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Dortmund: Tödliche Schüsse auf 16-Jährigen – Ministerium verteidigt Bodycam-Abschaltung

Gewahrsam? Festnahme? Was diese Polizei-Begriffe wirklich bedeuten

Noch immer schlägt der Tod eines 16-Jährigen während eines Polizeieinsatzes in Dortmund große Wellen.

Nun sind neue Details zu dem Einsatz der Polizei in Dortmund durchgesickert – und die haben es in sich!

Dortmund: 16-Jähriger bei Polizeieinsatz getötet

Am 8. August war der 16-jährige Mouhamed D. während eines Polizeieinsatzes erschossen worden (wir berichteten>>>). Am Montag sollte die Beerdigung des Senegalesen stattfinden, doch sie wurde kurzfristig abgesagt (hier mehr>>>). Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, sollen während des Vorfalls auf dem Innenhof einer Jugendhilfeeinrichtung in der Dortmunder Nordstadt die Bodycams der zwölf Beamten ausgeblieben sein.

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Das ist die Stadt Dortmund:

  • wurde 880 erstmals schriftlich erwähnt (als ‚Throtmanni‘)
  • hat 588.250 Einwohner (Stand: Dezember 2019) und ist damit die neuntgrößte Stadt Deutschlands
  • nach Fläche und Einwohnerzahl die größte Stadt im Ruhrgebiet
  • der Signal-Iduna-Park (Heimstadion von Borussia Dortmund) ist mit über 81.000 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands
  • weitere Sehenswürdigkeiten: Westfalenpark, Dortmunder U, Deutsches Fußballmuseum
  • Oberbürgermeister ist Thomas Westphal (SPD)

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Dementsprechend wurde das Geschehen nicht von den Kameras aufgezeichnet. In einem internen Bericht an das Innenministerium soll die Polizei Dortmund das Versäumnis damit begründen, dass es sich bei dem Einsatz am vorvergangenen Montag um eine dynamische Lage gehandelt habe. Im Zuge der Situation vor Ort habe man es versäumt, die Bodycams einzuschalten.

Dortmund: Warum waren die Bodycams der Polizisten ausgeschaltet?

Das NRW-Innenministerium hatte sich zunächst zu dem Thema nicht äußern wollen, gab lediglich an, dass die Frage des Bodycam-Einsatzes Gegenstand der aktuellen Ermittlungen sei. Jetzt die Kehrtwende!

++ Dortmund: Mann zwingt Zug zur Vollbremsung – du ahnst nicht, was er dann abzieht ++

Ein Ministeriumssprecher hat dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mitgeteilt, dass eine Dienstanweisung der NRW-Polizei Regelungen für den Bodycam-Einsatz enthalte.

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Demnach sei das Filmen „höchstpersönlicher Lebenssachverhalte“ nicht gestattet. Der Sprecher: „Die höchstpersönliche Entscheidung, sein Leben beenden zu wollen und dabei ,gefilmt‘ zu werden, könnte darunter zu subsummieren sein“. In der Tat hatte der Getötete zuvor angekündigt, sich das Leben nehmen zu wollen.

Der 16-Jährige ist nun seine letzte Reise angetreten. In seiner Heimatstadt im Senegal wurde er beerdigt, dabei war der Plan eigentlich ein anderer. (Hier mehr dazu) (gb, mg)