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Weihnachtsmarkt Essen: Mehrere Händler vom ersten Wochenende enttäuscht – „Vielleicht sind die Preise zu hoch“

Die neue Plastik-Tanne auf dem Weihnachtsmarkt Essen 2018.
Die neue Plastik-Tanne auf dem Weihnachtsmarkt Essen 2018.
Foto: Daniel Sobolewski / DER WESTEN

Essen. Der Weihnachtsmarkt Essen hat seit mehreren Tagen geöffnet, das Wetter könnte mit gefühlten Minustemperaturen kaum glühweinfreundlicher sein.

Und die ersten Besucher waren auch schon da, schauten sich das neue Konzept auf dem Willy-Brandt-Platz an, die Plastik-Tanne und andere Stände vom Hauptbahnhof bis hinunter zum Limbecker Platz. Doch nicht jeder ist zufrieden.

Vom Essener Marketing heißt es: „Die Schausteller sind zufrieden mit Umsätzen und Besuchern, alles lief gut.“ Doch auch wenn einige Schausteller zufrieden sind, spricht das noch lange nicht für die Besucher des Weihnachtsmarktes.

Am Freitag- und Samstagabend ist die Innenstadt von Essen gut gefüllt, aber überschaubar. An manchen Ständen, die normalerweise vollkommen überlaufen sind, wie der badische Winzer am Restaurant Pfefferkorn, haben sich am Samstagabend gegen halb acht kaum 20 Menschen eingefunden.

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Und auch am Kennedyplatz und Willy-Brandt-Platz sind es keine Menschenmassen, die sich durch die Gänge schieben. Es geht langsam voran, aber im Gegensatz zum Eröffnungs-Wochenende 2017 geht es immerhin voran. Damals stand der Besucher wie auf der A40 zur Rushhour im Stau.

Innerhalb weniger Sekunden kann man am Samstagabend an so ziemlich allen Ständen bestellen: Ein Novum am Weihnachtsmarkt-Wochenende, wo sich normalerweise gefühlt ganz Essen in der Innenstadt tummelt.

>>>Das hat sich 2018 alles auf dem Essener Weihnachtsmarkt verändert

Und diesen Eindruck bestätigen dann dann doch mehrere Betreiber von Glühwein- und Kunsthandwerkerständen vom Kennedy- und Willy-Brandt-Platz gegenüber DER WESTEN. Es sei deutlich weniger los als sonst beim Eröffnungs-Wochenende, heißt es.

Woran es liegt, weiß keiner so recht

Woran es liegt, weiß keiner, viellicht ist es zu früh im Jahr, vielleicht ist es die Preiserhöhung, die einige Besucher abschreckt. Schließlich kostet an den meisten Ständen ein Glühwein ohne Schuss mittlerweile 3,50 Euro.

Namen der Stände (der Redaktion bekannt) sollen nicht genannt werden, man wolle nicht noch mehr Kunden verlieren. Allerdings sind darunter auch Stände, die sonst nach eigener Aussage oft nahezu überrannt werden.

Und dann ist da noch die Plastiktanne auf dem Willy-Brandt-Platz. Mary (23) hatte die Tanne bereits in den sozialen Medien gesehen, sie wollte sie sich persönlich angucken. „Selten habe ich so etwas Hässliches gesehen. Und dass man da durch gehen kann, macht es auch nicht besser.“

Ihre Freundinnen stimmen kopfnickend zu, während andere Besucher den Gang durch die Tanne wagen und lachend wieder herausgekommen. „Das ist kein Weihnachtsbaum. Das ist absolut lächerlich und eine Schande für die Stadt Essen“, findet Markus Rimmek (51) nach einem Gang durch den Baum.

Plastiktanne dient für pubertäres Rumgefummel

Doch für manch einen hat die Plastiktanne dann doch einen Sinn. Am Samstagabend, nach dem die Glocke die letzte Runde eingeläutet hat und die Buden dicht machen, steht die Tanne immer noch dort. Nur wer genau hinschaut kann ein pubertäres Pärchen sehen, das die den Durchgang der Tanne beschlagnahmt hat für teeniehaftes Rumgefummel mit Sichtschutz vor Gaffern. Vermutlich nicht ganz der Sinn eines Weihnachtsbaums.

Aber der Weihnachtsmarkt Essen hat noch einige Wochen geöffnet. Und vielleicht schließen sich die unzufriedenen Händler den bereits vollkommen zufriedenen noch an, wenn es an die Abschlussbilanz geht. Die Tanne wird bis dahin wohl weiter für viel Gelächter sorgen. (fb)

 
 

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