Ruhrgebiet: Mann entdeckt seltsame Zeichen auf Gehwegen – das steckt dahinter

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

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Rätsel um mysteriöse Zeichen auf dem Gehweg im Ruhrgebiet.

In einer lokalen Facebook-Gruppe aus Bottrop hat ein Anwohner seine Beobachtung geteilt. Hinter der Markierung an der Kirchhellener Straße steckt ein typischer Vorgang im Ruhrgebiet.

Ruhrgebiet: Rätsel um Zeichen in Bottrop

Ein in rosa auf den Boden gesprühtes „x“ und darunter eine „8“ haben in Bottrop für reichlich Diskussionen gesorgt. „Bestimmt wieder irgendwelche Einbrecher, die sich Zeichen geben wollen“, fürchtet eine Bottroperin mit Augenzwinkern. Ein anderer scherzt: „Dort darf man mit 8-facher Schrittgeschwindigkeit fahren.“

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Das ist die Stadt Bottrop:

  • erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1092
  • mit rund 118.000 Einwohnern (Stand: Dezember 2019) die zweitkleinste kreisfreie Stadt in NRW nach Remscheid
  • besteht aus drei Stadtbezirken und 17 Stadtteilen
  • Sehenswürdigkeiten unter anderen: Tetraeder, Movie Park Germany und das Alpincenter
  • Oberbürgermeister ist Bernd Tischler (SPD)

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Etwas ernsthafter geht ein Bottroper von Vermessungsarbeiten aus: „Könnte ein Höhepunkt sein oder es wird wahrscheinlich dort gebaggert. Es könnte eventuell eine Baustelle kommen“, vermutet er. „Dann dürften aber Unmengen an Baustellen kommen und zwar im ganzen Stadtgebiet“, entgegnet der Urheber des Fotos. Eigenen Aussagen zufolge habe er zahlreiche dieser Markierungen entdeckt.

Das sagt die Stadt Bottrop zu dem Ruhrgebiets-Rätsel

Auf Anfrage von DER WESTEN teilte die Stadt Bottrop mit, dass an den Stellen mit hoher Wahrscheinlichkeit Gerätestandpunkte markiert worden sind. Von diesen Standpunkten aus habe das sogenannte Leitnivellement des Ruhrgebietes stattgefunden.

Dabei handelt es sich um „Höhenbeobachtungen in Bergsenkungsgebieten“, die im Ruhrgebiet aufgrund des Steinkohle-Bergbaus eine hohe Bedeutung haben, erklärt der Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer.

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Weitere Meldungen aus dem Ruhrgebiet:

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„Für die Prognose zukünftiger Bergsenkungen haben die Bergwerksgesellschaften spezielle Vorausberechnungsverfahren entwickelt, die sich auf den Erkenntnissen früherer Messbeobachtungen stützen“, heißt es weiter.

Und genau diese Messungen haben nach Angaben der Stadt Bottrop gerade stattgefunden. Allerdings durch externe Vermessungsingenieure. „Wir markieren die Standpunkte immer mit Nägeln“, erklärt ein Stadtsprecher. Aufatmen also in Bottrop: Die Stadt wird also in den nächsten Wochen nicht zugepflastert mit Baustellen.