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NRW: Frau führt harmloses Gespräch mit Fitness-Studio – jetzt soll sie 730 Euro blechen

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In Holzwickede bei Unna (NRW) ist eine Frau dreist übers Ohr gehauen worden. Sie wurde von Promotern eines Fitnessstudios angesprochen, ob sie nicht ein kostenloses Probetraining machen wolle. Ein Jahr später trudelte dann plötzlich eine Zahlungsaufforderung bei ihr zu Hause ein.

NRW: Frau akzeptiert kostenlosem Probetraining – und bekommt Post vom Inkasso-Unternehmen

Die Holzwickederin wurde im Mai 2011 in der Innenstadt von Unna von einem Promoter des Fitnessstudios Easyfitness angesprochen. Ob sie nicht Interesse an einem kostenlosen Schnuppertraining habe, lautete die Frage. Gerne war die Antwort.

Erst sollte die Frau ihre Adresse angeben. „Dann hat er auf seinem Tablet rangezoomt, ich sollte in einem Feld unterschreiben“, erinnert sich die 46-Jährige aus Unna gegenüber den „Ruhr Nachrichten“. Von einem möglichen Vertrag stand da nichts und auch der Promoter verlor kein Wort darüber. Zwei Wochen kostenlos und jeder Zeit widerrufbar – das dachte zumindest Frau Linker.

Doch jetzt bekam sie plötzlich eine Zahlungsaufforderung über 730,42 Euro zugestellt – von einem Inkasso-Unternehmen. Statt dem kostenlosen Schnuppertraining hatte sie, ohne es zu wissen, einem 24-monatigen Vertrag zugestimmt.

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NRW: Fitnessstudio überredet Frau zu Vertrag – und treibt dann das Geld ein

Kontodaten hatte sie keine angeben müssen, deshalb hätte sie eigentlich eine Rechnung bekommen sollen. „Ich habe nie eine Rechnung oder Mahnung zuvor vom Fitnessstudio selbst bekommen“, sagt Linker. Sie will einen Widerruf aufsetzen.

Das Inkasso-Schreiben bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Januar bis 1. Juli 2022. Denn aus der Sicht des Studios hat Frau Linker einen Vertrag über ein Jahr mit einer monatlichen Zahlung von 19,90 Euro und einer Servicepauschale über 29,90 Euro abgeschlossen. Wie sich daraus die Gesamtforderung von 730,42 Euro ergibt, ist ihr jedoch nicht ersichtlich.

Gleiches ist auch einer 23-Jährigen aus Hamm passiert, als sie vor einem Supermarkt in Dortmund-Aplerbeck von „aufdringlichen“ Promotern angesprochen wurde. „Die haben uns verfolgt und irgendwann habe ich eben unterschrieben.“ Sie bekam immerhin eine Rechnung von Easyfitness über die Monate Mai und Juni plus Service- und Start-Up-Gebühr und zuzüglich Mahnkosten – 121,60 Euro insgesamt.

NRW: Fitnessstudio-Kundinnen vermuten miese Masche – Betreiber weist alles von sich

Die beiden Frauen finden die Art, wie das Studio mit ihnen umgeht, sehr ungerecht. Sie haben sich über das Internet bereits vernetzt und wollen noch weitere Betroffenen kontaktieren, um womöglich gemeinsame rechtliche Schritte zu erwägen.

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Währenddessen verteidigt sich der Geschäftsführer der Holzwickeder Filiale. „Nach wie vor bestreiten wir sämtliche Vorwürfe“, so Michele Aprile. „Wenn Neuanmeldungen im dreistelligen Bereich geschrieben werden und sich letztendlich ein paar Beschweren (unter zwei Prozent), die behaupten, sie hätten keinen Vertrag abgeschlossen, ist es verschwindend gering.“ Er hätte Veränderungen in die Wege geleitet, „sodass Missverständnisse künftig ausgeschlossen werden können.“

Auch über die fehlenden Rechnungen bei der Frau in Holzwickede sowie dem plötzlichen Inkassoschreiben hätte er keine Kenntnisse. „Wir mahnen mindestens zweimal an und versuchen dann noch abschließend vor Inkasso-Abgabe die Leute telefonisch zu kontaktieren, um Ihnen letztmalig die Möglichkeit einzuräumen, die offenen Forderungen zu begleichen“, versicherte er gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ wider der gegenteiligen Zeugenaussage. (mbo)