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Toller Einsatz oder „Sozialporno“? Reaktionen auf Guido Reils Kältebus und die Kritik der Obdachlosenhilfe

Toller Einsatz oder „Sozialporno“? Reaktionen auf Guido Reils Kältebus und die Kritik der Obdachlosenhilfe

  • Guido Reil kauft Kältebus
  • Essener AfD-Politiker will damit Obdachlosen helfen
  • Er erntet Kritik der Obdachlosenhilfe
  • So sind die Reaktionen im Netz

Essen. 

Lobenswerter ehrenamtlicher Einsatz oder doch nur eine scheinheilige PR-Show? Der vom Essener AfD-Politiker Guido Reil gekaufte Kältebus (hier alle Infos) für Obdachlose im Ruhrgebiet hat nicht nur Befürworter.

Weil in Reils Augen „niemand den Obdachlosen in Deutschland hilft“, packte er das Thema selbst an und organisierte einen Bus, der Obdachlose im Winter mit einer warmen Mahlzeit, einem heißen Kaffee oder einem Schlafsack hilft.

Schädlich statt hilfreich nennt die Essener Obdachlosenhilfe „Essen packt an!“ diese Aktion. Sprecher Markus Pajonk sieht darin eine nicht organisierte und nicht zielführende, sondern sogar kontraproduktive PR-Show: „Dieser Sozialporno blockiert die ernsthafte Debatte, die wir mit der Stadt über Obdachlosenhilfe führen.“

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„Lieber Sozialporno statt weiterhin Sozialtragödie“, sagt Wolfgang S. in einem Kommentar auf Facebook. Dort ist eine Debatte über den AfD-Kältebus entbrannt. „Hier wird mal wieder vorzeitig abgeurteilt!“, kommentiert Frank B. „Guido Reil hat sich z.b. jahrelang für die AWO engagiert. Ist es nicht egal woher die Gelder für solche Projekte kommen und wer diese ins Leben ruft?“, fragt er und auch Frank S. findet: „Lasst doch den Wagen der AfD fahren, was kann er falsch machen?? Hauptsache ist doch, dass dadurch mehr in das Bewusstsein der Menschen kommt und damit vielleicht auch in das Bewusstsein der ‚menschenfernen‘ Politik.“

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Auch im Netz gibt es aber zahlreiche Gegenstimmen zu Reils Idee. Daniela B. kommentiert: „Also erstmal eine super Idee. Aber die Kritiker haben schon Recht, wenn sie sagen, dass Hilfe für Obdachlose nicht ganz so einfach funktioniert!“

Birgit K. findet Reils Vorgehen nicht nachvollziehbar: „Man darf sich auch als Politiker engagieren, keine Frage, aber dann erwarte ich auch Kooperation und einen Blick auf das grosse Ganze. Die Aktion von Herrn Reil wirkt dabei nicht zu Ende gedacht.“

Außerdem ärgert sie sich über Guido Reils Aussage, niemand würde den Obdachlosen helfen. „Man kann sichersagen es wird nicht genug getan, aber zu sagen es würde nichts getan ist eine Ohrfeige für die vielen Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Unterstützer.“

Einen einfachen Kompromiss schlägt Juliane P. vor: „Warum stellt er seinen Kältebus nicht einfach der bestehenden Obdachlosen-Hilfe zur Verfügung?“

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