Sportstudio (ZDF): Dieses Interview wollte der Sender nicht ausstrahlen

Das Sportstudio (ZDF) entschied sich gegen die Ausstrahlung eines brisanten Interviews.
Das Sportstudio (ZDF) entschied sich gegen die Ausstrahlung eines brisanten Interviews.
Foto: dpa

Mainz. Es war eine hochbrisante Entscheidung des Sportstudio (ZDF) – und sie ging nach hinten los.

Am Rande der Bundesliga-Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen kam es am Samstagabend zu einem großen Polizeiaufgebot. Ein brisantes Interview zu den Vorfällen zeigte das Sportstudio (ZDF) dabei aber nicht. Jetzt kursiert es im Netz.

Sportstudio (ZDF) sendet brisantes Interview nicht

Bis zu 100 Anhänger beider Vereine hatten sich vor dem Stadion während des Topspiels zusammengefunden, wie die Polizei berichtet. Die Behörden hatten von dem Treffen gewusst, wurden nach eigenen Angaben von einer sich anbahnenden Eskalation aber überrascht.

Die TV-Zuschauer konnten die Szenen nur erahnen: Bei der Fernsehübertragung waren lange Zeit laute Sirenen zu hören. Aber die Polizei reagierte rechtzeitig: Es kam bei dem Aufeinandertreffen demnach zu keinerlei Ausschreitungen oder gar zu Straftaten.

Eintracht-Profi Hinteregger mit polarisierenden Aussagen

Nach dem Spiel befragte das ZDF Frankfurts Martin Hinteregger zu den Vorfällen. Der reagierte überraschend gelassen. „Wenn es beide gewollt haben, dann ist es ja okay“, so der Abwehrspieler.

Als gefährlich schätzt der 28-Jährige solche Aufeinandertreffen offenbar nicht ein. „Das passiert ja öfter, gehört auch irgendwie zum Fußball, oder? Ihr könnt wieder über was berichten, die haben Spaß beim Kämpfen, wir müssen Interviews dazu beantworten und jeder hat was davon. Ist ja nichts Schlimmes.“ Erstaunlich unkritisch!

ZDF-Sportchef übt Kritik

Als am Abend dann Peter Fischer im Sportstudio zu Gast war, hätte das ZDF eigentlich die Gelegenheit nutzen und den Eintracht-Präsidenten mit dem „Hinti“-Interview konfrontieren können.

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Doch der Sender entschied sich dagegen - aus unbekannten Gründen. Auf Anfrage der „Bild“ erklärte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann lediglich, dass es sich um eine Entscheidung der Redaktion gehandelt habe, die auch anders hätte ausfallen können.

Dass das Video mit dem brisanten Interview auf anderem Weg ins Internet fand, zwang das Sportstudio (ZDF) schließlich zu einer Kehrtwende.

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Die TV-Show postete es doch noch auf Twitter, erklärte dazu trocken: „Weil darüber diskutiert wird, hier die Originalaussagen von Martin Hinteregger nach dem Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen. Aus vertragsrechtlichen Gründen veröffentlichen wir nur die Audiospur.“

Sportstudio (ZDF): Eintracht-Präsident distanziert sich von gewaltbereiten Fans

Völlig ausgeblendet wurden die Vorfälle bei dem Talk aber auch nicht. Frankfurts Präsident Peter Fischer nutzte die Plattform, um sich deutlich von gewaltbereiten Anhängern zu distanzieren.

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„Ich verstehe Fußballanhänger total, denen die Leidenschaft dieses Sports fehlt, weil es keine Stadionbesuche mehr gibt“, so der 65-Jährige. „Was absolut überhaupt nicht geht, ist natürlich Gewalt. Das ist etwas, was ich und was dieser Verein ablehnt. Da gibt es eine ganz klare Kante. 0,0 Toleranz dazu!“

Fischers Meinung zum Hinteregger-Interview wäre in dem Zusammenhang sicherlich spannend gewesen. (the)