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Essen: Miserable Zustände an Grundschule? Mutter packt aus – „Enorme Gefahrenquellen“

Eine Mutter aus Essen macht sich große Sorgen um ihr Kind, dass zur Grundschule in Frintrop geht. Grund dafür ist eine große Baustelle.

Essen-Frintrop Altfriedschule Baustelle
© Dominika Jendritzki

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Angst um die eigenen Kinder – die treibt Eltern aus Essen an. Seit Monaten sind sie in Sorge um die Sicherheit der Schüler an der Altfriedschule in Frintrop. Grund dafür sind Bauarbeiten, die hier schon seit zwei Jahren andauern.

Seit ein paar Monaten sei es besonders schlimm, wendet sich Dominika Jendritzki im Namen der Klasse 1a an DER WESTEN. Sie wisse sich nicht mehr zu helfen, hätte auch schon eine Beschwerde an Oberbürgermeister Thomas Kufen gestellt. Auf Nachfrage hat die Stadt nun auf die Vorwürfe reagiert.

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Essen: Eltern in Sorge um Schüler – „Enorme Gefahrenquellen“

„Unsere Grundschule ist seit Monaten eine Großbaustelle der Stadt Essen mit enormen Gefahrenquellen!“, beschwert sich Dominika Jendritzki. Jeden Morgen würden die Baustellenfahrzeuge schon ab 7.30 Uhr loslegen – „was genau in die Schulwegzeit der Kinder fällt“. Und dass trotz mehrfachen Ermahnens seitens der Schulleitung, wie sie behauptet.

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Jendritzki hat deshalb große Angst um die Schüler und auch um ihren eigenen Schützling. „Ich glaube, jeder kann sich ausmalen, was passiert, wenn ein Kind hier zu Schaden kommt!“

Essen-Frintrop Altfriedschule Baustelle bagger
An der Altriedschule in Essen-Frintrop gibt es eine große Baustelle. Die bereitet den Eltern Sorgen Foto: Dominika Jendritzki

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Essen: Schule verspricht „sicheren Zugang“

Seit Anfang Dezember laufen die Arbeiten am Außengelände, die Planungen allerdings schon seit Jahren. „Man sollte doch von einer Stadt wie Essen erwartet können, eine Schule erweitern zu können!“, holt die Mutter aus. Auf der Webseite der Schule steht lediglich folgender Hinweis zu den Bauarbeiten:

„Die Zufahrt zur Schule wird geändert und für die Kinder wird ein sicherer Zugang zum Schulgebäude mit Bauzäunen gebaut. Fahren Sie auf keinen Fall mit dem Auto in die Stichstraße zur Schule und halten Sie die Feuerwehrzufahrt zu unserer Schule frei!“

Monatsbrief der Schulleitung Altfriedschule
Eingang zur Altriedschule in Essen
Links am Zaun müssen die Kinder vorbeilaufen, um zur Schule zu kommen. Foto: Dominika Jendritzki

Doch die Essenerin wähnt die Kinder nicht in Sicherheit – einerseits wegen der Baustellenfahrzeuge, andererseits wegen der zugestellten Feuerwehrzufahrt. „Die ist aktuell durch die Baustelle nicht vorhanden! Das Gebäude brennt aktuell bei einem Brand zu 100% nieder!“, warnt sie eindringlich. Sie fordert deshalb eine Lösung zu finden, „dass die Kinder sicher und ohne Gefahr zur Schule kommen“.

Stadt reagiert auf Vorwürfe

„Der Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie aller Mitarbeitenden hat absolute Priorität und wurde bereits mit Beginn der Planungen sehr hoch eingestuft“, versichert eine Stadtsprecherin gegenüber DER WESTEN. Das Schutzkonzept sehe unter anderem Schülerlotsen und ein Verbot zur Lieferung und Entsorgung vor 8.00 Uhr vor. „Leider hat es in wenigen Einzelfällen Fremdfirmen gegeben, die sich nicht an die Verabredungen gehalten haben“, bedauert die Stadt. „Die Verwaltung hat mit Nachdruck alle vor Ort tätigen Firmen darauf hingewiesen, verantwortungsvoll auf die Einhaltung des abgestimmten Schutzkonzeptes zu achten.“

Die Bedenken der Eltern würden sehr ernst genommen, beteuert die Sprecherin. Verwaltung und Schulleitung stünden in einem engen Austausch und dadurch seien bereits erste Lösungen gefunden worden. Etwas müssen sich Eltern und Schüler noch gedulden, bis die Bauarbeiten überstanden sind. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus sei nach aktuellem Stand für Ostern geplant.


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Danach folgt allerdings noch die Sanierung des Bestandsgebäudes und der Turnhalle. Die wird erst Herbst 2024 abgeschlossen sein, gibt die Stadt bekannt. „Aufgrund der aktuellen Marktlage und der bekannten Lieferschwierigkeiten in nahezu allen Gewerken sind weitere Verzögerungen möglicherweise nicht auszuschließen.“

Essen: Mutter – „Müssen die ganze Sache beschleunigen“

Jendritzki will aber unter keinen Umständen, dass die Kinder noch so lange warten müssen. „Wir müssen die ganze Sache beschleunigen. Die Kinder sind seit Baubeginn ohne Spielgeräte und ohne altersgerechten Schulhof“, meckert sie. „Wir sprechen hier von Grundschulkindern, die auch einfach einen enormen Bewegungs- & Spieldrang haben.“ Sie fordert ganz klar: „Wir möchten das unsere Kinder eine schöne Schulzeit haben und nicht die nächsten zwei Jahre von einer Baustelle begleitet werden, bis sie die Schule wechseln“.