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FC Schalke 04 spricht von „historischem Fehler“ – Klub mit deutlichem Statement

In einem Klub-Statement hat sich der FC Schalke 04 deutlich zur anstehenden Weltmeisterschaft in Katar geäußert.

© IMAGO / Kirchner-Media

Schalke 04: Die Talfahrt des Traditionsvereins bis in die 2. Liga

Der FC Schalke 04 ist einer der großen Traditionsvereine in Deutschland. In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga belegen die Königsblauen Platz sieben. Sieben Mal wurden die „Knappen“ Deutscher Meister, zuletzt 1958.

In wenigen Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Aufgrund diverser Menschenrechtsverletzungen steht das Gastgeberland in der Kritik. Vielen Fans ist das Turnier ein Dorn im Auge und auch einige Vereine haben sich schon gegen die WM ausgesprochen. Nun hat auch der FC Schalke 04 reagiert.

Der Klub aus dem Ruhrgebiet hat sich deutlich zum Turnier im Wüstenstaat geäußert und erklärt, wie der FC Schalke 04 über die WM berichten möchte.

FC Schalke 04: WM ein „historischer Fehler“

Für den FC Schalke 04 ist klar: „Die 2010 erfolgte Vergabe des größten Sportereignisses der Welt an Katar bleibt ein historischer Fehler in der Geschichte des Fußballs.“ In einem Klub-Statement hat sich der Tabellenletzte der Bundesliga zur Weltmeisterschaft in Katar geäußert. In diesem bedauern er, dass Menschenrechte und gesellschaftliche Standards im Bewerbungsprozess bei der Vergabe vor mehr als 12 Jahren keine Rolle gespielt haben. Dies sei „für den Fußball, der eigentlich Völker und Gesellschaften miteinander verbinden soll, bitter und unverständlich“ und widerspreche „dem Herzstück des Schalker Leitbilds“.

Daraufhin hätte sich der Klub dazu entschieden, nur kurz über die Spiele ihres einzigen WM-Fahrers, Maya Yoshida, zu informieren und wünscht diesem, ebenso wie dem DFB-Team, viel Glück bei ihren anstehenden Aufgaben. Gleichzeitig appellieren sie aber auch den DFB, „dass der Verband die während des Turniers vorhandene Öffentlichkeit sinnvoll einsetzt“.

FC Schalke 04 will sich anderen Themen widmen

In der bundesligafreien Zeit will sich der Klub aufgrund seiner Haltung „Themen zu widmen, die der Verein für unterstützenswerter als die Weltmeisterschaft hält“. Aus diesem Grund haben sich die Königsblauen dazu entschieden, die Themen und Projekte in den Vordergrund zu rücken, die in der laufenden Spielzeit nur wenig Platz in der Öffentlichkeit erhalten. Diese werden besonders die Arbeit des Klubs in der Erinnerungskultur, der Gewalt gegen Frauen und der Nachhaltigkeit sein.

Des Weiteren wollen die Königsblauen „im Rahmen des ersten Mitgliederkongress Partizipation am eingetragenen Verein besprechen und bearbeiten, der Knappenschmiede und den Fußball der Frauen, die elementare Arbeit im Bereich des Jugend- und Nachwuchsfußball leisten, mehr Platz einräumen, über unsere Sportabteilungen berichten und den Kinderschutz in den Fokus stellen“. Diese Themen würden die Werte beleuchten, für die der Verein steht, meint der Klub. Die Königsblauen würden demnach „für Weltoffenheit, Toleranz, Respekt, Fair Play und Gleichheit“ stehen.


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Abschließend stellt Schalke klar: „Den Menschen, die in Katar benachteiligt und unterdrückt werden, stehen wir in Solidarität zur Seite und hoffen, dass unsere Positionierung – genau wie die der vielen anderen Clubs, Vereine und Initiativen – ihre Zukunft nachhaltig verbessert. Denn Menschen sind wichtiger als die WM.“