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„Black Panther: Wakanda Forever“ im Kino: Schade! Diese Probleme bekommt Marvel einfach nicht in den Griff

Am 9. November startet „Black Panther: Wakanda Forever“ im Kino. Doch der Blockbuster kann nicht alle Schwächen des MCU überwinden…

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u00a9 u00a9 2022 MARVEL (Montage: DER WESTEN)

Disney+: Das bietet der Streaming-Riese den Fans

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Noch nie gingen Comic-Fans mit so schwerem Herzen ins Kino, um sich einen neuen Marvel-Film anzusehen. Im August 2020 verstarb „Black Panther“-Darsteller Chadwick Boseman (†43) an den Folgen einer Darmkrebs-Erkrankung, die er jedoch zu Lebzeiten nie öffentlich gemacht hatte. Es ist eine schwere Last, die die Fortsetzung „Black Panther: Wakanda Forever“ (ab 9. November im Kino) nun auf ihren Schultern trägt – doch der Film kann die Bürde tragen.

Regisseur Ryan Coogler behandelt den Filmtod von T’Challa alias „Black Panther“ mit der gebührenden Feinfühligkeit – und rückt nun dessen Schwester Shuri (Letitia Wright) in den Fokus, die ihr Königreich gegen den rachsüchtigen Namor (Tenoch Huerta) verteidigen muss. Was dabei herauskommt, ist ein Blockbuster im klassischen Marvel-Stil. Das heißt aber auch: Neben all den berührenden Momenten und der rasanten Action gibt es eben auch die ein oder andere typische MCU-Problemzone.

„Black Panther: Wakanda Forever“ ab dem 9. November im Kino

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. „Black Panther: Wakanda Forever“ ist keinesfalls ein schlechter Film. Der Streifen macht Laune, die Schauspieler überzeugen, es gibt Humor, Action, Drama, tolle Kostüme und Easter Eggs für die Fans. Angesichts der satten Laufzeit von 2 Stunden und 41 Minuten Laufzeit fühlt sich der Film sogar überraschend kurzweilig an.

Doch auch „Wakanda Forever“ kann die ein oder andere Schwachstelle des MCU nicht völlig überwinden. Wenn man es ganz drastisch sagen möchte: Gebe es nicht die tragische Vorgeschichte rund um Chadwick Bosemans Tod, würde „Wakanda Forever“ wahrscheinlich schnell im MCU-Einheitsbrei versinken, ohne groß Aufsehen zu erregen.

„Black Panther 2“: Bösewicht Namor geht völlig unter

Da wäre zum einen der Bösewicht. Es ist gefühlt ein Dauerthema bei Marvel. Abgesehen von Thanos und Loki gab es in den bisherigen 29 MCU-Kinofilmen kaum nennenswerte Fieslinge. Die meisten tauchen nur für einen Film auf, kämpfen ein-, zweimal gegen den Helden und sterben am Ende. Viel Zeit zur Potenzial-Ausschöpfung bleibt da nicht.

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Tenoch Huerta als Namor. Foto: © 2022 MARVEL

Namor in „Wakanda Forever“ ereilt leider das selbe Schicksal. In den Comics ist er der Herrscher von Atlantis, quasi Marvels Version von DCs „Aquaman“. Der Film macht aus ihm einen uralten Mutanten, der einst von den Azteken als Gott angebetet wurde und nun das Unterwasser-Königreich Talocan regiert. Doch der Charakter des Tiefsee-Herrschers bleibt erstaunlich oberflächlich.

Er hasst die gesamte Menschheit, weil er vor vielen Jahren die Grausamkeit rassistischer Sklaventreiber miterlebt hat – und will sein Reich nun gegen die „Oberweltler“ verteidigen, die auf wertvolle Rohstoffe aus sind. Mehr als ein paar bedeutungsschwangere Sätze und eine finale Klopperei gegen Shuri bleiben da am Ende leider nicht hängen.

„Black Panther 2“: Wird Marvel zu lächerlich?

Der nächste Kritikpunkt mag in einem Filmuniversum mit nordischen Göttern, sprechenden Bäumen oder auch Panther-Kostümen zunächst etwas merkwürdig klingen – aber so langsam fangen die Marvel-Filme an, etwas lächerlich auszusehen.

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Wenn speerschwingende Wakanda-Kriegerinnen auf Flugzeugträgern gegen blauhäutige Meeresmutanten kämpfen – und dabei von Neuzugang „Ironheart“ (Dominique Thorn) in einem knallroten Transformes-Anzug unterstützt werden, bleibt vom Gefühl eines dramatischen Endkampfes nicht mehr allzu viel übrig. Und wenn Haupt-Bösewicht Namor dann – entsprechend der Comic-Vorlage – mit kleinen Flügeln an seinen Knöcheln herumflattert und durch die Luft watschelt, kann man sich das Lachen im Kinosessel nur schwer verkneifen.

„Black Panther 2“: Marvel spart an der falschen Stelle

Zu guter Letzt: die Spezialeffekte. Ja, richtig gehört. Denn die sind oft gar nicht mal so gut, wie man bei diesem Millionenbudget vermutet. Mal werden Wakanda-Krieger derart unsauber aus ihrem Bluescreen-Hintergrund ausgeschnitten, dass sie im fertigen Produkt wie Fremdkörper in der Filmwelt aussehen. Und in der finalen 40-minütigen CGI-Klopperei sehen Flugzeuge, Schiffe, das Wasser oder die kämpfenden Massen mehr nach einem Videospiel als nach einem Kinofilm aus.

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Poster zu „Black Panther: Wakanda Forever“ Foto: © 2022 MARVEL

Der Grund: Marvel bringt pro Jahr (!) drei bis vier Kinofilme und ein halbes Dutzend Serien auf Disney+ heraus. Das braucht viel Effekt-Arbeit – und die soll möglichst günstig sein. Ein VFX-Künstler beschwerte sich sogar kürzlich öffentlich über den Druck und die Arbeitsbedingungen bei Disney. Aber wer wenig Geld für Effekte ausgibt, bekommt am Ende eben auch keine Hochglanz-Optik.


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Und bei „Black Panther 2“ ist es gleich doppelt peinlich: Marvel bringt ein Unterwasserkönigreich mit blauhäutigen Bewohnern ins Kino – nur einen Monat, bevor James Cameron mit „Avatar 2“ (Kinostart: 14. Dezember) seine blauhäutigen Aliens in die Meere des Planeten Pandora abtauchen lässt. Und alleine die Optik des dreiminütigen Avatar-Trailern stellt bereits alle Effekte in „Wakanda Forever“ in den Schatten.