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Essen: SEK stürmt falsche Wohnung – traumatische Erfahrung für Studenten

Essen vs. Bochum - Der ultimative Städtevergleich

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Essen. Von so etwas werden glücklicherweise nur wenige Menschen geweckt. Als ein Mann (28) am frühen Morgen des 25. Januar lauten Krach hört und aufschreckt, blickt er plötzlich in den Lauf einer Pistole. Dahinter ein Polizist der Spezialeinheit Essen.

Kurz darauf liegt der junge Mann gefesselt am Boden. Doch dann bekommt die Polizei Essen die Nachricht: „Bindet ihn los, es ist der Falsche“. Der, um den es geht, wohnt eine Etage tiefer. Als Entschuldigung für die Umstände bekommt der vollkommen verstörte Mann vorerst nicht mehr als eine nette Geste.

Essen: SEK stürmt die falsche Wohnung – Entschädigung ist kaum zu fassen

„Dabei handelte es sich um einen 50-Euro-Gutschein für Amazon, weil die Führungskraft davon ausging, dass dieser für einen 28-Jährigen geeigneter sei als ein Blumenstrauß“, erklärt die Polizei einige Tage nach dem Vorfall. Nichtsdestotrotz könne der Mann auf Schadenersatz klagen.

Den Amazon-Gutschein empfand der verschreckte Student als „Verhöhnung“. Er begann eine Psycho-Therapie, um das Trauma zu verarbeiten und beriet sich mit seinem Rechtsanwalt Jörg Hufer. „Mit einem Amazon-Gutschein ist es dabei nicht getan“, sagte der zu dem Fall. „Zu so einem Fehler darf es nicht kommen. Wir fordern vom Land NRW Schmerzensgeld.“

Denn das war nicht nur eine äußerst peinliche Angelegenheit für das SEK, sondern auch eine traumatische Erfahrung für den 28 Jahre alten Studenten Burak T. Er wurde von lauten Schreien geweckt, als die Einsatzkräfte in sein Zimmer stürmten und plötzlich Waffen auf sein Gesicht richteten.

Traumatisches Erlebnis für den Studenten

Man mag sich überhaupt nicht aufmalen, was in ihm vorging, während er gefesselt am Boden lag. Als klar wurde, dass die Einheit die falsche Wohnung gestürmt hatte, band man den Mann sofort wieder los. Doch die Bilder in seinem Kopf bleiben!

Die eigentlichen Zielpersonen, ein 39-Jähriger und seine 27-jährige Partnerin wohnten einen Stock tiefer und sollen eine Schülerin rassistisch beleidigt und bedroht haben. Weil der eigentliche Tatverdächtige offenbar im Besitz einer Waffe war, war die Spezialeinheit auf ihn angesetzt worden.

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Essen: SEK stürmt falsche Wohnung – und entschuldigt sich beim Bewohner mit einem Gutschein

Der junge Mann aus Essen konnte seit dem Vorfall kaum noch schlafen und litt unter Angstzuständen. „In diesem Moment hatte ich Todesangst“, verriet er der „BILD“. Ich habe gewinselt, die Polizisten angefleht, nicht zu schießen.“ Er bekam eine Panik-Attacke und auch noch brennende Augen – weil das SEK zuvor noch eine Tränengas-Granate in die Wohnung geworfen hatte.

„Ich war später nur froh, dass mein krebskranker Vater im Krankenhaus und Mutter und Schwester schon aus dem Haus waren.“ Burak T. hatte kein Verständnis für die Verwechslung. „So etwas wird doch vorbereitet. Die richtigen Namen stehen an den Türen.“ Die Polizei erklärte den Fehler damit, dass ihnen „widersprüchliche Angaben bezüglich der Lage der Wohnung“ vorlagen. (mbo)