Bochum

Markus Lanz fragt im ZDF Menschen, was sich im Ruhrgebiet verändert hat – und bekommt eine klare Antwort

Markus Lanz bereiste für eine ZDF-Doku Deutschlands Regionen – auch das Ruhrgebiet.
Markus Lanz bereiste für eine ZDF-Doku Deutschlands Regionen – auch das Ruhrgebiet.
Foto: dpa

Bochum. Für die ZDF-Dokumentation „Deutschland!“ ist Markus Lanz durch die Republik gereist, um sich mit den Menschen über Heimat, den Wertewandel und ihre alltäglichen Probleme zu unterhalten.

Dabei tourte der ZDF-Moderator auch fleißig durch das Ruhrgebiet – und lieferte dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Sorgen der Menschen im Revier.

Ob Kioskbesitzerin Gabi aus Bottrop, Werkstattbesitzer Jimmy aus Bochum, Bruno – 33 Jahre Opelaner – oder das auf einen Campingplatz nach Rees ausgewanderte Essener Ehepaar Teschner: Alle tragen tiefgreifende Zukunftsängste mit sich herum – und lieben das Ruhrgebiet dennoch innig.

Markus Lanz für ZDF-Doku im Ruhrgebiet: Zukunftsangst und Heimatliebe

Die letzte Zeche schließt, das Ruhrgebiet verliert ein riesiges Stück seiner Identität. Und weil der Strukturwandel noch lange nicht vollzogen ist, leiden viele Menschen im Pott unter den tiefgreifenden Veränderungen.

„Schade, dass die das alles so kaputt gehen lassen“, sagt Gabi vorwurfsvoll Richtung Politik. Seit 32 Jahren betreibt sie einen Kiosk in Bottrop-Ebel und konnte den Wandel in ihrer Nachbarschaft so sehr gut beobachten.

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„Der Bergbau machte den Charme der Siedlung aus“, trauert sie gegenüber Markus Lanz den großen Zeiten des Ruhrgebiets nach. „Wir wissen nicht, ob wir irgendwann mal wieder Koks und Kohle brauchen. Aber dann holen wir sie uns aus China“, sagt Gabi zynisch.

Zechensterben, Arbeitslosigkeit, soziale Ungerechtigkeit und der hohe Ausländer-Anteil im Ruhrgebiet – das sind die Themen, die alle Menschen beschäftigen, mit denen Markus Lanz für seine ZDF-Doku spricht.

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Jimmy kam 1972 aus der Türkei nach Deutschland, führt in Bochum eine KfZ-Werkstatt. Er gesteht: „Früher habe ich auf der Straße nach einem gleichaltrigen Türken gesucht, die mit mir türkisch sprechen. Heute muss ich mich manchmal verstecken, wenn ich von Türken nicht gesehen werden will“, schmunzelt er.

Ein Stammkunde von Jimmy bringt die Sorgen vieler Ruhries auf den Punkt: „Man lässt das Ruhrgebiet absacken, wie wir früher auf’m Pütt gesagt haben.“

Markus Lanz im ZDF: Ruhrpottler lieben den Ruhrpott.

„Zieht weg, wer es sich leisten kann?“, fragt Markus Lanz Kioskbesitzerin Gabi und ihren Mann. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Auf gar keinen Fall. Das ist doch unsere Heimat. Und es ist trotzdem schön hier.“

Eine Verbundenheit zum Ruhrgebiet, die alle versprühen, mit denen Markus Lanz auf seiner Reise durch das Ruhrgebiet spricht. Trotz tiefgreifender Probleme ist klar: Ruhrpottler lieben den Ruhrpott.

Das Ruhrgebiet litt in den vergangenen Jahrzehnten ununterbrochen unter dem Strukturwandel. Immer mehr Jobs in der Kohle - und Stahlindustrie brachen weg. Allein in der Kohleförderung arbeiteten in den 1950er-Jahren fast 500.000 Menschen - nun muss dieses Jahr auch die letzte Zeche schließen.

Das ist die Karriere von Markus Lanz:

  • 1969 wird Lanz in Südtirol geboren
  • 1997 wird er Moderator der Sendung „Guten Abend RTL“
  • 1998 bis 2008: Moderator bei "Explosiv - Das Magazin“ auf RTL
  • Seit 2008 moderiert er seine eigenen Show „Markus Lanz“ im ZDF
  • Von 2012 bis 2014 moderierte er außerdem „Wetten, dass..?"

Markus Lanz moderiert sein 2014 seine eigene Talk-Show „Markus Lanz“ und präsentiert für das ZDF auch immer wieder Spezials wie nun seine Deutschland-Reise. Der 49-Jährige ist allerdings nicht Deutscher, sondern Italiener. Lanz wurde 1969 in Südtirol geboren.

Außerdem moderierte Markus Lanz zwischen Oktober 2012 bis zum Dezember 2014 das Samstagabend-Flaggschiff „Wetten, dass..?“, bevor die Show beendet wurde.

In der Ausgabe von „Wetten, dass..?“ am 5. April 2014 verkündete Markus Lanz das Ende der Show, nach 33 Jahren wurde am Jahresende 2014 die letzte Sendung gezeigt.

Lanz beendete sie am 13. Dezember 2014 in Nürnberg mit den Worten: „Das Leben geht weiter … Wetten, dass..?“. Insgesamt moderierte er 16 Ausgaben des Formates. Lanz moderierte 16 Ausgaben - und damit mehr als Wolfgang Lippert, der nur neun Ausgaben moderierte und der Nachfolger von Thomas Gottschalk war.

Markus Lanz: ZDF hatte lange nach Nachfolger für "Wetten, dass...?" gesucht

Für seinen Moderationsstil von „Wetten, dass..?“ hat Markus Lanz viel Häme und Kritik einstecken müssen - dabei hatte Lanz zum Teil durchaus sinnvolle Neuerungen eingeführt. So standen die Wetten wieder mehr im Mittelpunkt.

Das ZDF hatte nach dem Ausstieg von Thomas Gottschalk lange nach einem Nachfolger gesucht. Unter anderem Stefan Raab und Hape Kerkeling waren im Gespräch gewesen - die meisten Kandidaten sagten aber ab.

 
 

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