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Deutsche Bahn: Massive Kritik – ist DAS der Grund für die vielen Verspätungen? „Gibt akuten Handlungsbedarf“

Pendler und Fahrgäste der Deutschen Bahn ärgern sich dieser Tage. Züge sind so unpünktlich wie lange nicht. Zahlreiche Baustellen und immer mehr Verkehr auf den Gleisen seien die Gründe.Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft will jedoch noch einen anderen Grund für die Verspätungen kennen und erhebt schwere Vorwürfe. Die Deutsche Bahn wehrt sich gegen die Kritik.Deutsche Bahn […]

© IMAGO / Gottfried Czepluch

So hart ist der Job bei DB-Sicherheit

Pendler und Fahrgäste der Deutschen Bahn ärgern sich dieser Tage. Züge sind so unpünktlich wie lange nicht. Zahlreiche Baustellen und immer mehr Verkehr auf den Gleisen seien die Gründe.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft will jedoch noch einen anderen Grund für die Verspätungen kennen und erhebt schwere Vorwürfe. Die Deutsche Bahn wehrt sich gegen die Kritik.

Deutsche Bahn so unpünktlich wie lange nicht

Zu einem großen Teil sei die Bahn auch durch Personalmangel in die angespannte Situation geraten, kritisiert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. „Der Fachkräftemangel hat auch die DB AG erfasst“, sagte der Vizevorsitzende Martin Burkert der Deutschen Presse-Agentur. Der Konzern wies die Kritik der Gewerkschaft als „viel zu pauschal“ zurück.

Burkert sagte weiter: „Fehlendes Personal führt jetzt schon zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr und zu eingeschränkten Services in den Zügen.“ Weiter sagte er: „Die Millionen von Überstunden können mögliche Zugausfälle nicht mehr kompensieren. Es gibt akuten Handlungsbedarf.“

Deutsche Bahn: Zahlreiche Verspätungen an deutschen Bahnhöfen.
Deutsche Bahn: Verspätungen sorgen für Frust und Ärger bei den Passagieren. (Symbolbild) Foto: IMAGO / Rolf Kremming

In einem Brief an Personalvorstand Martin Seiler gesteht die Gewerkschaft zwar zu, dass die Zahl der Mitarbeiter leicht gestiegen sei. Dennoch kämen mittlerweile fast täglich eindringliche Warnungen von Mitarbeitern über einen Mangel an einsatzfähigem Personal. „Ganze Schichten im Zugbetrieb, in der Instandhaltung oder auf Stellwerken können nicht mehr besetzt werden.“

Extremer Personalmangel – Mitarbeiter müssen es ausbaden

In Folge würden Züge nicht rechtzeitig bereitgestellt, bei Störungen und Personalausfällen fehlten Bereitschaften, Lokführermangel führe fast täglich zu Ausfällen. „In vielen Bereichen kann der Zugverkehr zudem nur durch eine hohe Zahl an Überstunden aufrechterhalten werden.“ 300 und mehr Überstunden seien etwa bei Triebfahrzeugführern keine Seltenheit.

Ein Sprecher der Bahn verwies am Samstag in einer Stellungnahme auf eine Einstellungsoffensive: „Die Deutsche Bahn hat in den letzten Jahren über 90 000 Einstellungszusagen gegeben, insgesamt 19 000 Stellen aufgebaut und die Ausbildungsplätze um 60 Prozent erhöht. Allein in diesem Jahr werden wieder mehr als 24 000 neue Kolleginnen und Kollegen an Bord kommen.“ Allerdings hätten die Corona-Pandemie und das vergünstigte 9-Euro-Ticket die Rahmenbedingungen deutlich geändert. Diese Faktoren könnten „zu punktuellen personellen Engpässen“ führen.


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Nach dem jüngsten internen Personalbericht des Konzerns vom Juli hat die Bahn in Deutschland 1600 Beschäftigte mehr als vor einem Jahr, insgesamt rund 221 300. In den meisten Geschäftsfeldern lag die Mitarbeiterzahl aber noch unter Plan. Parallel dazu häufen die Tarifbeschäftigten der Bahn in Deutschland 6,8 Millionen Überstunden an, 300 000 mehr als vor einem Jahr. Überstunden sind seit Jahren ein Reizthema bei der Bahn. Vor der Corona-Krise lag ihre Zahl beispielsweise im Sommer 2019 bei 6,4 Millionen. Einige Jahre zuvor standen auch schon mal acht Millionen Überstunden auf dem Konto der Bahn. Die Zahl der Angestellten ist ebenfalls gestiegen. (dpa)