Essen

Tödliche Bluttat in Oberhausener Bus – Zeuge weint so bitterlich, dass auch dem Angeklagten Ramadan K. die Tränen kommen

Ramadan K. (r.) soll bei einem Streit an der Bushaltestelle Lipperfeld in Oberhausen einen Mann erstochen haben.
Ramadan K. (r.) soll bei einem Streit an der Bushaltestelle Lipperfeld in Oberhausen einen Mann erstochen haben.
Foto: Justin Brosch, Julia Kübel, Montage: DER WESTEN
  • Im November eskalierte ein Streit in einem Oberhausener Nachtbus
  • Mike R. (28) wurde mit sieben Messerstichen getötet
  • Beim Prozess musste sein Freund Martin L. bitterlich weinen

Essen. „Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, bevor diese Tat geschah“, waren die letzten Worte von Martin L. (26) im Zeugenstuhl des Essener Landgerichts.

Er sagte am Freitagmorgen im Prozess um die schreckliche Bluttat in Oberhausen aus, bei der in der Nacht zum 26. November letzten Jahres Mike R. (28) getötet und sein Bruder Denny R. (26) schwer verletzt wurde.

Zuvor hatte L. als Zeuge Rede und Antwort gestanden. Man konnte spüren, was für eine Qual es für ihn war, alle Einzelheiten dieser Nacht noch einmal zu erzählen. Mehrfach wischte er sich die Tränen aus den Augen, als er mit zitternder Stimme von seinem Kumpel Mike R. erzählte.

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Martin L. und der wegen Totschlags, körperlicher Misshandlung und Raub angeklagte Ramadan K. (21) waren in einem Oberhausener Nachtbus aneinandergeraten. Die Aussage des Zeugen und auch die Videos von der Überwachungskamera des Busses lassen erahnen: Es brauchte nicht viel, um Ramadan K. aus der Fassung zu bringen.

Auf dem Heimweg des „Polonia Music Festivals“ in der Turbinenhalle war L. mit vielen Freunden in den Bus gestiegen. Einen „dummen Spruch“ des Angeklagten habe L. mit den Worten „Halt die Schnauze!“ erwidert – eine Sekunde später trat Ramadan K. ihm mit aller Gewalt ins Gesicht.

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L. erinnert sich gut an den hasserfüllten Blick des Verdächtigen. „So etwas Menschenverachtendes habe ich noch nie gesehen“, sagt er aus. Es entstand eine Rangelei im Bus, Schläge und Tritte fielen. Auch Martin L. verlor die Beherrschung, trat den am Boden liegenden K. mehrfach.

Als Martin L. den Kontrahenten und dessen beiden Begleiter aus dem Bus geschoben hatte, hatte er die Hoffnung, die Situation würde sich beruhigen. Stattdessen nahm er wahr, wie sein Freund Denny R. einen Hieb ins Gesicht bekam, die Hände vors Gesicht schlug und sofort stark blutete.

Bluttat in Oberhausen: Mike R. mit sieben Messerstichen getötet

Vermutlich war das die Messerattacke, wegen der R. später notoperiert werden musste. Wohl kurz darauf wurde Dennys Bruder Mike R. mit sieben Messerstichen in Bauch und Hals getötet.

Immer wieder kämpfte Martin L. während seiner Aussage mit den Tränen. Als der Vorsitzende Richter Volker Uhlenbrock ihn fragte, wie es ihm in den Wochen nach der Tat erging, berichtete L., er habe im Dezember nicht arbeiten und oft kaum schlafen können, sei immer wieder hochgeschreckt. Dann begann er hemmungslos zu weinen.

Angeklagter Ramadan K. kämpft mit den Tränen

Dieser hochemotionale Moment trieb nicht nur den Eltern des getöteten Mike R. und manchen Menschen im Zuschauerraum die Tränen in die Augen. Auch der angeklagte Ramadan K., der bis dahin durchweg regungslos nach unten geschaut hatte, versteckte das Gesicht hinter den Händen, schluckte mehrfach schwer und rieb sich Tränen aus den Augen.

Weitere Zeugen aus der Gruppe der Festival-Besucher sagten anschließend aus.

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