Dortmund

BVB-Star Mario Götze tritt gegen Peter Stöger nach – mit diesen deutlichen Worten

Mario Götze.
Mario Götze.
Foto: firo

Dortmund.  Am Ende wählt Mario Götze von Borussia Dortmund Worte, die man so gar nicht mehr von ihm erwartet hat. Weil es so deutlich, so wuchtig daherkommt, was er seinem früheren Trainer Peter Stöger hinterherruft.

„Es war definitiv nicht richtig, sich einen rauszupicken und mich quasi hinzustellen und zu sagen, ich sei ein personifizierter Misserfolg“, sagt Mario Götze.

Gerade hat Borussia Dortmund beim FC Salzburg nur 0:0 gespielt und das peinliche Aus im Europa-League-Achtelfinale besiegelt. Und Stöger hat seinen Spieler nicht nur zur Halbzeitpause ausgewechselt, sondern auch öffentlich angegriffen. „Ich persönlich hätte nicht damit gerechnet, dass er mich als mein Trainer öffentlich so hart kritisiert“, sagt ein sichtlich getroffener Mario Götze.

Mario Götze: Doku über Star von Borussia Dortmund bei DAZN

Es ist ein Tiefpunkt seiner Saison – und bildet damit einen Höhepunkt der Serie „Being Mario Götze“. Gut sieben Monate hat der Filmemacher Aljoscha Pause den BVB-Profi begleitet, bei Spielen, zu Hause, im Urlaub, hat mit früheren und aktuellen Weggefährten, mit Freunden und Verwandten gesprochen. Herausgekommen ist ein vierteiliges Porträt, das der Streamingdienst DAZN ab heute zeigt.

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Borussia Dortmunds Mario Götze: eine Geschichte mit Brüchen

„DAZN kam mit der Projektidee auf mich zu, eine Langzeit-Doku über Mario Götze zu machen“, erzählt der Grimmepreisträger Pause. „Ich fand das sehr interessant, weil ich nicht so gerne lineare Erfolgsgeschichten erzähle, sondern mich für echte Geschichten aus dem Leben mit all seinen Brüchen interessiere.“

Und Brüche hat diese Karriere genug: ein hochtalentierter Spieler, der als Teenager ins Rampenlicht stürmte, Deutscher Meister und Pokalsieger wurde, der Deutschland zum Weltmeistertitel schoss – einerseits. Und andererseits der Mann, dessen Karriere beim FC Bayern München ins Stocken geriet, der wegen einer Stoffwechselstörung ein halbes Jahr pausieren musste – und der nun nicht mehr zur Nationalmannschaft zählt, die den Titel verteidigen soll.

Götze und Regisseur näherten sich langsam an

Dreimal trafen sich Pause und Götze, dann sagte der zu. Knapp 20 Drehtermine waren es am Ende, alle zwei bis drei Wochen einer. Pause will den Weltmeister-Torschützen möglichst unverstellt zeigen, was kein ganz einfaches Unterfangen ist: „Man bekommt ein gewisses Gefühl von Misstrauen den Leuten gegenüber“, erzählt Götze gleich zu Beginn über seine Erfahrungen mit Medien und Öffentlichkeit. Gegen dieses Misstrauen muss der Filmemacher arbeiten, und es dauert, bis das gelingt.

Gezeichnet wird das Bild eines Fußballers, der unter dem Brennglas der Öffentlichkeit darum kämpft, jene Selbstverständlichkeit und jenen Spaß an der Sache wiederzufinden, die er irgendwann verloren hat – und zwar zu einem präzise benannten Zeitpunkt: als er nach München wechselte.

Hier lebt der Film von den starken Interviewpartnern. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der die Entscheidung als Fehler bezeichnet. Dem früheren Trainer Jürgen Klopp oder Götzes älterem Bruder Fabian, die erhellen, wie es dem jungen Profi mit den neuen Anforderungen ging. Matthias Sammer, der erzählt, dass es Götze in München an Liebe und Vertrauen mangelte. Und nicht zuletzt ein langsam auftauender Götze selbst, der über Pep Guardiola erzählt, dass der zwar fachlich einer der besten Trainer sei. Aber „die Empathie war nicht so ausgeprägt.“

Die Serie über Borussia Dortmunds Mario Götze nimmt Fahrt auf

Als es um die Stoffwechselerkrankung geht, die Götze ein halbes Jahr außer Gefecht setzte, kommt die Erzählung noch etwas steril daher. Richtig Fahrt nimmt die Serie in ihrem vierten Teil auf. Als Götze spürt, wie ihm die Teilnahme an der WM immer weiter entgleitet. Wie der Frust über Trainer Stöger wächst. Und immer deutlicher artikuliert wird.

 
 

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