Hochwasser in NRW: Erschreckende Bilder! Frau lebt direkt neben Mega-Krater – und zeigt, was von ihrem Garten noch übrig ist

Erftstadt: Eine Frau lebt direkt neben dem Krater. Ein Großteil ihrer Nachbarschaft wurde weggeschwemmt.
Erftstadt: Eine Frau lebt direkt neben dem Krater. Ein Großteil ihrer Nachbarschaft wurde weggeschwemmt.
Foto: IMAGO / Reichwein (Fotomontage: DERWESTEN)

52 Jahre lebte Waltraud Groten in ihrem Haus in Erftstadt-Blessem. Ihr Ehemann hatte es damals über vier Jahre hinweg mühevoll selbst aufgebaut. Im Juli dieses Jahres sorgte die Hochwasser-Katastrophe in Erftstadt dafür, dass das Eigenheim des Ehepaares in nur einer Nacht zerstört wurde.

Im Gespräch mit DERWESTEN berichtet die 78-Jährige von der Nacht, in der sie nur knapp mit dem Leben davon kam und zeigt, in welchem Zustand sich ihr Haus heute befindet.

Erftstadt: Senioren retten sich auf Garagendach – „Aus dem Schlaf gerissen“

Auch gut acht Wochen nach der Katastrophe ist das Hochwasser in Erftstadt noch lange nicht vergessen. Vor allem der riesige Krater, der viele Häuser in die Schlucht zog, erinnert an die dramatische Flut.

Direkt neben dem gigantischen Erdloch befindet sich das Haus von Waltraud Groten und ihrem Mann – zumindest das, was davon noch übrig ist.

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Alle wichtigen Infos zur Hochwasser-Katastrophe in NRW im Überblick:

  • 47 Menschen starben in NRW in den Wassermassen oder bei Hauseinstürzen, weitere Personen wurden verletzt
  • Bei den Unwettern fielen innerhalb kurzer Zeit bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter
  • 25 Städte und Landkreise waren in NRW von Überschwemmungen betroffen
  • 22.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren in NRW im Einsatz
  • Auch die Bundeswehr schickte hunderte Soldaten ins Bundesland

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Das Ehepaar hatte großes Glück im Unglück, denn links von ihnen wurde fast die gesamte Nachbarschaft von der Flut weggespült. Dort, wo früher Mal ihr Garten war, befindet sich nun ein riesiges Loch.

„Ich bin mitten in der Nacht von dem Unwetter aus dem Schlaf gerissen worden“, erinnert sich die Rentnerin im Gespräch mit DERWESTEN. „Da stand das Wasser im Erdgeschoss schon kniehoch.“

Eigentlich hätte zu diesem Zeitpunkt in Erftstadt-Blessem längst eine Sirene losheule sollen, doch das Warnsignal hat nicht funktioniert.

„Vor lauter Hilflosigkeit sind wir dann über eine Leiter auf das Garagendach gestiegen und haben darauf gewartet, dass die Feuerwehr uns rettet“, berichtet die 78-Jährige.

Erftstadt: Schwere Zeiten stehen bevor – DAS rührt 78-Jährige zu Tränen

Nach der Horror-Nacht stand lange nicht fest, wie stabil das Haus der Grotens noch war. Erst drei Wochen später durften die Senioren wieder einen Fuß in ihr Heim setzen. In der Nachbarschaft mussten inzwischen viele Häuser komplett abgerissen werden.

„Nach Hause“ kann das Ehepaar aber noch lange nicht. Die unterste Etage muss komplett neu saniert werden. Noch immer sind die Wände feucht. Aus Wohnzimmer und Küche konnte kaum ein Möbelstück gerettet werden.

Doch neben Trauer, Frust und Verzweiflung erfüllt Waltraud Groten auch ein starkes Gefühl von Dankbarkeit. „Ich bin sehr gerührt von all der großzügigen Hilfe, die wir in diesen Tagen erleben dürfen“, sagt die 78-Jährige – ihre Augen füllen sich dabei mit Tränen.

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So hat ein Bauer aus Erftstadt-Borr dem Ehepaar ein kleines Haus überlassen, in welchem sie so lange mietfrei wohnen dürfen, bis ihr eigenes Haus wieder bewohnbar ist. Auch sorgen Ehrenamtler täglich für ein warmes Mittagsessen der Erftstädter, Geld- und Sachspenden helfen den Betroffenen über die Runden.

Auf ihre Gemeinde und die freiwilligen Helfer können sich die Einwohner verlassen. Von der Politik sind sie allerdings schwer enttäuscht. Hier erfährst du, wie sich die Flutkatastrophe auf die Wahlentscheidung der Erftstädter ausgewirkt hat. >>> (mkx)