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WM 2022: Uli Hoeneß in großer Sorge – „Schaden schon erkennbar“

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat sich in einem Interview zur Weltmeisterschaft in Katar geäußert.

© IMAGO / Future Image

Katar: Arbeitsmigranten beklagen Ausbeutung und Missbrauch

Das Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft, Katar, steht wegen seines Umgangs mit Arbeitsmigranten international massiv in der Kritik. AFPTV hat sich auf die Spuren von ehemaligen Arbeitern aus Bangladesch und den Philippinen begeben.

Die WM 2022 in Katar regt seit Monaten viele Diskussionen an. Die miserablen Umstände im Gastgeberland im Bezug auf Menschenrechte, die Rechte von Frauen und der Akzeptanz von Personen der LGBTQ-Community sind dabei zumeist der Aufregerpunkt, wenn man über das Turnier im Wüstenstaat spricht.

Zuletzt kam dann auch noch die Thematik der „One-Love“-Binde und die intolerante Haltung des FIFA-Präsidenten gegenüber der Aktion, an der unter anderem auch der DFB beteiligt gewesen ist, hinzu. Aus diesen ganzen Gründen hat sich nun auch Uli Hoeneß zur WM 2022 geäußert.

WM 2022 wird dem Fußball „auf jeden Fall schaden“

Uli Hoeneß hat sich in einem Interview bei „RTL“ zur Weltmeisterschaft in Katar geäußert. Dabei hat er auch zum Ausdruck gebracht, dass er sich große Sorgen um die Entwicklung des Fußballs in der Zukunft macht. „Die WM, wie sie sich derzeit darstellt, wird auf jeden Fall kein Erfolg sein, das ist jetzt schon klar, und sie wird dem Fußball insgesamt auf jeden Fall schaden“, meint so der Ehrenpräsident des FC Bayern München.

Der 70-Jährige befürchtet deswegen, dass auch das generelle Interesse am Fußball aufgrund der WM abnehmen könnte. „Wenn Sie die Einschaltquoten anschauen, wenn Sie die Begeisterung der Leute für diese WM sehen, ist der Schaden schon erkennbar“, erklärt Hoeneß anschließend.

WM 2022: Hoeneß spricht zur Binden-Thematik

Im Anschluss hat sich der Ehrenpräsident des Rekordmeisters auch zum Verbot der „One-Love“-Binde und der Reaktion des deutschen Verbandes darauf geäußert. „Der DFB hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt mit der Ankündigung, konsequent zu sein, das Thema konsequent durchzuziehen. Und das haben sie am Ende nicht gemacht. Sie haben nicht den Mut gehabt, der FIFA die Stirn zu zeigen. Das wäre dringend notwendig gewesen, denn für mich ist Gianni Infantino eine große Katastrophe für den Weltfußball, und da wäre eine wunderbare Chance gewesen, ihm zu zeigen: Bis hierher und nicht weiter“, so Hoeneß.


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Ein Boykott der WM oder ein frühzeitiger Heimflug der DFB-Elf wäre für den 70-Jährigen allerdings auch nicht der richtige Weg gewesen. „Jahrelang hatte man Zeit genug, die Dinge anzusprechen und die entsprechende Macht auszuüben. Ich glaube, die europäischen Verbände haben überhaupt noch nicht erkannt, welche Macht sie wirklich haben“, erklärt der Ehrenpräsident der Bayern anschließend. Jetzt erst ein Zeichen gegen die Weltmeisterschaft mit einem Boykott zu setzen, käme für Hoeneß offenbar zu spät.