvormittag (3. Juni) in einer Video-Schalte über die Zahlungsunfähigkeit informiert worden. Schon am Wochenende waren die Online-Buchungssysteme nicht mehr erreichbar gewesen.

FTI-Insolvenz: Ab Dienstag fast keine Reisen mehr

Die FTI Touristik GmbH als Hauptgesellschaft der FTI Group stellte am Montag beim Amtsgericht München einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das teilte das Unternehmen selbst mit. Betroffen sind demnach alle bei dem Reiseanbieter FTI Touristik GmbH gebuchten Leistungen. Dies beinhaltet die Marken FTI in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, die Marke 5vorFlug in Deutschland, die BigXtra GmbH sowie die Mietfahrzeugs-Marken DriveFTI und Cars and Camper.

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„Derzeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die bereits angetretenen Reisen auch planmäßig beendet werden können“, teilt FTI mit. Aktuell noch nicht angetretene Reisen werden aber ab Dienstag (4. Juni) nicht mehr durchgeführt. Urlauber sollten sich schnellstens an den FTI-Kundenservice und den Deutschen Reisesicherungsfonds (siehe unten in diesem Artikel) wenden. Letzterer soll sich um die Erstattung der Kosten kümmern, was aber Monate dauern kann, wie „Focus online“ berichtet.  

Einzige Ausnahme: FTI war nicht der Veranstalter, sondern nur der Vermittler. Reisende erkennen das daran, dass in der Buchung zum Beispiel TUI, Alltours oder DERtour als Anbieter genannt sind. Diese sind dann auch für Betroffene die ersten Ansprechpartner.

Deutscher Reisesicherungsfonds soll Urlaubern helfen

Eigentlich schien die Zukunft von FTI gesichert. Während der Corona-Krise hatte das Unternehmen 595 Millionen Euro staatliche Hilfe aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) bekommen. Ein Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestor Certares wollte die FTI Group für einen Euro übernehmen und 125 Millionen Euro frisches Kapital in das Unternehmen stecken. Das Bundeskartellamt musste dem Deal allerdings noch zustimmen.

Jetzt kommt alles anders. Laut FTI sind die Buchungszahlen zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Hinzu kam, dass zahlreiche Lieferanten auf Vorkasse bestanden haben. In der Folge kam es zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf, welcher bis zum Closing des Investorenprozesses nicht mehr überbrückt werden konnte“, teilte FTI am Montag mit. Dem „Handelsblatt“ zufolge soll sich bei FTI kurzfristig eine Deckungslücke in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages aufgetan haben. Der Bund habe nach Verhandlungen am Wochenende weitere Hilfen für das Unternehmen abgelehnt.


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Jetzt ist der 2021 nach der Thomas-Cook-Pleite gegründete Deutsche Reisesicherungsfonds am Zug. Er soll sich bei einer Insolvenz eines Reiseanbieters um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden und gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber kümmern. (>>> Betroffene erhalten weitere Informationen und Hilfestellungen hier.)

Die FTI Group mit etwa 11.000 Beschäftigten war in der Corona-Pandemie erstmals in eine schwere Krise gestürzt. Zuletzt sah sich der nach Tui und „DER Touristik“ drittgrößte europäische Reisekonzern dank gestiegener Nachfrage eigentlich wieder auf Kurs. (mit dpa)