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NRW: Beliebte Sehenswürdigkeit schwer beschädigt – „Angriff auf die Seele des Ruhrgebiets“

Die Geschichte des Gasometers - beinahe gäbe es ihn nicht mehr

Der Gasometer in Oberhausen ist die höchste Ausstellungshalle Europas.

In NRW gibt es allerhand Sehenswürdigkeiten zu bestaunen: Da wären zum einen die Zeche Zollverein in Essen, der Dom in Köln oder der Gasometer in Oberhausen. Doch ein beliebtes Wahrzeichen im Ruhrgebiet ist jetzt Opfer einer mutwilligen Attacke geworden.

Guido Hofman ist fassungslos: Seit 2002 kümmert sich der Bildhauer und Künstler liebevoll um die Totems auf der Halde Haniel in Bottrop (NRW). Er hat sie mit aufgebaut. Doch vor rund einer Woche der Schock: Fünf der 102 Totems sind mutwillig abgesägt worden!

NRW: Beliebtes Wahrzeichen wurde mutwillig zerstört

„Man kann lieber mein Auto kaputt kloppen als da dran zu gehen. Das ist ein Angriff auf das Ruhrgebiet, auf einer der frequentiertesten Halden weit und breit. Das ist ein Kunstwerk! Es kommen Leute aus aller Welt, um sich dieses Kunstwerk anzuschauen“, erklärt Hofmann gegenüber DER WESTEN.

Die 102 bunt angemalten Totems stehen auf der Halde in Haniel senkrecht im Boden. Sie wurden vom baskischen Maler und Bildhauer Augustin Ibarrola aus Eisenbahnschwellen gefertigt. Doch bei fünf von ihnen ragt jetzt nur noch ein halbierter Stumpf aus dem Boden.

NRW: Bottroper Künstler kümmert sich aufopferungsvoll um die Totems

„Jemand ist vorsätzlich mit einer Kettensäge dort oben heraufgegangen und hat willkürlich fünf Dinger abgesägt. Und zwar ziemlich mittig, wohl, weil man da gut rankommt. Wenn ich das sehe, jemand rennt da hoch mit einer Kettensäge und sägt die Totems ab, dann ist das ein Angriff auf die Seele des Ruhrgebiets. Und auf meine Seele“, betont Hofmann wütend.

Die Arbeit entstand 2002 im Rahmen der Ruhr-Triennale. Hofmann half dem baskischen Künstler damals, die Totems zu installieren. Seitdem hegt und pflegt der Bottroper das Kunstwerk mit viel Herzblut.

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Das ist die Halde Haniel in Bottrop(NRW):

  • Die Halde Haniel ist 159 Meter hoch
  • Einer der höchsten Halden im Ruhrgebiet
  • Dort trifft man auf viele Spaziergänger, Fahrradfahrer und Kulturfreunde

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NRW: Der oder die Täter konnten noch nicht geschnappt werden

Und seine Leidenschaft, welche ihm mit dem Kunstwerk verbindet, treibt ihn auch dazu, die Totems wieder herrichten zu wollen. „Ich werde sie auf jeden Fall wieder instand setzen. Es ist mein Ehrgeiz, dass man hinterher nicht mehr sieht, welche Totems ursprünglich beschädigt worden sind“, sagt Hofmann.

Der oder die Täter konnten bislang noch nicht geschnappt werden. Die Polizei ermittelt. Wer etwas Verdächtiges gesehen hat oder weiß, darf sich bei Guido Hofmann melden. Seine Kontaktdaten gibt es hier.

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NRW: Guido Hofmann ist fassungslos

„Ich bin traurig und wütend. Wer kommt auf so ein dünnes Brett und rennt einen Berg hoch und sägt ein Kunstwerk ab?“, fragt sich der Künstler fassungslos.

Doch die Totems in Bottrop ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit im Ruhrgebiet, die in letzter Zeit beschädigt wurde. Das historische Steigerhaus der Zeche Herberholz in Witten wurde sogar komplett zerstört! Was passiert ist, liest du hier. (cf)