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„Letzte Generation“: NRW-Innenminister Reul schießt gegen Klimakleber – „Irgendwas machen wir in den Schulen falsch“

Herbert Reul ist die „Letzten Generation“ ein Dorn im Auge. Der NRW-Innenminister findet die Protestformen der Aktivistinnen „anstrengend“.

Letzte Generation
© IMAGO / Michael Gstettenbauer

Das ist die „Letzte Generation“

Die „Letzte Generation“ hat in den letzten Wochen und Monaten für reichlich Aufsehen gesorgt. Immer wieder blockierten die Umweltaktivisten mit ihren Klebe-Aktionen Straßen und in Berlin sogar den Flughafen. Zuletzt blockierten Mitglieder der „Letzten Generation“ Straßen in Köln. Einige waren auch an Aktionen rund um die Proteste in Lützerath beteiligt.

Herbert Reul (70, CDU) gehen die Klimakleber offenbar mächtig gegen den Strich. Der NRW-Innenminister kann die Art und Weise der Protestformen nicht begreifen – und stellt nun sogar die Bildungsarbeit an Schulen in Frage.

„Letzte Generation“ kassiert scharfe Reul-Kritik

„Eines ist klar: Der Widerstand wird nicht aufhören, er wird 2023 größer als je zuvor. Wir werden die friedlichen Proteste ab dem 6. Februar auf die gesamte Republik ausweiten“, verkündete Aimée van Baalen, Sprecherin der „Letzten Generation“ bei einer Pressekonferenz. Über diese Ankündigung kann NRW-Innenminister Reul nur den Kopf schütteln. „Wenn Menschen ihre eigene Meinung verabsolutieren und damit zu allen Möglichkeiten greifen, dann ist das Klima auf der Straße das Erste – und das Schießen nachher das Letzte“, sagt er im „Wochentester“-Podcast von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

Auf die Frage, ob er die Proteste der Umweltaktivisten für gefährlich halte, sagte Reul: „Irgendwas machen wir in den Schulen falsch. Die haben das noch nicht verstanden, wie das mit dem Rechtsstaat funktioniert.“ Zwar begrüße er, dass sich junge Leute zunehmend für Politik und Gesellschaft interessierten. Aber es gebe aus seiner Sicht andere Möglichkeiten, sich einzubringen als durch zivilen Ungehorsam.

Reul über „Letzte Generation“: „Finde ich anstrengend“

Die Klimabewegung versucht mit Störaktionen die Aufmerksamkeit der Menschen in Deutschland zu erreichen. Die Eingriffe in den Verkehr seien aus Sicht der Aktivisten nötig, um möglichst viele Menschen mit der drohenden Klima-Katastrophe zu konfrontieren. Doch Reul sind die Protestformen und die dabei notwendigen kostspieligen Polizei-Einsätze ein Dorn im Auge.

Herbert Reul
Herbert Reul lässt kein gutes Haar an der „Letzten Generation“. Foto: IMAGO / Sven Simon

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„Dieser Zugriff, das sei eine Notmaßnahme, die gilt nicht. Ziviler Ungehorsam in diesem Zusammenhang: Das finde ich anstrengend. Mahatma Gandhi würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass die sich auf sein Konzept berufen“, so der NRW-Innenminister im Podcast „Die Wochentester“.