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Essen: Nach Clan-Schlägerei! Experte mit düsterer Prognose – „Wird noch schlimmer“

Die Clan-Eskalation zwischen Libanesen und Syrern versetzt die Polizei Essen in Alarmbereitschaft. Ein Experte zieht eine düstere Prognose.

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© Markus Gayk/dpa

Clan-Kriminalität in Deutschland: Woher kommen die Clans und wie kriminell sind sie?

Mit kriminellen Araber-Clans sind meist Mitglieder von Großfamilien mit türkisch-arabischen Wurzeln gemeint. In Deutschland gehören laut dem BKA rund 200.000 Menschen zu solchen Großfamilien.

Freitagabend, 16. Juni, gegen 21.30 Uhr in Essen: Eine große Personengruppe versammelt sich im Bereich der „Grünen Mitte“ in der Innenstadt, die Stimmung ist aufgeheizt. Die Gruppe, die aus etlichen Libanesen besteht, marschiert los in Richtung City. Ihr Ziel: ein syrisches Restaurant auf dem Salzmarkt. Dort wartet bereits eine andere Gruppe. Es sind überwiegend Syrer – und die liefern sich daraufhin eine Massenschlägerei mit den Libanesen (mehr hier).

Zeugen von vor Ort sehen bis zu 200 Männer, teilweise bewaffnet mit Messern, Dachlatten und Baseballschlägern. Möbel fliegen umher, es wird geschrien, Glas zerbricht. Die Polizei Essen rückt mit einem Großaufgebot und Hunden an, ein Hubschrauber ist im Einsatz. Es gibt mehrere Verletzte, auch Polizisten. Ist das erst der Beginn eines Clan-Kriegs zwischen alteingesessenen libanesischen Großfamilien und Syrern, die vergleichsweise neu in Deutschland sind?

Essen: Nach Clan-Massenschlägerei! Experte mit düsterer Prognose

Schon im November 2020 hatte Clan-Experte Ahmad A. Omeirate (38) aus Berlin gegenüber DER WESTEN davor gewarnt, dass „Essen ein Phänomen für sich“ sei. Der Forscher damals: „Die syrische Militärintervention im libanesischen Bürgerkrieg, die jahrzehntelange Besatzung des Libanon und letztlich das Attentat auf den damaligen Ministerpräsidenten Hariri haben Aversionen gegen Syrer entstehen lassen.“

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Er ergänzt: „Hinzu kommt der syrische Bürgerkrieg, in dem wiederum die libanesisch-iranische Terrororganisation Hisbollah an der Seite von Diktator Assad kämpft. Diese alten und neuen Konflikte werden auch hier ausgetragen.“ Seine Warnung wurde von der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Clan der Essener Polizei unbeachtet gelassen.

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Einheiten der Polizei Essen bewachen am 16. Juni Mitglieder einer Gruppe in der Innenstadt. Foto: dpa

Und weiter: „Die Erfahrung einer wahrgenommenen Ungleichbehandlung beschäftigt viele Libanesen. Sie empfinden, dass die Syrer bei ihrer Ankunft in Deutschland eine andere Art der Unterstützung und Aufnahme seitens der Politik und Gesellschaft erfahren haben als sie selbst, die teilweise über Generationen hinweg mit der Kettenduldung leben müssen, ohne dass sich daraus ein dauerhafter Aufenthaltsstatus entwickelt.“

Warnung vor „jahrzehntelanger Fehde“ in Essen

Keine drei Jahre später ist diese Prognose bittere Realität geworden, sichtbar für jeden friedlichen Bürger der Stadt. Und Omeirate warnt erneut – diesmal davor, dass die Lage noch schlimmer werden kann! Er mahnt gegenüber DER WESTEN: „In Castrop-Rauxel wurde bereits ein Syrer lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Sollte es zu einem ersten Todesopfer kommen, besteht entweder die Gefahr einer Blutrache oder es wird Blutgeld gefordert. Wenn dies nicht geschieht, könnte die Situation in Essen vollständig eskalieren!“

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Die Polizei Essen ist mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen, konnte eine völlige Eskalation verhindern. Foto: dpa

Der Experte nimmt dabei auch die Polizei und die Politik in die Pflicht, fordert ein entschlossenes Handeln und die Zerschlagung von Parallelstrukturen. Omeirate kritisiert: „Es ist besorgniserregend zu beobachten, wie diese Menschen in isolierten Gemeinschaften untergebracht sind. Viele Migranten sind hier unter sich und bleiben es auch. Auf den Straßen gilt dann das Prinzip des Stärkeren. Dadurch wird eine Integration nahezu unmöglich, der Rechtsstaat verliert an Bedeutung und es entsteht eine Paralleljustiz.“


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Noch hätten die Libanesen, die seit mehreren Jahrzehnten hier leben, einen „Vorsprung“, gelten als „Platzhirsche“. Doch Omeirate schränkt ein: „Die Syrer, die bereits seit acht oder neun Jahren hier sind, bahnen sich einen Weg, um die Libanesen von ihrer dominierenden Position zu verdrängen. Es besteht zweifellos die Gefahr eines jahrzehntelangen Konflikts zwischen den beiden Gruppen in Essen und im Ruhrgebiet, sollte es zu einem Todesfall kommen.“