Veröffentlicht inRegion

„Armes Deutschland“ auf RTL 2: Philipp (18) aus Aachen hat noch nie gearbeit – aber investiert Hartz IV und Kindergeld in Gras

„Armes Deutschland“ auf RTL 2: Philipp (18) aus Aachen hat noch nie gearbeit – aber investiert Hartz IV und Kindergeld in Gras

Armes Deutschland philipp.jpg
Philipp K. ist 18, lebt von Hartz IV und ist obdachlos. Foto: RTL 2

Aachen. 

RTL 2 hat am Dienstagabend eine weitere Folge seiner Sozial-Doku „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ ausgestrahlt. Dieses Mal unter anderem im Mittelpunkt: Philipp K. (18) aus Aachen. Der 18-jährige Hartz IV-Empfänger lebt derzeit in einem Aachener Obdachlosenheim, er bezieht 245 Euro Hartz IV und Kindergeld.

Die Euros sinnvoll einzusetzen kommt dem Schulabbrecher jedoch nicht direkt in den Sinn. Man muss sich schließlich auch was gönnen. Das findet zumindest Philipp. Und fährt schon zu Beginn der Folge direkt mal in die Niederlande und kauft sich zusammen mit Freunden Gras.

„Man könnte mit dem Geld sicherlich auch etwas Vernünftiges kaufen. Aber man muss sich ja auch was Schönes gönnen.“ Ob das nun unbedingt Drogen sein müssen – darüber lässt sich trefflich streiten.

————————————

• Mehr Themen:

+++ „Armes Deutschland“ bei RTL2: Kölnerin (33) schockt TV-Zuschauer +++

+++ „Armes Reiches Deutschland“ in Gelsenkirchen – Zuschauer wütend: „Das war doch alles Fake!“ +++

+++ „Armes Reiches Deutschland“: Ilka Bessin besucht für RTL Gelsenkirchen – und bedient alle Vorurteile +++

+++ „Armes Deutschland“ auf RTL2: Nathalie aus Neuss wurde ihre Tochter entzogen – „Das Jugendamt hat mein Kind verkauft!“ +++

————————————-

Dass ihm die Drogen schaden könnten, ihm vielleicht sogar den erneuten Versuch den Realschulabschluss zu schaffen, versauen, das realisiert Philipp nicht. „Das Gras macht auf jeden Fall nicht klüger. Aber ich schaffe mein Leben auch mit dem Kiffen.“

Eine Aussage, die man bei seinem Hintergrund zumindest vorsichtig anzweifeln darf. Den ersten Versuch den Realschulabschluss nachzumachen, schmiss Philipp, weil er zu faul war, wie er zugibt. Und auch der Zweite beginnt eher semi-optimal. Schon am ersten Tag ist er einer halbe Stunde zu spät. Und anstatt abends zeitig ins Bett zu gehen, um am nächsten Tag pünktlich da zu sein, geht er lieber mit einem Kumpel raus.

Auflage durch die Schule

Wenig überraschend also, dass er schon nach kürzester Zeit eine Auflage der Schule bekam, dass er nur noch zwei Stunden die Woche fehlen dürfe. Bei einer mehr, wäre es das mit dem Abschluss gewesen.

Ein schwieriges Unterfangen, so hat Philipp vom Jobcenter die Auflage bekommen, zehn Stunden die Woche zu arbeiten. Und die Handyspiele nehmen ebenfalls Zeit von der Uhr. Und auch Geld vom Konto. Rund 110 Euro gibt der 18-Jährige im Monat für Gadgets in den Mobil-Games aus.

Zu viel. Zeit und Geld. Denn RTL 2 zeigt, dass Philipp es nicht geschafft hat, die Auflagen der Schule zu erfüllen. Er habe Schlafprobleme, sagt er. Hätte es nicht geschafft, morgens aufzustehen. Grund dafür: Vermutlich die Drogen.

Philipp will eine Therapie beginnen

Nun bleibt nur noch die Arbeitssuche. Und auch das bislang erfolglos. Zum Ende der Sendung hat es Philipp nicht geschafft, einen Job zu finden. Doch zumindest eine Therapie möchte er beginnen. Um endlich von den Drogen wegzukommen.

Was ist echt an der Sendung?

Doch ist die Doku wirklich echt oder haben sich kreative Redakteure die Geschichte von Philipp nur ausgedacht?

„Bei dem Format „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ handelt es sich um eine Dokumentation. Sie bildet somit die Realität ab. Ziel ist es, einen nahen und unverfälschten Blick auf das Leben der porträtierten Personen zu zeigen, die in dem Format frei zu Wort kommen“, sagt ein Sendersprecher gegenüber DER WESTEN.