Ruhrgebiet: Freibäder stehen vor großem Problem – „Lieber als Todesopfer“

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

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Die Temperaturen steigen und viele Menschen im Ruhrgebiet sehnen sich nach einer Abkühlung. Ein Besuch im Freibad wäre da genau das Richtige.

Doch viele Freibäder haben im Ruhrgebiet noch gar nicht geöffnet. Dahinter steckt ein ernster Hintergrund mit düsteren Aussichten für den kompletten Sommer.

Ruhrgebiet: Freibäder immer noch geschlossen – DAS ist der Grund

Zwei Jahre lang waren die Freibäder aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Zu hoch schien die Ansteckungsgefahr für die Gäste. Nun sind die Auflagen gelockert und der Betrieb könnte wie gewohnt starten.

Doch es fehlt den Freibädern an Personal. Um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, müssen Rettungsschwimmer und Bademeister an den Becken aufpassen. Doch von denen fehlt im Ruhrgebiet aktuell jede Spur, wie „Bild“ berichtet.

Ruhrgebiet: DESHALB mangelt es an Bademeistern

In Duisburg konnten schon einige Freibäder öffnen. Zum Beispiel das Freibad Homberg oder das Freibad Kruppsee. In Essen ist die Personaldecke jedoch so dünn, dass aktuell lediglich das Grugabad und das Freibad Dellwig sicheres Plantschen und Schwimmen garantieren können.

Bild“ hat bei den Städten im Ruhrgebiet nachgefragt und ein einheitliches Bild der Problematik erhalten. Während der Corona-Hochphase haben sich viele Menschen beruflich umorientiert. Zudem heißt es von den Sprechern, dass der Beruf des Rettungsschwimmers zu unattraktiv sei: Familenunfreudliche Arbeitszeiten, miese Bezahlung und die Angst vor erneuten Schließungen hält mögliche Mitarbeiter fern.

Ruhrgebiet: Düstere Prognose für die Zukunft

Peter Harheim, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, schätzt laut dem Bericht, dass insgesamt 2500 Bademeister fehlen. Und auch zukünftig befürchtet er, dass sich die Besucher auf reduzierte Bädereröffnungen einstellen müssen. „Ich bin ehrlich: Das ist mir lieber als Todesopfer.“

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Ganz auf den Badespaß werden die Deutschen in diesem Sommer zwar nicht verzichten müssen – doch das Angebot könnte zusätzlich deutlich eingeschränkt sein.

Um das Infektionsrisiko nach wie vor gering zu halten, wird darauf geachtet, dass die Bäder nicht zu überfüllt sind. Deshalb müssen Badegäste oftmals online ein Ticket sowie den dazugehörigen Time-Slot vorab kaufen. Außerdem weisen viele Freibäder daraufhin, dass das Beckenwasser nicht beheizt wird. Die stark gestiegenen Gaspreise durch den Krieg in der Ukraine zwingen die Verantwortlichen oft zu diesem Schritt. (cg)