Arbeitsmarkt von der Krise bestimmt
30.04.2009 | 17:12 Uhr 2009-04-30T17:12:00+0200
Iserlohn. Die Arbeitsmarktlage im Märkischen Kreis bleibt von der Wirtschaftskrise bestimmt, ein Ende des Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist nicht in Sicht. Aktuell suchen 19 382 Personen eine neue Beschäftigung - etwa 1000 mehr als im März.
Zudem halten sich die Arbeitgeber stark zurück bei der Meldung freier Stellen, setzen stattdessen auf Kurzarbeit.
„Die Frühjahrsbelebung bleibt aus, seit September steigt die Arbeitslosigkeit im Kreis stetig”, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn.
Im April gab es kreisweit 19 382 Arbeitslose. Mit einem Anstieg um 5,6 Prozent (+1.083 Personen) zum Vormonat und einem Anstieg um 37,7 Prozent zum April 2008 hat sich der Negativtrend verstärkt. Der Anstieg verläuft im Vergleich zum Land schneller. Gründe hierfür liegen in der vom sekundären Sektor geprägten Wirtschaftsstruktur des Kreises. Ende September 2008 waren 55,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im sekundären Sektor tätig, landesweit waren es lediglich 31 Prozent.
54,1 Prozent aller Arbeitslosen (10 477) sind Männer, im Vergleich zum April 2008 3663 Personen mehr (+53,8 Prozent). Überdies hat sich die Zahl der jüngeren Arbeitslosen fast verdoppelt: 95,7 Prozent mehr unter 25-Jährige (+1168 Personen) sind gemeldet. Die Arbeitslosenquote beläuft sich im April für den Kreis auf 8,5 Prozent und liegt damit deutlich über der von April 2008 mit 6,1 Prozent. Alle Geschäftsstellenbezirke verzeichnen im Berichtsmonat Anstiege. In Iserlohn und Hemer erhöht sich die Quote am geringsten um 0,3 Prozentpunkte auf 9,1 Prozent.
Die Agentur für Arbeit Iserlohn (SGB III) verzeichnet im April einen stärkeren Zuwachs an Arbeitslosen als die ARGE MK (SGB II). Es ist jedoch absehbar, dass sich die Entwicklungen und Zuwächse im Rechtskreis des SGB III bei einer länger andauernden Wirtschaftskrise zeitverzögert auf den Rechtskreis des SGB II ausweiten werden.
Die Agentur für Arbeit Iserlohn ist im April für rund 4000 Arbeitslose mehr zuständig als vor einem Jahr - ein Anstieg um 89,6 Prozent im Vergleich zum April 2008 auf 8424 Personen. Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB II (Arbeitslosengeld II) ist um 358 Personen bzw. 3,4 Personen angestiegen. Mit 10 958 Personen, darunter 813 unter 25-Jährige, erreicht die Arbeitslosenzahl der ARGE nahezu den Stand von Mai 2007. Eine positive Entwicklung kann Volker Riecke, Geschäftsführer der ARGE, auch in Zeiten der Krise berichten: „Die Zahl jüngerer Arbeitsloser ist gegenüber März um 27 Personen und damit um 3,2 Prozent leicht rückläufig. Zurückzuführen ist dies auf die in diesem Monat erneut gestartete Fördermaßnahme L.A.B.O.R. und die Vermittlungstätigkeit unserer Mitarbeiter, die sich speziell um die Integration Jugendlicher und junger Erwachsener bemühen.”
3701 Personen wurden im April aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet, 1134 in Erwerbstätigkeit. Es ist deutlich schwerer eine neue Stelle zu finden als vor einem Jahr. Den Abgängen standen 4787 Meldungen entgegen. Krisenbedingt befinden sich die Stellenmeldungen auf einem sehr niedrigen Niveau. Im April '09 wurden 484 Zugänge registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang um 52,7 Prozent. Die Betriebe setzen darauf, durch Kurzarbeit Personal zu halten statt neues einzustellen. Sie trennen sich zudem von Zeit- und Leiharbeitern. Seit Oktober haben voraussichtlich 1100 Betriebe mit rund 38 000 Mitarbeitern kurz gearbeitet. Den Schwerpunkt bilden Betriebe aus dem Metall- und Elektrobereich, der Kunststoffindustrie, weiterhin das Transportgewerbe.
18:51
Die Zahlen stimmen doch alle samt eh hinten und vorne nicht.Es ist das Papier nicht wert so etwas zu drucken.