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Duisburg: Klatsche für XXL-Schriftzug! „Selfiespot“ macht Stadt arm

Der „Duisburg ist echt“-Schriftzug bildet nicht nur einen beliebten Selfiespot, sondern auch ein bitteres Beispiel für Steuerverschwendung.

Der "Duisburg ist echt"-Schriftzug steht in der Kritik.
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Er ist blau, groß und sticht Anwohnern und Touristen in Duisburg direkt ins Auge: Der lebensgroße Schriftzug „Duisburg ist echt“ wandert seit Monaten an belebte Plätze der Stadt.

Doch der „Selfiepoint“, der aktuell am Hauptbahnhof Duisburg platziert ist, zieht der Stadt vor allem auch das Geld aus der Tasche. Laut dem „Bund der Steuerzahler“ stehen die Buchstaben nicht nur für Werbung, sondern auch für einen besonders teuren Fall von Steuerverschwendung.

„Duisburg ist echt“ kostet Stadt jährlich mehrere Tausend Euro

Seit September 2021 können Duisburger und Besucher der Stadt vor dem blauen „Duisburg ist echt“-Schriftzug posieren und werbewirksame Selfies in den sozialen Netzwerken verbreiten.

Laut „Bund der Steuerzahler“ scheint sich der Aufwand aber nicht zu rentieren – der Schriftzug landete im „Schwarzbuch 2023“, in dem 100 Fälle von Steuerverschwendung Deutschland aufgeführt sind.

Die Anschaffung des mobilen „Duisburg ist echt“-Schriftzugs kostete alleine 100.000 Euro, weitere 11.280 Euro netto kommen für eine mobile Powerstation zur netzunabhängigen Beleuchtung dazu.

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Auch die Folgekosten haben es sich in sich: Für die Reinigung der Buchstaben oder Reparaturen an der Schrift zahlt die Stadt jährlich um die 3000 Euro aus. Zudem kostet jeder Standort-Wechsel etwa 3500 Euro. Im Schnitt zieht die Werbeanlage zwei- bis viermal im Jahr um.

Duisburg-Schriftzug laut Stadt „unschlagbarer Preis“

Der Schriftzug wurde vom Duisburger Kontor entwickelt. Gegenüber der „Rheinischen Post“ verteidigt Kommunikationschef Alexander Klomparend die Investition. Alleine am Hauptbahnhof würden aktuell 40.000 Menschen pro Tag an dem Schriftzug vorbeikommen, wie viele Menschen ihn tatsächlich sehen, kann nur geschätzt werden.

Würde der Kontaktpreis je 1000 Ansichten bei 10 Euro liegen, wäre der Anschaffungspreis schon nach kürzester Zeit getilgt. Ein „unschlagbarer Preis“, so Klomparend. Die Verlinkungen in den Sozialen Medien nicht einberechnet.


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Auch während der Kanu-WM in Duisburg war der Werbeslogan an der Regattabahn in allen TV-Übertragungen zu sehen. „Das ist quasi Bandenwerbung für uns.“ Würde man diesen Aspekt dazu rechnen, sei es „angesichts der Investition und der hohen Wirtschaftlichkeit ein Tollhaus“, dass der Steuerzahlerbund den Schriftzug in dem Schwarzbuch listet.