Hambacher Forst: Anti-Braunkohle-Aktivisten bringen Erotik-Kalender heraus – und sorgen damit für Ärger

Im Hambacher Frost protestieren Aktivisten seit Jahren gegen den Braunkohletagebau.
Im Hambacher Frost protestieren Aktivisten seit Jahren gegen den Braunkohletagebau.
Foto: dpa

Kerpen. Seit Jahren kämpfen Umweltaktivisten gegen den Braunkohle-Tagebau des Essener RWE-Konzerns im Hambacher Forst. Dem Tagebau mussten immer wieder Baumbestände weichen, teilweise sogar jahrhundertealte Bäume.

Teilweise halten sich mehrere hundert Aktivisten dort auf, um die Rodungen zu stoppen - bisher ohne Erfolg. Nun scheint die Lage für die Tagebau-Gegner schwieriger geworden zu sein. Nach dem jahrelangen Kampf wird offenbar langsam das Geld knapp. Mit einem Erotik-Kalender wollen sie nun neues Geld in die klammen Kassen spülen.

Hambacher Forst: Druck des Kalenders kurzfristig gestoppt

„In der nächsten Rodungssaison erwarten uns viele einsame Nächte in Baumhäusern. RWE wird versuchen unsere Stämme zu fällen, aber wir bleiben standhaft. Damit es nicht ganz so einsam wird, gibt es nun den Hambacher Forst Erotik-Kalender 2019. Denn Kohleausstieg ist Handarbeit – und dabei kann ein bisschen Inspiration nicht schaden“, schreiben sie in ihrem Blog. Der Kauf sei „Soli für den Hambacher Wald“.

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Die Idee eines solchen Kalenders kommt aber wohl innerhalb der Szene nicht gut an. In ihrem Blog berichten die Macher des Kalenders, dass eine Umweltdruckerei in Berlin-Kreuzberg den Auftrag zur Produktion der Kalender abgesagt habe. Der Kalender sei zu „fetisch-pornographisch“.

„Schreibt wütende Mails und Briefe“

Für diese Absage haben die Aktivisten wenig Verständnis: „Wir sind darüber empört! Mit unserem queerfeministischen und sex-positiven Kalender wollen wir zeigen, wie vielfältig Sexualität, Begehren, Geschlechteridentitäten und Körperformen sein können. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen ihre Sexualität einvernehmlich ausleben können.“

Man habe nun kurzfristig eine andere Druckerei suchen müssen. Deshalb rufen die Hambacher-Forst-Aktivisten nun dazu auf, gegen die Druckerei zu protestieren: „Ruft an, schreibt wütende Mails und Briefe, beschwert euch!“ (fel)

 
 

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