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Borussia Dortmund: Blinder Fan teilt Foto aus der Kurve – plötzlich bricht Hass über ihn herein

Bei Borussia Dortmund hat ein blinder Fan nach dem Union-Spiel eine hässliche Erfahrung machen müssen. Plötzlich brach Hass über ihn herein.

u00a9 IMAGO/Nordphoto, Matthias Koch

Fünf magische Momente der BVB-Fans

Nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans des BVB sorgen immer wieder für Gänsehaut-Momente. Wir zeigen dir fünf magische Momente der BVB-Fans.

Kevin ist glühender Fußballfan. Und er ist blind. Auch wenn er die Spiele nicht sehen kann – er liebt es, ins Stadion zu gehen. Für die Atmosphäre. Das 2:0 von Borussia Dortmund bei Union Berlin war für ihn ganz besonders. Auswärts mit seinem Herzensklub nach Berlin. Ein Abenteuer.

Auf Twitter ließ er seine Freunde und Follower am Erlebnis teilhaben. Als die Mannschaft von Borussia Dortmund nach Abpfiff mit den Fans feierte, zückte er sein Handy und machte ein Foto. Als er das postete, brach aus heiterem Himmel ein Shitstorm über ihn herein.

Borussia Dortmund: Shitstorm gegen blinden BVB-Fan

„Leute, es ist so genial“, schrieb Kevin in der Halbzeit. „Ich stehe hier genau zwischen den Ultras. Das Feuerwerk vorhin habe ich gespürt. Ich spüre die Trommeln. Ich habe fast schon keine Stimme mehr. Es macht einfach nur Spaß.“ Auch wenn es beileibe nicht sein erster Stadionbesuch war – das Auswärtsspiel in der Alten Försterei war ein absolutes Highlight. Das hielt der Thüringer auch in Fotos fest. Denn mit dem KI-Programm „Be my Eyes“ kann er sich die Fotos haarklein beschreiben lassen. So sieht er sie, ohne sehen zu können.

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Ein Bild vom Auswärtssieg flog ihm jedoch richtig um die Ohren. Nach Abpfiff fotografierte er die Party der Fans mit der Mannschaft. Als er das auf dem Rückweg auf Twitter postete, dürfte er niemals damit gerechnet haben, was folgte. Urplötzlich brach der Hass anderer BVB-Fans über ihn herein.

Foto fliegt BVB-Fan um die Ohren

Warum? Auf dem Foto ist das Gesicht eines Vorsängers der BVB-Ultragruppe „The Unity“ zu sehen. Ultras achten streng darauf, nicht erkennbar im Netz aufzutauchen. Handys in der Kurve sehen sie nicht gerne – und schon gar nicht, wenn die Bilder anschließend frei zugänglich und unzensiert im Netz auftauchen. Zahlreiche Fans von Borussia Dortmund griffen Kevin an, das Foto gepostet zu haben, ohne den Ultra unkenntlich gemacht zu haben.

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Der blinde Fan wusste gar nicht, wie ihm geschieht, und teilte seine Gedanken. „Eigentlich hatte ich heute einen wunderschönen Tag in Berlin beim Spiel Union gegen den BVB“, schrieb er auf Twitter. „Aber nach dem Spiel habe ich einen Shitstorm bekommen. Kannte ich vorher nicht, aber gut, weiß ich auch mal, was das ist.“

„Ich wollte nur die Spieler fotografieren“

Er rechtfertigt sich: „Das Foto ist nach dem Spiel entstanden. Thomas, ein Mitglied meines Fanclub Clubs, hat gesagt, jetzt kommen die Spieler zu uns. Ich hab dann einfach mein Handy raus genommen und fotografiert. Ich wollte nur die Spieler fotografieren.“ Die KI-App, die ihm die Bilder beschreibt, lasse ihn „wieder ein bisschen sehen“. Das wollte er nutzen, um diesen unvergesslichen Moment festzuhalten.

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„Natürlich passiert es, dass du auch andere Leute auf das Foto bekommst. Das weiß ich aber nicht, weil ich vorher noch nie etwas gesehen habe. Wenn aus Versehen ein paar Personen, die das nicht möchten, auf dem Foto sind, kann man das nicht beeinflussen. Zumindest nicht als Blinder. Aber wenn ich einmal die Möglichkeit habe, unsere Mannschaft, das Stadion, die ganze Umgebung neu zu sehen, dann mache ich das auch.“


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Statt im Stadion gebeten zu werden, sein Handy wieder einzustecken, sei er nun im Netz beleidigt und bedroht worden. „Auf unserem Trikot steht ‚Borussia verbindet‘ und so sollte es eigentlich sein. Aber heute habe ich leider erlebt, dass dem nicht immer so ist.“