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Jan Ullrich: Endlich spricht er es aus! „Ja, ich habe gedopt“

17 Jahre lang schwieg Jan Ullrich, dementierte oder wich aus. Nun sagt der einstige Nationalheld die magischen Worte, die alle hören wollen.

© IMAGO/Sven Simon

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Er ist unbestritten der größte Rad-Star, den Deutschland je hatte. Jahrelang zog Jan Ullrich die deutschen Sportfans in ihren Bann, wurde durch seinen Tour-Sieg 1997 zu einem der größten Stars der Nation. Sein Dopingskandal schlug riesige Wellen.

Trotz positiver Proben, Sperren und aberkannten Titeln hatte er nie öffentlich zugegeben, gedopt zu haben. Bis jetzt. Im „Bild“-Interview sprach er die Worte, die seine Fans seit Ewigkeiten von ihm hören wollen: „Ja, ich habe gedopt.“

Jan Ullrich gesteht Doping

Lange hatte er es bestritten. Als es nicht mehr zu bestreiten war, redete er stets um den heißen Brei herum. Nun gesteht „Ulle“ erstmals ganz klar und deutlich, dass er als aktiver Rad-Profi gedopt hat.

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Jeder, der sie gesehen hat, schwärmt bis heute von der Tour de France 1997. Der bis dahin praktisch unbekannte Youngster aus Rostock fuhr wie ein junger Gott die französischen Berge rauf und runter, verwies die Superstars Richard Virenque und Marco Pantani auf die Plätze 2 und 3 und machte sich mit 22 Jahren zum Tour-Sieger. Über Jahre prägte er den Radsport, wurde Olympiasieger, musste sich aber immer wieder dem großen Lance Armstrong geschlagen geben.

„Ja, ich habe gedopt“

2006 folgte der Schock: Wenige Tage vor dem Tour-Start wurden Verbindungen zum berüchtigten spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes bekannt, die er stets bestritten hatte. Dann ging alles ganz schnell. Noch vor dem Prolog warf das „T-Mobile-Team“ seinen Star hochkant raus, in den folgenden Monaten wurden die Doping-Hinweise immer erdrückender.

1997 bestieg Jan Ullrich den Thron, ist bis heute einer der besten Radspotler aller Zeiten. Foto: imago images/Bürhaus

Doch Jan Ullrich bestritt weiter alles. Selbst, als er gesperrt wurde, ihm der zweite Platz von 2005 aberkannt und die Dopingproben seine Vergehen belegten. Das nahmen ihm viele übel. Und selbst, als es nur noch ein unausgesprochener Fakt war, wollte der Rad-Star nie gestehen.

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Er redete sich um Kopf und Kragen, sprach von „Chancengleichheit“ und betonte: „Ich habe nichts genommen, was die anderen nicht auch genommen haben.“ Ein halbes Geständnis. Die Worte, die jeder Fan von ihm hören wollte, kamen nie. Bis jetzt. 17 Jahre nach dem Dopingskandal sagt er gegenüber „Bild“ nun endlich: „Ja, ich habe gedopt.“

1996 sei er erstmals mit dem Thema in Kontakt gekommen. „Ich wusste gar nicht, was das ist, war im zweiten Jahr, ein ganz junger Profi. Nach diesen Gesprächen wusste ich: Der Radsport hat schon lange ein Riesenproblem.“


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„Mir ging es um Chancengleichheit“, betont er noch einmal. In der Tat ist heute ein offenes Geheimnis, dass in diesen Jahren praktisch jeder Topfahrer mit illegalen Mitteln gearbeitet hatte.