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Bezirksvertreter an Nazi-Randale beteiligt

06.05.2009 | 18:28 Uhr
Bezirksvertreter an Nazi-Randale beteiligt

Rechtsextreme Schläger der Autonomen Nationalisten haben die DGB-Kundgebung angegriffen. Einhellig wollen das die Parteien verurteilen. Allerdings nicht alle: Denn NPD und DVU haben eine große Nähe zu den Schlägern.

Patrick Brdonkalla ist mitglied der Skinhead-Front Dorstfeld und sitzt für die DVU in der Bezirksvertretung. Das Foto zeigt ihn am 1. Mai im Polizei-Kessel nach dem Überfall auf die DGB-Demo. Foto: Geisheimer/Attenzione

Einer sitzt sogar in ihren Reihen: Patrick Brdonkalla, aktives Mitglied der „Skinhead-Front Dorstfeld”, sitzt für die DVU in der BV. Er soll einer der „Schläger von Dresden” sein, die im Vorfeld des Neonazi-Aufmarschs im Februar Gegendemonstranten zusammengeschlagen haben. Die Ermittlungen laufen. Und auch am Freitag saß er im Polizei-Kessel und muss mit einem Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs rechnen.

"Parteisoldaten" bei Neonazis

Er ist allerdings nicht der Einzige, der regelmäßig bei Neonazi-Demos dabei war: Steffen P. und Felix B.(Liedermacher „Flex”) sind bzw. waren bei den Autonomen Nationalisten aktiv. Vorher waren die Neu-Dortmunder in ihren jeweiligen Heimatstädten als JN-Stützpunktleiter, also örtliche Köpfe der NPD-Jugendorganisation, aktiv und sind der Justiz bekannt. Unter anderem läuft gegen P. ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs im Nachgang einer Antifa-Aktion. Auch der stv. Kreisvorsitzende der NPD Dortmund ist „Stammgast” der Neonazis.

Auf die Überfall-Beteiligung seines Fraktionsmitgliedes angesprochen, winkt DVU-Fraktionschef Max Branghofer ab. Davon habe er keine Kenntnis. Allerdings halte er es für möglich, dass dies eine Presselüge gewesen sei und „ausländische Mitbürger” mit der Gewalt angefangen hätten.

Die eigentliche Unverschämtheit ist für Branghofer, dass der OB ihn nicht zum Treffen aller Fraktionschefs eingeladen habe. Dort wurde eine gemeinsame Resolution erarbeitet, die fraktionsübergreifend die gewalttätigen Übergriffe der Neonazis verurteilen soll. Sie wird diesen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss eingebracht.

Ratsresolution gegen Gewalt

Die Mitwirkung Branghofers daran war für den Sonderbeauftragten des OB, Hartmut Anders-Hoepgen, nicht notwendig. Schließlich säße ja mindestens ein Gewalttäter in dessen Fraktion. Eine ungewollte Bekräftigung dessen gab NPD-OB-Kandidat Axel Thieme in der BV Mengede: Auf die Gewalt angesprochen, betonte Thieme, dass er wegen dieser Nähe zu Gewalttätern zur NPD gewechselt sei. Für Anders-Hoepgen eine Schutzbehauptung: Denn die DVU-Fraktion hat Thieme nicht verlassen. Und ob NPD und DVU gemeinsam zur Kommunalwahl antreten, ist weiter offen.

Alexander Voelkel

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